Alistair Brownlee erneut Olympiasieger

Alistair Brownlee hat es geschafft: In Rio de Janeiro hat der Brite seinen Olympiasieg wiederholt. Mit einer herausragenden Leistung beim Schwimmen und Radfahren schalteten die Brownlees die meisten schnellen Läufer aus, auf der Laufstrecke machte Alistair dann kurzen Prozess mit seinem jüngeren Bruder Jonathan.

Von > | 18. August 2016 | Aus: SZENE

Alistair und Jonathan Brownlee im Ziel der Olympischen Spiele 2016 in Rio | Alistair Brownlee (links) gewinnt den Triathlon der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro vor seinem Bruder Jonathan.

Alistair Brownlee (links) gewinnt den Triathlon der Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro vor seinem Bruder Jonathan.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Schon die Wahl der Startposition hatte Einfluss auf die Entscheidung um die Olympia-Medaillen. Denn die Brownlee-Brüder Alistair und Jonathan wählten den weitesten Weg zur Boje, mit den starken Schwimmern Richard Varga (SVK) und Henri Schoeman (RSA) direkt an ihrer Seite. Fast alle anderen Favoriten wählten die andere Seite des Strands mit dem kürzesten Weg zur fast 600 Meter entfernten ersten Boje. Wegen der starken Schwimmer an ihrer Seite die taktisch richtige Entscheidung der britischen Brüder: Im Wasserschatten ihres Kumpels Richard Varga schoben sie sich vor der ersten Boje so an die Spitze des Feldes und konnten das Schwimmen vergleichsweise entspannt bestreiten, wogegen der als ärgster Konkurrent der Brüder gehandelte Spanier Mario Mola in der Auftaktdisziplin rund 20 Sekunden auf die Briten an der Spitze verlor.

Attacke nach sechs Kilometern

Das rächte sich auf dem Rad sofort: Die britischen Brüder legten auf dem Rad gewohnt wild los und sorgten dafür, dass Mola keine Chance hatte, aufzuschließen. In einer zehn Mann großen Gruppe um Vincent Luis (FRA), Aaron Royle (AUS), Henri Schoeman (RSA) und Andrea Salvisberg (SUI) lösten sie sich bis zum zweiten Wechsel um rund 80 Sekunden von den Verfolgern um Mario Mola und Richard Murray und machten die Medaillen unter sich aus.

Beim Laufen versuchte dann auch lediglich Vincent Luis, mit den Brownlees mitzuhalten. Der Franzose musste diese halsbrecherische Unterfangen aber schon zum Ende der ersten von vier Runden aufgeben und die britischen Brüder, die sich immer wieder mit Wasser kühlten, ziehen lassen. Selbst der Südafrikaner Henri Schoeman konnte Luis wenig später überholen und auf Bronzekurs lange in Sichtweite zu den Brownlees laufen. Nach sechs Kilometern reichte es Alistair dann: Mit einem harten Antritt distanzierte er seinen jüngeren Bruder Jonathan, rannte seiner sicheren zweiten Goldmedaille entgegen und genoss die letzten Meter an der Copacabana spazierend. Jonathan wiederum konnte den zweiten Rang souverän verteidigen, nachdem er vor vier Jahren Bronze gewonnen hatte. Henri Schoeman, der in der WM-Serie zuvor noch nie auf dem Podest gestanden hatte, verteidigte den dritten Rang knapp vor seinem Landsmann Richard Murray, der mit einer starken läuferischen Leistung aus der Verfolgergruppe heraus noch bis auf Rang vier nach vorne gelaufen war.

"Wir haben an unserem Limit trainiert, deshalb war ich zuversichtlich", sagte Alistair Brownlee nach dem Rennen. "Ich habe mich gut und stark gefühlt", meinte Mario Mola, der am Ende Achter wurde. "Die Jungs da vorne waren heute einfach richtig gut. Sie hatten die Rennen ihrer Leben. Ich hoffe, in vier Jahren kann ich diese Medaille gewinnen."