Aller Anfang ist schwer ...

Ich sitze auf heißen Kohlen. Ich bin für meinen ersten Ironman angemeldet. Und Sitzen ist in diesem Zusammenhang nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Aber ich komme einfach nicht zum Trainieren.

Von > | 2. Februar 2017 | Aus: SZENE

Foto >Anita Horn

Ich bin einfach zu müde bin. Eben noch in St.Peter-Ording, war ich einen Tag in Köln und bin jetzt schon wieder auf dem Weg nach Oslo. Aber meine Laufsachen habe ich im Gepäck und schaffe hoffentlich wenigstens eine ausgiebige Runde.

Zum Jahresende war ich zudem ein bisschen erkältet. Meine Nebenhöhlen waren schmerzende Krater – und diesmal wollte ich es besser machen als letztes Jahr. Ich war ja schon mal für den Ironman Frankfurt angemeldet, aber letzten Winter war ich dauerkrank und habe es nicht geschafft, mal die Füße richtig still zu halten. Ein bisschen Yoga hier, ein bisschen Stabi da. Daraus wurden drei Monate latenter Unfitness und die Absage des Wettkampfs.

Damit dieses Mal alles gut läuft, passe ich noch besser auf mich auf. Rauchen tu ich eh nicht, ich schlafe viel und im Januar lebe ich für einen Selbstversuch sogar vegan. Damit bin ich heute sogar um 3 Uhr nachts gut aus dem Bett gekommen. Ob es wirklich daran liegt? Wer weiß. Und wenn ich jetzt nicht zum Flughafen müsste, dann würde ich einfach direkt um 6 Uhr schwimmen gehen. Nächste Woche. Immer mit der Ruhe. Aber dieses Jahr ist Ironman-Jahr. Ich bin aufgeregt!

Mein (Ab-)Weg zum Sport

Zur Schulzeit habe ich regelmäßig Aerobic gemacht. Und ich bin ab und zu laufen gegangen. Anfangs waren es zwei Kilometer, dann drei, abwechselnd zwei Minuten gehend und zwei Minuten laufend – bis ich die fünf Kilometer am Stück geschafft habe. Nebenbei habe ich beim Deutschen Turnerbund einen Trainerschein im Aerobic gemacht und Kurse gegeben. Irgendwann habe ich mich so fit gefühlt, dass ich an der Deutschen Sporthochschule Köln studieren wollte. An der Aufnahmeprüfung bin ich 2001 aber kläglich gescheitert (nicht schlimm – das kennt auch unser Herausgeber ;-) Anm. d. Red.). Genau genommen beim Schwimmen. So konnte ich mir das Turnen wenigstens gleich sparen (unser Herausgeber ist am Kugelstoßen gescheitert. Anm. d. Red.).

Ich bin beim Laufen nach Lust und Laune geblieben und habe mich irgendwann auf meinen ersten Halbmarathon vorbereitet. Der lief ganz gut, also wollte ich es 2011 wissen und habe die Königsdisziplin in Angriff genommen: meinen ersten Marathon. Die letzten 42 Tage vor dem Wettkampf habe ich darüber gebloggt und neulich folgenden Eintrag aus dieser Zeit gefunden: „Will man danach immer mehr und mehr und mehr? Laufen manche Verrückte deshalb gleich drei Marathons im Folgejahr oder wollen plötzlich richtige Triathlons, Megathlons und Ironmen absolvieren? Nee, nicht mit mir. Das wird mein erster und einziger Marathon. Garantiert.“ Ich habe den Marathon damals geschafft. Nach 4:40:23 Stunden war ich im Ziel. Zwei Jahre später bin ich wieder in Köln gestartet und habe mich um fast eine Stunde verbessert. Nach 3:45:59 Stunden hatte ich eine Medaille um den Hals hängen und war überglücklich. Zu verdanken hatte ich diese Zeit einem anderen Sportprojekt. Denn 2013 habe ich Bekanntschaft mit dem Triathlon gemacht ...