"Eine andere Welt der Schmerzen"

Überraschend hat Kristian Blummenfelt sein Mitteldistanz-Debüt beim Ironman 70.3 Bahrain mit eindrucksvoller Leistung gewonnen. Wir haben mit dem Norweger über sein Rennen gesprochen.

Von > | 25. November 2017 | Aus: SZENE

Erfolgreich gekämpft: Nach 3:40:24 Stunden gewinnt Kristian Blummenfelt den Ironman 70.3 Bahrain 2017.

Erfolgreich gekämpft: Nach 3:40:24 Stunden gewinnt Kristian Blummenfelt den Ironman 70.3 Bahrain 2017.

Foto >Simon Müller / spomedis

Kristian Blummenfelt, herzlichen Glückwunsch zum Sieg. Wie haben Sie das Rennen erlebt?
Es hat echt sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich unglaublich über den Sieg. Die Bedingungen heute waren nicht ganz so einfach, es war extrem windig auf der Radstrecke und relativ heiß. Mit beidem bin ich gut zurechtgekommen. Vielleicht einer der Gründe, warum ich letztendlich ganz vorne gelandet bin. Beim Schwimmen konnte ich das Tempo von Javier (Gomez) nicht halten, dafür war ich auf dem Rad wieder schnell an ihm dran. Das hat mir zusätzliches Selbstvertrauen gegeben.

Es war Ihre erste Mitteldistanz. Wie gefällt Ihnen das neue Format?
Es war ein tolles Erlebnis, nicht nur wegen der Platzierung. Die Unterschiede zur Kurzdistanz sind teilweise schon stark spürbar. Es ist eine ganz andere Welt der Schmerzen. Speziell, weil man sich auf dem Rad nicht verstecken kann und das Laufen wesentlich länger dauert. Aber das kommt mir sehr entgegen. Ich denke, dass ich auf dem Rad noch Potenzial habe, da ich noch nicht so lange auf dem Zeitfahrrad unterwegs bin. Für das erste Rennen lief aber alles nahezu perfekt.

Dann kann man also damit rechnen, dass Sie erneut auf der Mitteldistanz starten werden?
Jetzt atme ich erst einmal durch und schraube das Training zurück. Dann liegt der Fokus in 2018 natürlich wieder auf der Kurzdistanz. Ich glaube allerdings, dass sich diese Formate trotz der unterschiedlichen Anforderungsprofile nicht unbedingt ausschließlich. Ich hoffe, dass mindestens eine Mitteldistanz wieder in meinen Kalender passen wird.

Sie hatten heute die schnellste Laufzeit (1:13:34 Std.). Haben Sie mit einer so starken Laufleistung gerechnet?
Ich habe die Verpflegung anscheinend ganz gut hinbekommen und mich auf dem Rad nicht übermäßig müde gefahren. Das war mein Ziel, damit ich beim Laufen auch gut durchkomme. Auch die windigen und warmen Bedingungen waren für mich nicht so das Problem, eher im Gegenteil. Erfahrungsgemäß muss man auf der Mitteldistanz ja teilweise sogar noch schneller laufen für die Siege, wobei das auch immer von der Strecke und den Bedinugungen abhängt. Ich denke schon, dass ich mich beim Laufen vor niemandem verstecken muss.

Zu welchem Zeitpunkt haben Sie realisiert, dass es mit dem Sieg klappen könnte?
Ich war auf dem Rad schon sehr glücklich darüber, ein kleines Polster auf Javier zu haben. Deshalb habe ich mich von Anfang an nach vorne orientiert. Als ich nach mehreren Kilometern schon die Info bekommen habe, dass ich Terenzo (Bozzone) näher komme, wollte ich das Tempo einfach erstmal hochhalten. Nach der zweiten von vier Laufrunden war es dann nur noch eine knappe Minute Rückstand und ich habe gemerkt, dass es tatsächlich zum Sieg reichen kann.

Schneller Wechsel: Als Dritter geht der junge Norweger auf die Radstrecke und fährt eine Fabelzeit von 2:00:59 Stunden.

Schneller Wechsel: Als Dritter geht der junge Norweger auf die Radstrecke und fährt eine Fabelzeit von 2:00:59 Stunden.

Foto >Simon Müller / spomedis