Andreas Dreitz: "Hawaii ist auf jeden Fall fest eingeplant"

2017 war Andreas Dreitz als Tourist auf Hawaii – in diesem Jahr will der 29-Jährige ins Wettkampfgeschehen eingreifen. Wir haben mit ihm über seine Rennpläne und seine Kona-Eindrücke gesprochen.

Von > | 15. Februar 2018 | Aus: SZENE

Andreas Dreitz will 2018 sein Debüt beim Ironman Hawaii geben.

Andreas Dreitz will 2018 sein Debüt beim Ironman Hawaii geben.

Foto >Peter Jacob / spomedis

Andreas Dreitz im Interview

Andreas Dreitz, in der vergangenen Saison sind Sie zum ersten Mal auf der Langdistanz angetreten und konnten das Rennen souverän gewinnen. Auf der Mitteldistanz blieben die ganz großen Erfolge allerdings aus. Mit welchen Gefühlen blicken Sie auf 2017 zurück?
Als Profi-Sportler wird man natürlich immer an den Ergebnissen gemessen und da muss ich ganz ehrlich sagen, dass die Resultate, die ich von mir selbst erwarte, in der ersten Hälfte der Saison ausgeblieben sind. Ich habe mich auf der Mitteldistanz schwer getan und häufig unglücklich agiert, aber auch das gehört zum Sport dazu. Dafür konnte ich meine Marschroute auf der Langdistanz zu 100 Prozent umsetzen und das war eines der ganz großen Ziele für 2017. Dazu lief das Rennen bei der Ironman-70.3-WM zwei Wochen zuvor zufriedenstellend, obwohl sich der Rennverlauf nicht unbedingt zu meinen Gunsten entwickelt hat. Mit dem achten Platz kann ich aber sehr zufrieden sein. Mit diesem „goldenen September“ konnte ich die Saison nach einigen Anlaufschwierigkeiten zu Beginn der Saison zum Glück doch noch gut abschließen.

Wissen Sie, worauf diese Anlaufschwierigkeiten zurückzuführen sind? Hatten Sie mit Krankheiten oder Verletzungen zu kämpfen?
Das zum Glück gar nicht. Eher lag es an Fehlern bei der Materialabstimmung. Ich habe einige neue Sachen ausprobiert, die zwar im Training gut funktionierten, sich im Rennen dann aber doch nicht positiv ausgewirkt haben. Dieser ganze Prozess hat etwas länger gedauert, als ursprünglich angenommen. Irgendwann spielt natürlich auch der Kopf eine Rolle und Kleinigkeiten führen dazu, dass man nicht so leistungsfähig ist wie man sich das wünscht.

Dafür lief beim Ironman Italien alles nach Plan und Sie konnten ein makelloses Rennen abliefern. Gab es für Sie trotz des Sieges Überraschungen und Aspekte, die Sie im Vorfeld so nicht erwartet hätten?
Natürlich hatte ich im Vorfeld des Rennens eine Marschroute und Orientierung, welche Zeiten ich mir in den einzelnen Disziplinen zutraue. Mir ist bewusst geworden, dass es speziell im Vergleich zur Mitteldistanz ganz entscheidend ist, sich auf sein eigenes Rennen zu konzentrieren und weniger über die anderen Athleten nachzudenken. Die Mitteldistanz ist mittlerweile richtig taktisch geworden und du musst an die Grenze und ab und zu darüber hinaus gehen, um konkurrenzfähig zu sein. Auf der Langdistanz geht es hingegen um das Haushalten mit den eigenen Kräften und darum, konstant in seinem eigenen Leistungsbereich zu bleiben. Im Rennen gab es natürlich viel Neuland für mich und vor allem vor den letzten 15 Kilometern beim Laufen hatte ich sehr viel Respekt. Im Training bin ich zuvor bis 27 Kilometern gelaufen und habe mir für den letzten Teil einen ganz akribischen Ernährungsplan zurecht gelegt, den ich versucht habe, ganz genau einzuhalten. In den Tagen und sogar Wochen danach konnte ich immer noch nicht realisieren, was ich überhaupt gemacht habe und das Thema Ironman war ganz weit weg. Ich konnte es gar nicht glauben, wenn mich jemand darauf angesprochen hat, dass ich am Ende des Rennens einen Marathon gelaufen bin. Mein Respekt vor der Distanz ist immer noch riesig, auch weil ich weiß, dass so ein Rennen noch viel länger werden kann und nicht alles nach Plan läuft. Aber natürlich nehme ich das Rennen gerne so mit, wie es gelaufen ist, und habe für 2018 eine gute Sicherheit was die Saisonplanung angeht.