Andreas Raelert: "2017 war sportlich ein niederschmetterndes Jahr"

Andreas Raelert hat seine Verletzungsmisere überstanden und blickt zuversichtlich in die Saison 2018. Im Interview spricht der 41-Jährige über Rückschläge, Konkurrenz und sein Hawaii-Traum.

Von > | 5. Februar 2018 | Aus: SZENE

Andreas Raelert vom Team Erdinger Alkoholfrei blickt zuversichtlich in die Saison 2018.

Andreas Raelert vom Team Erdinger Alkoholfrei blickt zuversichtlich in die Saison 2018.

Foto >James Mitchell

Andreas Raelert im Interview

Andreas Raelert, die Saison 2017 haben Sie sich mit Sicherheit anders vorgestellt. Sie mussten die Saison verletzungsbedingt frühzeitig beenden und damit auch Hawaii-Ambitionen begraben. Wie bewerten Sie selbst rückblickend das Jahr?
Das stimmt: 2017 war sportlich gesehen ein niederschmetterndes Jahr. Ich habe eine Verletzung aus der vorherigen Saison mitgeschleppt, die dann wieder aufgebrochen ist. Das war ein Ermüdungsbruch im Oberschenkel, der mich damals fast dazu gezwungen hätte, meine Karriere zu beenden. Ich habe dann im Verlauf der Saison zu schnell wieder mit dem Training angefangen und mir dadurch Achillessehnenprobleme eingefangen. Dadurch musste ich leider relativ früh einsehen, dass es keinen Sinn macht, die Qualifikation für Hawaii anzugehen. Es war abzusehen, dass ich gesundheitlich nicht auf die richtige Spur gekommen wäre. Ich habe die Saison dann frühzeitig beendet, versucht alle Wehwehchen auszukurieren und starte jetzt voller Motivation und mit den gleichen Ambitionen wie in den vergangenen Jahren in eine neue Saison.

Sie haben den Ironman Hawaii damit aus einer anderen Perspektive kennengelernt. Nach vielen aktiven Teilnahmen waren Sie letztes Jahr Fernseh-Experte und haben das Rennen als Co-Kommentator begleitet.
Es war mir eine große Ehre, dass ich gefragt wurde, ob ich als Experte fungieren möchte und es hat mir großen Spaß gemacht. Dazu war es interessant zu sehen, mit wie viel Aufwand hinter den Kulissen gearbeitet wird, um eine solche Übertragung auf die Beine zu stellen. Das war schon sehr beeindruckend und auf seine Weise ein versöhnlicher Abschluss der Saison. Es war dann eine willkommene Alternative, das Rennen so aus einer anderen Perspektive zu begleiten und nicht auf Hawaii am Streckenrand stehen zu müssen und selber eingreifen zu können. So konnte ich trotz meiner Verletzung produktiv sein und von meinen Erfahrungen berichten.

Haben Sie die gesundheitlichen Probleme mittlerweile im Griff und konnten Sie das geregelte Training wieder aufnehmen?
Ich bin seit dem 1. Januar wieder im Training, also noch ganz frisch dabei. Ich muss mich natürlich noch etwas zurückhalten, aber bislang habe ich die Probleme aus der Vergangenheit im Griff und gehe motiviert in die nächsten Wochen. Das Trainingslager lief bislang auch gut, von daher würde ich sagen: „Auf ein Neues!“

Ein Trainingslager in der Sonne verleitet dazu, direkt ein hohes Pensum abzuspulen. Müssen Sie sich zur Zeit noch aktiv zurückhalten, um Ihren Körper nicht zu sehr zu strapazieren?
Natürlich muss ich aktuell sehr feinfühlig sein. Es ist ja auch so, dass Überbelastungen nicht von einen auf den anderen Tag kommen, sondern es eine Weile dauert, bis sich die Belastung in körperliche Problemen niederschlägt. Von daher lasse ich es zur Zeit noch ganz ruhig angehen, auch wenn man im Trainingslager natürlich immer hochmotiviert ist und die Gefahr besteht, dass man schnell überzockt. Ich muss aber sagen, dass das Team und die gesamte Atmosphäre sehr entspannt sind und ich den Aufenthalt trotz des gemäßigten Trainings genieße.

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