Bart Aernouts gewinnt Ironman Hamburg

Mit einem unglaublichen Marathon in 2:39 Stunden konnte der Belgier Bart Aernouts den Ironman Hamburg 2018 vor Joe Skipper und James Cunnama für sich entscheiden.

Von > | 29. Juli 2018 | Aus: SZENE

Deutschland scheint ein gutes Pflaster für Bart Aernouts zu sein: 2017 gewann er bereits die Challenge Roth und nun auch den Ironman Hamburg.

Deutschland scheint ein gutes Pflaster für Bart Aernouts zu sein: 2017 gewann er bereits die Challenge Roth und nun auch den Ironman Hamburg.

Foto >Nils Flieshardt / spomedis

Die unumgängliche Entscheidung, das Schwimmen in der Alster aufgrund der Blaualgen-Situation abzusagen, mischte die Karten für die Profis komplett neu. Die 3,8 Schwimmkilometer wurden durch einen sechs Kilometer langen Lauf am Anfang ersetzt und der Ironman Hamburg in diesem Jahr dementsprechend als Duathlon ausgetragen. Um 7 Uhr fiel der Startschuss für das Männerrennen. Beim ersten Lauf konnte sich niemand absetzen und alle Favoriten nahmen die Radstrecke gemeinsam in Angriff. An dieser Konstellation sollte sich zunächst auch nichts ändern. Nur Horst Reichel und Patrick Dirksmeier konnten dem Tempo nicht folgen und fuhren mit einigen Minuten Abstand hinter den Führenden her. 

Die meiste Zeit führte Markus Liebelt die große Spitzengruppe mit insgesamt 14 Athleten an, aber auch Bart Aernouts (BEL) und Michael Raelert waren für längere Passagen an der Spitze zu finden. Auf dem komplett flachen Radkurs absolvierte die Gruppe zunächst die erste von zwei Radrunden zusammen in einer extrem schnellen Zeit von 1:58 Stunden. Bis auf einige Führungswechsel änderte sich an der Situation auch auf der zweiten Radrunde nichts. Niemand war risikofreudig genug, um es mit einer ernsthaften Attacke zu probieren. Nach 130 Kilometer kam schließlich etwas Dynamik ins Rennen: Einige Athleten hatte Probleme, dem hohen Tempo zu folgen und die Gruppe entzerrte sich etwas. Vorjahressieger James Cunnama übernahm zu diesem Zeitpunkt die Führung und verschärfte wenig später das Tempo noch einmal. Dieser Attacke konnte nur Bart Aernouts folgen und das Duo kam gemeinsam in die zweite Wechselzone. Beide absolvierten den Radkurs in einer sagenhaften Zeit von 4:00 Stunden. Also war klar, dass die Rennentscheidung auf der Laufstrecke fallen würde. Dahinter folgte Tim Don mit 54 Sekunden Rückstand vor Joe Skipper, der 1:16 Minuten hinter den Führenden lag. Markus Liebelt, Paul Schuster und Franz Löschke gingen an den Positionen fünf bis sieben auf die Laufstrecke, Michael Raelert verlor auf den letzten 50 Radkilometern viel Zeit und wechselte als Neunter mit 12:10 Rückstand in die Laufschuhe. 

Aernouts läuft zum Sieg 

Auf der Laufstrecke setzte sich Aernouts, der als sehr starker Läufer bekannt ist und bereits Duathlon-Weltmeister war, nach wenigen Kilometern in Führung. Dahinter schlug besonders Joe Skipper ein hohes Tempo an und stellte Tim Don bereits nach etwa sechs Kilometern. Bei Kilometer 18 überholte Skipper schließlich auch James Cunnama und lag damit auf Platz zwei, nur knapp zwei Minuten hinter Bart Aernouts. Die Führung ließ sich der Belgier in der Hitze Hamburgs nicht mehr nehmen und lief ungefährdet dem Sieg entgegen, nachdem Joe Skipper nach zwischenzeitlicher Schwächephase wieder etwas Zeit einbüßen musste. Den Marathon absolvierte Aernouts in einer schnellen Zeit von 2:39:51 Stunden und kam schließlich mit einer Gesamtzeit von 7:05:26 Stunden als Sieger des Ironman Hamburg 2018 ins Ziel. Joe Skipper, der erst von zwei Wochen den Ironman UK gewann, folgte auf Platz zwei mit 7:09 Minuten Rückstand. Rang drei ging an Vorjahressieger James Cunnama, der nach 7:13:54 Stunden die Ziellinie überquerte. 

Löschke wird Deutscher Meister vor Dirksmeier

Auf Gesamtplatz fünf landete – bei seinem Langdistanz-Debüt – der ehemalige Kurzdistanzler Franz Löschke (7:26:56 Stunden). Damit sicherte er sich gleichzeitig den Titel des Deutschen Meisters auf der Langdistanz in diesem Jahr. Platz sieben insgesamt und der Titel des Deutschen Vizemeisters ging – ebenfalls bei seiner ersten Langdistanz – an Patrick Dirksmeier (7:30:40 Stunden). Das Podium in der Meisterschaftswertung komplettierte Paul Schuster (Gesamtplatz acht, 7:40:59 Stunden). Tim Don erwischte auf der Laufstrecke keinen guten Tag und belegte letztendlich Rang neun. Michael Raelert fing bereits nach wenigen Kilometern beim Marathon an zu humpeln, eventuell bedingt durch seine Wadenverletzung von vor wenigen Wochen. Aufgeben war für ihn vor heimischer Kulisse trotzdem keine Option. Er biss sich durch, brachte den Marathon noch in 3:57:14 Stunden hinter sich und kam schließlich als 15. Profi nach 8:35:19 Stunden ins Ziel.

Name

Nation

Gesamt

6 KM Run

180 KM Bike

42,2 KM Run

1

Bart Aernouts

BEL

7:05:26

19:46

4:00:50

2:39:51

2

Joe Skipper

GBR

7:12:35

19:48

4:01:39

2:45:38

3

James Cunnama

RSA

7:13:54

19:50

4:00:44

2:48:44

4

Will Clarke

GBR

7:20:17

19:47

4:08:58

2:45:39

5

Franz Löschke

GER

7:26:56

19:53

4:07:13

2:54:32

7

Patrick Dirksmeier

GER

7:30:40

19:49

4:13:00

2:51:46

8

Paul Schuster

GER

7:34:05

19:53

4:07:13

3:02:08

Swipe me