"Die Beine werden sich schon an das erinnern, was sie vor ein paar Wochen trainiert haben"

Ein Magen-Darm-Infekt setzte Julia Gajer beim Ironman 70.3 Kraichgau außer Gefecht und zwang sie zur Aufgabe. Zwei Wochen später versucht sie sich trotzdem bei der Challenge Heilbronn - und ist gespannt auf das ungewohnte Format.

Von > | 18. Juni 2016 | Aus: SZENE

Julia Gajer | Julia Gajer

Julia Gajer

Foto >Fabian Fiedler / spomedis

Julia Gajer, vor zwei Wochen sind Sie beim Ironman 70.3 Kraichgau wegen eines Infekts ausgestiegen. Morgen wollen Sie in Heilbronn starten. Sind Sie wieder vollkommen gesund?

Ja, es geht mir wieder gut. Allerdings hat mich dieser Magen-Darm-Infekt im Kraichgau schon ordentlich aus der Bahn geworfen. Es hatte dort schon am Tag vor dem Rennen angefangen, weshalb ich dann gezwungenermaßen auf Nahrungsaufnahme verzichtet habe. Unabhängig davon, dass eine Mitteldistanz drei Wochen nach meinem Sieg beim Ironman Texas ohnehin ein Experiment war, ist das vor so einem Rennen nicht die beste Idee. Im Wettkampf selbst hatte ich dann Probleme, Werte zu erreichen, die ich im Training sonst locker trete. Weiterzumachen hatte daher keinen Sinn, auch wenn ich sehr gerne getan hätte, weil ich das Rennen im Kraichgau mag.

Wie lange haben Sie die Probleme noch beschäftigt?

Das hat mich nach dem Wettkampf im Kraichgau noch fast eine Woche gekostet. Am vergangenen Wochenende konnte ich mich erstmals wieder einigermaßen sportlich bewegen. Trotzdem habe ich es auch dann nicht übertrieben. Ordentlich ausgeruht werde ich morgen also auf jeden Fall sein.

Wie passt es Ihnen da in die Karten, dass das Schwimmen gestrichen wurde und stattdessen zum Auftakt fünf Kilometer gelaufen werden?

Ich bin schon einmal beim Duathlon in Zofingen gestartet - 10 Kilometer Laufen, 150 auf dem Rad und noch einmal 30 Laufen. Da ist mir noch sehr präsent, wie schnell das auf den ersten 10 Kilometern zuging. Aber das ist auch gefährlich, denn man darf sich nicht verleiten lassen, es morgen zu Beginn zu übertreiben. Dieses richtig schnelle Laufen bin ich nicht gewohnt und ist auf Hawaii, was für mich im Mittelpunkt steht, ja auch nicht entscheidend. Grundsätzlich denke ich aber, dass Langdistanzathleten wie ich im Umgang mit der höheren Laufbelastung gegenüber den Leuten, die eher von den kürzeren Distanzen kommen, im Vorteil sein werden.

Und das, obwohl Sie krankheitsbedingt zuletzt wenig trainieren konnten?

Das ist natürlich nicht optimal, aber ich war beim Ironman Texas vor ein paar Wochen in sehr guter Forn. Und das ist ja nicht einfach weg. Ich bin sehr zuversichtlich, dass sich die Beine im Rennen morgen wieder daran erinnern werden, was wir vor Texas so alles gemacht haben - und dann funktioniert das auch. Auch wenn sich Tages-Laufkilometer 15 dann vielleicht anfühlen wird wie Laufkilometer 35 im Ironman ...

Auf jeden Fall. Laura und ich sind schon relativ ausgeglichene Athletinnen - unsere größte Stärke ist vielleicht, dass wir keine echte Schwäche haben. So war ich im Schwimmen zuletzt in sehr guter Verfassung. Julia Viellehner ist im Laufen aber richtig stark unterwegs und kann zehn Kilometer in unter 34 Minuten laufen. Davon bin ich dann doch ein gutes Stück weit weg. Allerdings ist die Radstrecke mit ihrem Wechsel aus Anstiegen und Drückerpassen hier nicht leicht. Da bin ich gespannt, wer sich am Ende durchsetzen wird.

Wie geht es nach dem Rennen für Sie weiter?

Ich werde noch eine Woche Urlaub machen, dann beginnt die Vorbereitung auf den Ironman Hawaii. Dort will ich auf das Treppchen. Da ich in Texas meine Qualifikation bereits gesichert habe, verzichte ich auch auf einen Start in Frankfurt und konzentriere mich ganz auf das Training. Als Zwischenstationen werde ich außerdem noch den Ironman 70.3 Wiesbaden und das Rennen am Walchsee mitnehmen, wo ich seit Anfang dieses Jahres lebe und trainiere.