Birtwhistle sprintet in Hamburg zum Sieg, Nieschlag wird Siebter

Ein Massensturz bringt das WTS-Rennen in Hamburg komplett durcheinander. Am Ende gewinnt Jacob Birtwhistle im spektakulären Endsprint, während vier Deutsche in den Top 20 landen.

Von > | 7. Juli 2019 | Aus: SZENE

Nach einem spektakulären Endsprint gewinnt Jacob Birtwhistle sein zweites WTS-Rennen in diesem Jahr.

Nach einem spektakulären Endsprint gewinnt Jacob Birtwhistle sein zweites WTS-Rennen in diesem Jahr.

Foto >Helena Wetjen / Spomedis

Das sechste WTS-Rennen des Jahres über die Sprintdistanz in Hamburg sollte sich zum einem kleinen Drama entwickeln und einen kuriosen Verlauf nehmen. Aber der Reihe nach: Das 750 Meter lange Schwimmen verlief ohne große Überraschungen. Nach 8:49 Minuten war es – wie so oft – Richard Varga (SVK), der als Erste aus dem Wasser kam, direkt gefolgt von Jonas Schomburg, der vor heimischem Publikum als erster deutscher Athlet in die Wechselzone lief und nach einem rasanten Wechsel sogar als Erster die Radstrecke in Angriff nahm. Auch die weiteren vier deutschen Starter Justus Nieschlag, Lasse Lührs, Valentin Wernz und Maximilian Schwetz erwischten einen guten Tag beim Schwimmen und fanden sich auf der Radstrecke zunächst alle in aussichtsreichen Positionen wieder, nachdem die Verfolgergruppe bereits nach wenigen Kilometern auf die Führenden aufschließen konnte und damit eine große Gruppe mit allen Favoriten und deutschen Athleten an der Spitze fuhr.

Massensturz stellt das Rennen auf den Kopf

Dann folgten auf dem kurvigen Kurs in der Hamburger Innenstadt mehrere Szenen, die das Rennen entscheidend prägen sollten. Obwohl es während des Rennens nicht regnete, waren die Straßen von den Regenschauern der vorherigen Stunden noch nass und dementsprechend rutschig. Zwei kleinere Stürze sorgten dafür, dass einige Athleten entweder zu Fall kamen oder aus den Pedalen ausklicken musste, um einen Sturz zu verhindern. Dabei verloren sie einige Sekunden und mussten die Führungsgruppe ziehen lassen, konnten nach einigen Kilometer aber wieder heranfahren. In der vierten Runde kam es zu dem Moment, der das Rennen endgültig auf den Kopf stellte: Andreas Schilling (DNK), der zu diesem Zeitpunkt das gesamte Feld anführte, kam zu Fall und verursachte damit einen Massensturz. Daraufhin mussten mehrere Favoriten das Rennen sofort beenden: Kristian Blummenfelt (NOR), Jonathan Brownlee (GBR) und Bence Bicsák (HUN). Andere Favoriten – unter anderem Richard Murray (RSA), Alex Yee (GBR), Fernando Alarza (ESP) und Henri Schoeman (RSA) – konnten zwar weiterfahren, verloren allerdings so viel Zeit, dass sie rund anderthalb Minuten verloren und somit ab diesem Zeitpunkt keine Rolle mehr um den Sieg spielen konnten. 

Birtwhistle entscheidet spektakulären Endsprint für sich

Die trotz des Sturzes noch große Spitzengruppe rollte zusammen in die zweite Wechselzone und wieder war es Jonas Schomburg, der nach dem schnellsten Wechsel als Erster auf die Laufstrecke ging und direkt mit hohem Tempo einige Meter Vorsprung herauslief. Seine Führung war allerdings nicht von langer Dauer: Nach etwa einem halben Kilometer musste er die Führung abgeben und die schnellen Läufer um Mario Mola, Jacob Birtwhistle, Vincent Luis, Javier Gomez, Jelle Geens, Hayden Wilde und Justus Nieschlag zogen vorbei und formierten sich zu einem Führungsgruppe. Diese wurde auf der zweiten und letzten Laufrunde der abschließenden fünf Kilometer immer kleiner: Gomez und Nieschlag konnten dem hohen Tempo nicht mehr folgen. Unter den anderen fünf Athleten kam es zu einem atemberaubenden Sprintfinish, bei dem alle bis knapp 400 Meter vor dem Ziel noch Seite an Seite liefen. Schlussendlich bewies Jacob Birtwhistle auf der Zielgeraden die besten Sprintqualitäten und setzte sich mit einer Gesamtzeit von 55:09 Minuten knapp vor Vincent Luis (55:10 Minuten) durch. Auf Rang drei bestätigte Jelle Geens seine herausragende Form, nachdem am vergangenen Wochenende völlig überraschend das WTS-Rennen in Montreal gewann. Bester Deutscher wurde Justus Nieschlag, der sichtlich erfreut auf Rang sieben vor Javier Gomez ins Ziel kam. Insgesamt landeten vier deutschen Athleten in den Top 20 – ein äußerst starkes Ergebnis beim einzigen WTS-Rennen auf deutschem Boden. Lasse Lührs, Valentin Wernz und Jonas Schomburg belegten die Plätze 14, 19 und 20. Maximilian Schwetz landete auf Rang 36. 

Glücklicher Zieleinlauf auf dem Hamburger Rathausmarkt: Justus Nieschlag freut sich vor heimischem Publikum über seinen siebten Platz.

Glücklicher Zieleinlauf auf dem Hamburger Rathausmarkt: Justus Nieschlag freut sich vor heimischem Publikum über seinen siebten Platz.

Foto >Helena Wetjen / Spomedis

Name

Land

Gesamt

750 m swim

21 km bike

5 km run

1

Jacob Birtwhistle

AUS

55:09

9:13

30:45

14:13

2

Vincent Luis

FRA

55:10

8:59

31:04

14:15

3

Jelle Geens

BEL

55:13

9:08

30:53

14:16

4

Mario Mola

ESP

55:15

9:06

30:50

14:15

5

Léo Bergere

FRA

55:17

9:03

30:57

14:21

6

Hayden Wilde

NZL

55:20

9:14

30:47

14:25

7

Justus Nieschlag

GER

55:25

9:03

30:56

14:31

8

Javier Gomez

ESP

55:34

9:08

30:53

14:37

9

Marten Van Riel

BEL

55:41

8:53

31:08

14:44

10

Ryan Sissons

NZL

55:45

9:13

30:47

14:48

14

Lasse Lührs

GER

55:47

9:07

30:51

14:51

19

Valentin Wernz

GER

55:58

9:10

30:49

15:03

20

Jonas Schomburg

GER

56:01

8:50

31:12

15:09

36

Maximilian Schwetz

GER

56:45

9:17

30:53

15:40

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