Ein bisschen Schwund ist immer

Ferse, Schienbein, Scheuerstellen – die Einschläge kommen für Anita Horn näher. Noch wehrt sich unsere Bloggerin tapfer gegen den körperlichen Zerfall – bis zum Ironman-Finish ist es nicht mehr weit.

Von > | 30. Mai 2018 | Aus: SZENE

Der Neo passt, die Form auch: Der erste Härtetest wartet mit dem Ironman 70.3 Kraichgau auf unsere Bloggerin Anita Horn.

Der Neo passt, die Form auch: Der erste Härtetest wartet mit dem Ironman 70.3 Kraichgau auf unsere Bloggerin Anita Horn.

Foto >Manfred Puppe | Anita Horn

Nicht, dass ich es hinauf beschwören wollte, aber eigentlich habe ich mich schon länger gefragt, wann mein Körper eigentlich anfängt zu mucken, bei dem Pensum gerade. Ich dachte, ich bräuchte von Anfang an eine physiotherapeutische Dauerbetreuung, aber bisher bin ich super durchgekommen. Ohne Schmerzen. Ohne Probleme. Nur hier und da mal Muskelkater oder schwere Beine. Aber jetzt kommt es geballt.

In der letzten Zeit habe ich sowohl die Länge als auch die Intensität meiner Läufe ordentlich gesteigert. Perfekt, um meine angedachten Laufschuhe für Frankfurt zu testen. Dummerweise sind meine Favoriten wohl doch eine halbe Nummer zu klein und ich habe es tatsächlich geschafft, mir einen Zeh wundzulaufen. Der Nagel geht auf jeden Fall in den nächsten Tagen flöten. Das kenne ich schon von meinen zwei Marathons. Auch wenn die schon Jahre her sind – damals war es genauso. Aber was soll es? Ein bisschen Schwund ist immer.

Dazu kommt eine nicht allzu kleine Scheuerstelle im Nacken. Ich bin bisher drei Mal in meinem neuen Aspire geschwommen und ich liebe diesen Neo. Nach diversen Testschwimmen und zig Neos, die ich schon anprobiert habe, sitzt der wirklich wie angegossen und ich hoffe sehr, dass es weder jetzt am Wochenende in Kraichgau noch in Frankfurt ein Neoverbot geben wird. Ich kann die Strecken zwar auch ohne diese fabelhafte Auftriebshilfe bewerkstelligen, aber mit ist geschmeidiger. Dumm nur, dass ich noch nicht so routiniert bin, wieder im Freiwasser zu schwimmen. Heißt mein Schmierzeugs für den Nacken ist immer schön zuhause in der Schublade geblieben und meine Haut und der Neo sind eine sehr enge Verbindung eingegangen. Ziemlich schmerzhaft, aber was soll es? Immerhin bin ich an dem Tag meine persönliche Schwimmbestzeit geschwommen. Ich hatte vorher ein Schwimmtechnik-Video geguckt, und, ohne Quatsch, ich hatte das erste Mal das Gefühl, dass ich wirklich richtig schwimme. Ich konnte mich endlich richtig lang strecken, den hohen Ellbogen beibehalten und Druck nach hinten aufbauen, das fühlte sich so cool an. Und als ich aus dem Wasser kam, konnte ich meinen Augen kaum trauen: 56 Minuten auf 3.000 Meter im See. Ich bin immer noch ganz se(e)lig.

Hecheln fürs Finish: Über Kraichgau will Anita Horn nach Frankfurt zum Ironman.

Hecheln fürs Finish: Über Kraichgau will Anita Horn nach Frankfurt zum Ironman.

Foto >Manfred Puppe | Anita Horn

Test-Rennen 70.3 Kraichgau

Kommenden Sonntag ist mein erster Triathlon für diese Saison und gleichzeitig mein Test-Rennen für Frankfurt. Ich nehme beim Ironman 70.3 in Kraichgau teil. Da war ich vor ein paar Jahren schon einmal auf der Mitteldistanz – in einer Damenstaffel. Wir waren nach 5:19:11 Stunden im Ziel und haben damit sogar den zweiten Platz belegt. Ich bin gespannt, was dieses Mal drin ist. Allerdings bin ich gerade etwas beunruhigt. Seit meinen Intervallen (12x200 Metern) vor zwei Tagen in einer angepeilten 4er-Pace – die ich nur ein einziges Mal geschafft habe – tun mir die linke Ferse und das Schienbein weh. Fühlt sich an wie eine Überbelastung, auch wenn ich die noch nie hatte. Das heißt für mich wohl Laufpause bis zum Wettkampf. Wenn das mal kein Tip-Top-Tapering wird … Für das Rennen und alles, was ich in der nächsten Zeit laufe, nehme ich dann besser wieder meine eingelaufenen Dynaflytes und hoffe, dass der Zerfall damit ein Ende hat. Schließlich geht es jetzt erst richtig los ...