Cesenatico fantastico

Schwimmen. Radfahren. Laufen. Essen. Schlafen. Und von vorn. Herrlich! Unsere Bloggerin Anita Horn berichtet aus dem Trainingscamp in Italien.

Von > | 30. März 2018 | Aus: SZENE

Triathlontraining vom Feinsten: Laufen am Strand an der Ostküste Italiens.

Triathlontraining vom Feinsten: Laufen am Strand an der Ostküste Italiens.

Foto >Privat

Ich merke förmlich, wie meine Form zurückkehrt. Am Wochenende habe ich ein paar Radintervalle auf der Rolle, einen längeren Lauf und eine 45er-Runde mit dem Mountainbike abgerissen. Montag war ich dann in der Mittagspause noch schnell 2,8 Kilometer schwimmen – mit 10 x 100 Meter auf Zeit. Dabei bin ich ins Wellenbad geraten und habe mich gefühlt wie im offenen Meer mit Seegang. Dadurch war ich auf ein paar Bahnen zwar etwas langsamer und habe deutlich mehr Wasser getrunken als sonst, aber ich hatte Spaß für zehn. Und das Beste: ich bin total zufrieden aus dem Wasser gekommen.

Fördern statt überfordern

Mein Coach Micha Rundio überfordert mich nämlich nicht, sondern fördert mich. 100 Meter auf 1:56 Minuten und ab auf 2:15 Minuten befinden sich definitiv noch in meiner Komfortzone, aber so habe ich auf jeden Fall das Gefühl, meine Einheiten erfolgreich absolvieren zu können und nicht mit raushängender Lunge halb abzusaufen. Schwimmen ist eine Gratwanderung. Bei nur wenigen Sekunden schnelleren Intervallen bin ich schon am Rande meiner Toleranzgrenze, von dem was ich kann und will. Ich bin nicht schnell im Schwimmen, aber ausdauernd. Und darum geht es ja beim Ironman, oder?

Intervalle bei Sonnenaufgang

Ich merke auf jeden Fall, dass ich wieder gern schwimmen gehe. Und dass sich meine Leistung gerade sprungartig verbessert. Während meine Läufe letzte Woche noch recht schleppend waren, habe ich mich gestern beim Morning Run am Tag I im Trainingslager super gefühlt. Zehn Kilometer inklusive mehrerer Intervalle standen auf dem Plan, in einer Pace von 4:30 min/km für 30 Sekunden. Mit Blick auf Sonnenaufgang und Hafeneinfahrt ist mir das Herz aufgegangen, ich hatte glaube ich sogar sowas wie ein Runner`s High. Ich war richtig beflügelt und haben die Intervalle regelrecht genossen. Kein anderer Mensch weit und breit, nur ein paar Möwen. Und ich. 

Frühlingsform, freuen, fertig

Nach dem Frühstück – vegan, mit Soja-Müsli, frischem Obst und Ingwertee – habe ich mich dann mit Caro und Franzi aufs Rad geschwungen. Streckenerkundung rund um Cesenatico in der Nähe von Bologna. Wir sind ein paar Tage allein hier, bevor am Wochenende die anderen Teilnehmer kommen und wir uns endlich in echte Frühlingsform bringen. Ich habe noch drei Monate Zeit für meine Vorbereitung. Wenn die so gut laufen, wie die letzten zwei Wochen, dann bin ich guter Dinge, dass mein erster Ironman fantastisch wird. Schwimmen, Radfahren, Laufen. Freuen, fertig. Fantastico!