Daniela Ryf: "Ich habe im falschen Sandkasten gespielt"

Die Mädels von Racing Aloha haben mit Daniela Ryf über das Verhältnis zu ihrem Trainer, der Jagd nach der Weltbestzeit und Indoor-Training gesprochen.

Von > | 27. September 2017 | Aus: SZENE

Daniela Ryf unmittelbar nach ihrem Sieg beim Allgäu-Triathlon 2017.

Daniela Ryf unmittelbar nach ihrem Sieg beim Allgäu-Triathlon 2017.

Foto >Liz Ke Fotografie

"Ein Ruhetag ist schon recht selten"

Muss dich dein Trainer im Training öfter bremsen, und wenn ja, wie gehst du damit um?
Es ist eine Balance: Es gibt Tage, da muss er mich klar bremsen und dann gibt es wiederum Tage, an denen er mich klar pushen muss. Das ist, glaube ich, auch das Wichtigste, dass man im Triathlon diesen Mix findet, denn es ist relativ einfach, viel zu viel zu machen. Deshalb ist sicher auch die Qualität eine wichtige Schraube, an der man drehen muss. Ich trainiere seit drei bis vier Jahren unter meinem Coach und die letzten Jahre konnte ich mich durch ihn und mit ihm sehr gut entwickeln. Deshalb vertraue ich ihm und wenn er mir dann mal einen Ruhetag gibt, kann ich das mittlerweile auch genießen. Es ist auch mal wichtig, nichts zu machen.

Ich finde die kleinen Dinge sind motivierender, als sich zu sehr aufs Rennen zu fokussieren.

Wie sieht bei dir ein Ruhetag aus und wie selten sind diese?
Die sind schon recht selten. Ich hatte jetzt gerade vor zehnTagen einen und jetzt sind wir ja schon im August und der letzte davor war im Mai. Ein Tag, an dem ich wirklich gar nichts mache, kommt nicht oft vor. Am letzten Ruhetag war ich in St. Moritz und da hab ich am morgen ausgeschlafen und ein paar E-Mails beantwortet. Am Nachmittag sind wir dann nach Chiavenna und haben dort gechillt und zu Mittag gegessen. Dann waren wir natürlich Eis essen und haben ein bisschen geshoppt, um dann wieder Eis zu essen. Also wirklich sehr ruhig. Wenn ich mal nichts machen muss, bin ich darüber dann auch sehr froh.

Wie motivierst du dich in einem Rennen, wenn du schon sehr weit in Führung liegst?
Es gibt immer tausend Sachen, auf die du dich fokussieren kannst. Hier beim Allgäu-Triathlon wusste ich, dass Jan irgendwann aufholen wird und mein Ziel war es, noch vor ihm vom Rad zusteigen. Als ich dann gemerkt habe, dass er beim Laufen noch ein ganzes Stück weg war, wollte ich nur, dass er mich nicht mehr einholt. Generell kann man sich immer an den Leuten orientieren, die gerade vor einem sind oder aber auch von Trinkstation zu Trinkstation. Ich finde die kleinen Dinge sind motivierender, als wenn du dich zu sehr auf das Rennen fokussierst. Man fühlt sich so auch freier und das hilft mir recht gut, nicht rum zu träumen.

Wir sind gespannt was die Saison für Daniela noch bereit hält und wünschen ihr nur das Beste! Also haltet die Augen offen, vielleicht könnt ihr dann den Vogel abheben sehen.