Stein und Clavel jagen Kienle im Kraichgau

Die Triathlon-Saison kommt in Deutschland an - und am Sonntag kommt es im „Land der tausend Hügel“ zum ersten Showdown der deutschen Top-Profis: Gelingt es Boris Stein und Maurice Clavel, den Titelverteidiger Sebastian Kienle bei dessen Heimrennen zu ärgern?

Von > | 2. Juni 2016 | Aus: SZENE

DTU DM Kraichgau 2015 | Sebastian Kienle holt sich 2015 im Kraichgau den nationalen Titel über die Triathlon-Mittel-Distanz

Sebastian Kienle holt sich 2015 im Kraichgau den nationalen Titel über die Triathlon-Mittel-Distanz

Foto >DTU/Ingo Kutsche

Die Profis haben ihre ersten Saisonrennen absolviert, und bei vielen zeichnet sich frühzeitig eine Formkurve ab. Nun folgt das erste große Aufeinandertreffen von Deutschlands Spitzenathleten beim Ironman 70.3 im Kraichgau. Angeführt wird das Feld von Titelverteidiger Sebastian Kienle. Der 31-Jährige gewann das Rennen „vor seiner Haustür“ im vergangenen Jahr deutlich mit über sechs Minuten Vorsprung vor Andreas Böcherer. Dieser zeigte in dieser Saison zwar bereits starke Leistungen und gewann die Challenge Fuerteventura, die olympische Distanz beim Triathlon in Büschhütten und den Ironman 70.3 St. Pölten und wird auch am Wochenende aktiv sein. Im Kraichgau verzichtet er aber auf einen Start über die Mitteldistanz und probiert sich stattdessen auf neuem Terrain: Am Samstagabend geht der 33-Jährige beim Rennen der ersten Triathlon-Bundesliga an den Start und versucht bei den besten Kurzdistanzlern des Landes mitzumischen. Das nächste große Kräftemessen mit Kienle steht erst bei der Ironman-Europameisterschaft in Frankfurt am 3. Juli bevor.

Nationale Konkurrenz

Mit von der Partie über die Mitteldistanz ist dagegen Ironman-70.3-Europameister Boris Stein. Nach seinem Start beim Ironman Südafrika will der 31-Jährige nun über die halbe Distanz an seine Leistung im vergangenen Jahr anknüpfen. Auch Maurice Clavel scheint in bestechender Form zu sein: Beim Ironman 70.3 Barcelona präsentierte er sich vielversprechend und wurde nach langer Führung erst kurz vor dem Ziel knapp auf den zweiten Rang verdrängt. Im Kraichgau will der Freiburger da weitermachen, wo er aufgehört hat - und diesmal die Nase vielleicht bis ins Ziel vorne behalten. Ambitionen auf das Podium dürfte auch Per Bittner haben, der allerdings auch für den parallel ausgetragenen Ironman 70.3 Switzerland gemeldet hat. Nach seinem Ausstieg beim Ironman 70.3 St. Pölten will der Leipziger nun wieder in die Erfolgsspur finden. Bei mehreren Wettkämpfen bewies Bittner in dieser Saison schon konstante Leistungen.

Auf Wiedergutmachung ist Horst Reichel aus: Der 34-Jährige kam beim Ironman 70.3 Barcelona nicht ins Ziel und will sich nun wieder in alter Frische präsentieren. Neben den ganz großen Namen schielen auch die nationalen Athleten Markus Fachbach, Christian Hörper, Johann Ackermann und David Breuer auf vordere Platzierungen. Internationale Konkurrenz bekommt die deutsche Spitze hauptsächlich durch den Österreicher Thomas Steger, Bas Diederen aus den Niederlanden und dem Franzosen Etienne Diemunsch, der beim Cannes International Triathlon unter anderem Andreas Raelert ausstach.

Spannendes Frauen-Rennen erwartet

Titelverteidigerin Camilla Pedersen verzichtet auf einen erneuten Start. Das tut der Qualität im Elitefeld der Frauen allerdings keinen Abbruch. Mit Julia Gajer hat die Zweitplatzierte des Vorjahres gute Chancen auf den Gesamtsieg. Streitig machen wollen ihr den vordersten Platz Yvonne Van Vlerken (NED) und Anja Beranek. Alle drei gewannen in diesem Jahr schon große Rennen und scheinen topfit zu sein. Auch Natascha Schmitt ist mit von der Partie. Die 30-Jährige gewann im Herbst den Ironman 70.3 auf Rügen und konnte in dieser Saison, trotz Verletzungsproblemen im Winter, bereits den vierten Platz bei Ironman 70.3 Mallorca und den Sieg beim Ludwigsburg Triathlon vergangene Woche verbuchen. Es zeichnet sich also ein spannender Vierkampf um den Sieg ab, den Ricarda Lisk und Astrid Stienen allerdings aufmischen könnten.