Deutsche Hoffnungen ruhen auf Lindemann

Mit einem leicht dezimierten Team geht die DTU in das Heimspiel an der Alster. Die größten Hoffnungen aus deutscher Sicht ruhen auf Laura Lindemann, wenn am Wochenende die Triathlon-Welt auf WTS-Rennen in Hamburg schaut.

Von > | 12. Juli 2018 | Aus: SZENE

Am Jungfernstieg fällt der Startschuss sowohl für die Elite-Athleten als auch für die Agegrouper.

Am Jungfernstieg fällt der Startschuss sowohl für die Elite-Athleten als auch für die Agegrouper.

Foto >Kevin Mackinnon

Wenn am Wochenende die Weltelite des Kurzdistanz-Triathlons in Hamburg gastiert, wird es in gewohnter Manier heiß hergehen. Die DTU schickt bei den Einzelwettkämpfen insgesamt fünf Athleten ins Rennen. Justus Nieschlag, Deutscher Meister über die Sprintdistanz 2016 und 2017, musste seinen Start bereits Anfang Juli aufgrund anhaltender Probleme mit der Achillessehne absagen. So verbleibt das Duo um Jonas Schomburg und Lasse Lührs bei den Männern. Ins Frauenrennen werden Laura Lindemann, Sophia Saller und Bianca Bogen geschickt. "Das WTS-Rennen in Hamburg ist immer etwas besonderes. Die Stimmung an der Strecke ist wirklich einmalig und das pusht natürlich noch einmal zusätzlich. Natürlich versuche ich das Rennen offensiv anzugehen und von Anfang an vorn mitzumischen", freut sich Jonas Schomburg im Vorfeld. 

Kleiner Favoritenkreis bei den Männern

Zum Favoritenkreis, der in Hamburg an den Start geht, gehören neben Vorjahressieger Mario Mola (ESP) sicher auch Richard Murray (RSA), Vincent Luis (FRA), Jacob Birtwhistle (AUS), Pierre Le Corre (FRA) und Fernando Alarza (ESP). Dazu kommen in dem stark besetzten Feld der junge Norweger Kristian Blummenfelt, der bisher in der WTS 2018 etwas vom Pech verfolgt wurde. Auch den jüngeren der beiden Brownlee Brüder (GBR), Jonathan, werden die Zuschauer an der Strecke durch die Innenstadt zu sehen bekommen. Hinzu kommt mindestens eine Hand voll weiterer Athleten, denen der Sprung aufs Podium zuzutrauen ist. Dazu zählen sicherlich Ryan Bailie (AUS), Marten Van Riel (BEL), Joao Pereira (POR), Léo Bergere (FRA) und Joao Silva (POR). Das Männerrennen startet am Samstag um 17:37 Uhr.

Duffy mit Comeback nach Verletzung

Bei den Frauen wird es ein kleines Comeback geben: Die zweifache Weltmeisterin und Hamburg-Vorjahressiegerin Flora Duffy (BER) kehrt nach einer kurzen Verletzungspause zurück ins Renngeschehen. Speziell hinter ihrer Laufform steht deshalb ein kleines Fragezeichen.Trotzdem sollte man davon ausgehen, dass Duffy, wenn sie an einer Startlinie steht, auch fit genug ist, um ganz vorne mitzumischen. Weitere Mitfavoriten kommen derweil aus Großbritannien: In Leeds feierten die Briten in Person von Vicky Holland und Georgia Taylor-Brown einen Doppelsieg. Beide sind auch in Hamburg wieder mit von der Partie. Aus Australien ist die Zweitplatzierte aus 2017, Ashleigh Gentle, gemeldet und auch Katie Zafares (USA) könnte an einem guten Tag ein Wörtchen um die Podiumsplätze mitreden. Das Gleiche gilt für Rachel Klamer (NED), Kirsten Kasper (USA), Jodie Stimpson (USA) und Ai Ueda (JPN). Aus deutscher Sicht ruhen die Hoffnungen auf Laura Lindemann, der nach ihrem starken dritten Platz in Hamburg im vergangenen Jahr auch erneut der Sprung aufs Treppchen gelingen könnte. Sophia Saller, die in den vergangenen Monaten hin und wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, belegte am vergangenen Wochenende beim Weltcup-Rennen in Tiszaujvaros den 19. Platz. Für welche Platzierung es reichen kann, bleibt aufgrund ihres verletzungsbedingten Trainingsrückstands im Laufen abzuwarten. Für die erst 19-jährige Bianca Bogen wird es hauptsächlich darum gehen, erste Rennerfahrung auf Weltklasse-Niveau zu sammeln. Die Sprintdistanz der Frauen startet am Samstag um 18:40 Uhr. 

Mixed-Relay-WM erneut im Programm

Nach den Rennen am Samstagnachmittag wird es auch in diesem Jahr am Tag darauf eine gemischte Staffel der Elite geben. Dabei ist Hamburg ein weiteres Mal die Austragungsstätte der Mixed-Relay-Weltmeisterschaften. Dieses Format, bei dem vier Athleten (zwei Männer, zwei Frauen) ins Rennen gehen und abwechselnd jeweils einmal einen Mini-Triathlon (0,25 km Schwimmen, 6,6 km Radfahren, 1,6 km Laufen) absolvieren, wird außerdem bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 zum ersten Mal olympisch sein. Dafür müssen sich die Nationen durch mehrere Wettkämpfe qualifizieren. Auch in Hamburg gibt es die Gelegenheit, für das Ranking wichtige Punkte zu sammeln. Wer beim deutschen Team ins Rennen geht, wird erst am Samstag nach den Einzelwettkämpfen entschieden. Sowohl am Samstag (ARD) als auch am Sonntag (ZDF) werden die Wettbewerbe live im TV zu sehen sein. Der Startschuss für das Staffelrennen fällt am Sonntag um 14:30 Uhr.