Deutscher Nachwuchs überzeugt , Schulz steigt aus

Am ersten Renntag des Grand Final waren der Nachwuchs und die Paratriathleten an der Reihe. Die deutsche Athleten lieferten solide Platzierungen ab und bewiesen viel Kampfgeist.

Von > | 15. September 2017 | Aus: SZENE

Mit starker Schwimmleistung gelang Jonas Breinlinger der Sprung in die erste Radgruppe.

Mit starker Schwimmleistung gelang Jonas Breinlinger der Sprung in die erste Radgruppe.

Foto >DTU/Jo Kleindl

Der erste Renntag beim Grand Final in Rotterdam begann am Morgen mit einer organisatorischen Änderung. Aufgrund des Wetters wurden die angesetzten Starts des Tages jeweils um eine Stunde nach hinten verschoben. Das Renngeschehen begann am Morgen mit den Paratriathleten, die in mehreren verschiedenen Klassen um die WM-Titel kämpften. Im Anschluss waren um 16 Uhr die Junioren der Damen über die Sprintdistanz an der Reihe, bevor um 18 Uhr der Startschuss für die männlichen Athleten der U23-Wertung fiel, die sich auf der olympischen Distanz miteinader messen mussten.

Breinlinger und Priester mit konstanten Leistungen

Die Performance der U23-Athleten Jonas Breinlinger und Lasse Priester geben Grund aus deutscher Sicht Hoffnung für die Zukunft. Obwohl das Rennen für Priester prompt mit einem Patzer anfing. Etwas übermotiviert legte der deutsche Nachwuchsathlet einen Fehlstart hin, über den er allerdings im Ziel selbst lachen konnte. Die Zeitstrafe von 15 Sekunden musste er direkt im Anschluss an das Schwimmen absitzen. Jonas Breinlinger hingegen, bekannt als starker Schwimmer, kam als Zweiter aus dem Wasser und war von Anfang an Teil der Führungsgruppe auf dem Rad. Nachdem Breinlinger mit sieben weiteren Athleten die ersten beiden Radrunden absolvierte, konnten weitere Verfolger aufschließen und die Gruppe erweiterte sich auf knapp 20 Athleten. Lasse Priester hingegen ergriff in der zweiten großen Gruppe immer wieder die Initiative und versuchte den Abstand zu verkürzen. Auf den letzten beiden Radrunden fuhr das französische Duo um Léo Bergere und Dorian Coninx etwa 25 Sekunden Vorsprung auf die erste Radgruppe heraus und wechselten als erste Athleten in die Laufschuhe.

Auf den abschließenden zehn Kilometern erwischte Jonas Breinlinger nicht seine besten Laufbeine (34:12 Minuten), kam aufgrund seiner guten Position nach dem Radfahren allerdings auf Gesamtplatz 20 ins Ziel. Lasse Priester arbeite sich trotz des Rückstands von etwa 1:30 Minuten nach dem Radfahren noch auf Platz 22 vor. Besonders erfreulich: Wegen einer hartnäckigen Verletztung konnte Priester in den vergangenen Wochen und Monaten nur sehr unregelmäßig sein Lauftraining absolvieren, überzeugte heute aber trotzdem mit einer schnellen Laufzeit von 32:37 Minuten.

Den Gesamtsieg sicherte sich der Franzose Raphael Montoya, der mit der schnellsten Laufzeit des Tages (31:07 Min.) an allen Konkurrenten vorbeizog und nach 1:51:28 Stunden die Ziellinie überquerte. Landsmann Dorian Coninx zog beim Endsprint auf dem blauen Teppich den Kürzeren und erreichte mit vier Sekunden Rückstand den zweiten Rang. Komplettiert wurde das Podium durch Luke Willian aus Australien, der sich nach 1:51:48 Stunden Bronze sicherte. Vorjahressieger Jorik Van Egdom (NED) hatte sich vergenommen, seinen Titel auf heimischen Boden zu verteidigen, erwischte beim Schwimmen allerdings einen rabenschwarzen Tag und musste sich schließlich mit Platz 27 begnügen.

Lena Meißner mit Platz sieben, Paratriathleten gewinnen zwei Medaillen

Im Damenrennen der Junioren überzeugte Lena Meißner mit einem siebten Platz und ausgeglichenen Leistungen in allen Disziplinen. Die beiden deutschen Athletinnen Bianca Bogen und Michelle Braun belegten die Plätze 19 und 21 und rundeten damit die solide Leistung des deutschen Teams ab. Der Sieg ging an die Topfavoritin Taylor Knibb (USA), die nach 1:01:22 Stunden mit 16 Sekunden Vorsprung vor Kate Waugh (GBR) das Ziel erreichte. Bronze sicherte sich Fuka Sega aus Japan (1:02:05 Stunden).

Die WM-Debütanten Maike Hausberger und Max Gelhaar überraschten in ihrer Startklasse PTS3 (mittelschwere Behinderung) und gewannen jeweils Bronze. Für Martin Schulz, Paralympics-Goldmedaillengewinner und dreifacher Paratriathlon-Weltmeister in der PTS5 (leichte Behinderung), war die Weltmeisterschaft schon nach wenigen Metern auf der Laufstrecke vorbei. Eine alte Fußverletzung war am Vorabend des Rennens wieder aufgebrochen. „Es ist frustrierend und deprimierend, dass ich heute nicht zeigen konnte, was ich drauf habe. Ich habe mich grundsätzlich sehr gut gefühlt, musste mir aber nach wenigen Laufmetern eingestehen, dass auch mit Zähne zusammenbeißen nichts geht", sagte Schulz nach dem Wettkampf.

 

Lena Meißner erkämpte sich bei den Juniorinnen den siebten Gesamtplatz.

Lena Meißner erkämpte sich bei den Juniorinnen den siebten Gesamtplatz.

Foto >Simon Müller / spomedis