Dreitz und Bracht bei Ironman-Premiere in Cervia

Timo Bracht bestreitet am Samstag sein - diesmal wohl wirklich - letztes Profirennen. Und er trifft dabei auf Andreas Dreitz, für den es der erste Wettkampf über die Langdistanz sein wird.

Von > | 22. September 2017 | Aus: SZENE

Timo Bracht

Timo Bracht

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Er hat eine Art Abschiedstournee hinter sich. Mehrfach schon wurde in dieser Saison Timo Brachts "letztes Profirennen" ausgerufen - doch meist hatten ihn diejenigen, die das beschrien, einfach falsch verstanden. Die Challenge Roth war zwar sein emotionaler Abschied von der ganz großen Bühne Triathlon-Deutschlands, doch dass er noch eine Langdistanz nachlegen wolle, nur für sich selbst, erklärte Bracht schon damals noch im Zielbereich des Challenge-Rennens. Am Samstag ist es nun soweit. Und glaubt man Bracht und seinem Team "Sport for Good", wird diese Langdistanz wohl wirklich sein letzter sportlich aktiver Auftritt als Triathlonprofi sein.

Zum Schluss eine Premiere

Dass sich Bracht dafür ein besonderes Rennen aussuchen will, war früh klar: Schon im Winter des vergangenen Jahres erzählte Bracht im Gespräch für ein Porträt gegenüber triathlon, dass ihn der Gedanke an eine Premiere wie die des Ironman Hamburg reize: Zum Abschluss nochmal ein Rennen von seinen Anfängen an zu erleben, das konnte sich der Eberbacher gut vorstellen. Ebenso verlockend schien ihm der Gedanke an einen besonders harten Brocken wie den Ironman Wales, der vor Kurzem über die Bühne ging (hier gibt es Bilder vom Event), und über den Bracht im Rother Zielraum spekulierte. Geworden ist es nun der Ironman Italy in der Emilia-Romagna - und damit sogar eine doppelte Premiere. Denn das Rennen wird in diesem Jahr nicht nur zum ersten Mal stattfinden, es wird auch das Langdistanz-Debüt eines Deutschen, der in seiner Karriere gerne noch ähnliche Erfolge wie der 42-Jährige Timo Bracht sammeln würde.

Die Rede ist von Andreas Dreitz. Der 28-Jährige hat in den vergangenen Jahren auf der Mitteldistanz immer wieder vor allem mit starken Radsplits für Aufsehen gesorgt, zu seinen konkreten Langdistanzplänen aber lange geschwiegen. Erst im Ziel der Ironman-70.3-Weltmeisterschaften in den USA vor zwei Wochen machte er sie öffentlich - und durfte wenig später schon wieder mit dem Tapering beginnen.

Breites deutsches Aufgebot

Was Dreitz in der Emilia Romagna erwarten wird, weiß der Bayreuther selbst noch nicht so genau; doch immerhin ist der Kurs äußerst premierenfreundlich: Nur 700 ausgeschriebene Höhenmeter auf der Rad- und 100 Höhenmeter auf der Laufstrecke machen das Pacing vergleichsweise leicht und lassen ein schnelles Rennen erwarten, wovon allerdings auch andere Profis profitieren wollen. Allein aus Deutschland hat mit Johann Ackermann, Niclas Bock, Michael Göhner, Markus Liebelt, Michael Rünz, Julian Beuchert, Pascal Ramali und Alfred Rahm ein sehr breites Profi-Aufgebot gemeldet. Dazu sollen in Alessandro Degasperi, Ivan Risti, Alberto Casadei, Domenico Passuello (alle ITA), Mike Schifferle (SUI), Bryan Rhodes (NZL) und den Franzosen Jeremy Jurkiewicz und Antony Costes auch aus internationaler Sicht einige ernstzunehmende Konkurrenten in die Emilia Romagna kommen.

Dünner als das Männerfeld, für das rund 50 Profis gemeldet haben, ist das der Elite-Damen mit etwa 20 Meldungen. Carolin Lehrieder ist die einzige Deutsche unter ihnen - wird für die Chance auf eine Podestplatzierung aber einen Sahnetag brauchen. Denn in Bianca Steurer, Elisabeth Gruber (beide AUT), Lucy Gossage, Caroline Livesey (beide GBR), Martina Dogana (ITA), Tine Deckers (BEL), Jenny Fletcher (CAN), Martina Kunz (SUI) und Saleta Castro (ESP) finden sich unter den 20 Profi-Meldungen zahlreiche Frauen, die sich Podestchancen ausrechnen dürften.