DTU nominiert Lindemann, Knapp, Justus und Buchholz

Nachdem sich nur Anne Haug gemäß der vereinbarten Qualifikationsnormen einen Platz bei den Olympischen Spielen 2016 erkämpft hat, sollen auch Laura Lindemann, Anja Knapp, Steffen Justus und Gregor Buchholz in Rio an den Start gehen. Das entschied heute das DTU-Präsidium.

Von > | 19. Juni 2016 | Aus: SZENE

Steffen Justus | Steffen Justus soll neben Gregor Buchholz am 18. August in Rio starten.

Steffen Justus soll neben Gregor Buchholz am 18. August in Rio starten.

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Zwei Männer- und drei Frauenstartplätze für die Olympischen Spiele 2016 in Rio haben sich die deutschen Triathleten im internationalen Ranking erkämpft. In der persönlichen Qualifikation konnte sich allerdings nur Anne Haug einen Platz sichern. Dennoch möchte die Deutsche Triathlon Union alle fünf Plätze nutzen. Das DTU-Präsidium entschied heute, beim DOSB Steffen Justus (Saarlouis) und Gregor Buchholz (Wiesbaden) für eine Nominierung für das Männerrennen am Donnerstag, 18. August 2016 (14 Uhr MESZ), vorzuschlagen. Zwei Tage später sollen neben Anne Haug (Saarbrücken) auch Laura Lindemann (Potsdam) und Anja Knapp (Dettingen) im Deutschland-Trikot an den Start gehen.

"Teamtaktische und verbandspolitische Gründe"

Laut einer Pressemitteilung der DTU habe diese Auswahl an Athleten „teamtaktische und verbandspolitische Gründe“. Bis auf Haug müssen die Athleten aber auf ein positives Votum des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hoffen, der die endgültige Nominierung erst am 12. Juli bekanntgeben wird.

Bei den Frauen gehe es bei der Auswahl der Athletinnen darum, der bekannt schwachen Schwimmerin Anne Haug den Weg zu einer möglichen Medaille zu erleichtern. „Für uns geht es in Rio darum, dass Anne in der Spitzengruppe vom Rad steigen kann. Somit ist es elementar, dass sie bei Verpassen der ersten Schwimmgruppe von ihren Teamkolleginnen unterstützt werden kann“, sagt Reinhold Häußlein, DTU-Vizepräsident für den Leistungssport. „Mit Anja Knapp und Laura Lindemann haben wir daher die stärksten Schwimmerinnen für Rio vorgeschlagen, um teamtaktisch variabel zu bleiben.“

Bei den Herren seien die beiden Athleten vorgeschlagen worden, die die Quotenplätze für Rio erkämpft hatten - auch wenn die Medaillenchancen auch DTU-intern wohl eher mäßig eingeschätzt werden. Häußlein: „Es wäre für uns und auch die Sportart nicht hilfreich, wenn das Männerrennen ohne deutsche Beteiligung stattfände.“

Andere Verbände bleiben hart

Die Deutsche Triathlon Union fährt damit eine andere Strategie als benachbarte Verbände. Für Aufsehen hatte zuletzt die Entscheidung des Chef-Bundestrainers der Schwimmer, Henning Lambertz, gesorgt, der keine Damenstaffel über 4x100 Meter Freistil für Rio nominieren wird. Das DSV-Quartett hatte zwar die internationalen Qualifikationskriterien erfüllt, auf nationaler Ebene aber die Normzeit verfehlt.