Eisbad und Bleibeine

Anita Horn spricht vielen Triathleten aus der Seele, wenn sie behauptet: "Hörnchen mit Nussfüllung schmecken nach 850 Höhenmetern einfach besser". Ihr Blog aus dem Trainingslager.

Von > | 5. April 2018 | Aus: SZENE

Anita Horn kann endlich wieder Berge fahren.

Anita Horn kann endlich wieder Berge fahren.

Foto >Privat

Eisbad und Bleibeine

Gestern war Entlastungstag. Zumindest für unsere Trainingscamp-Teilnehmer, die Sonntag-Nachmittag angereist sind. Ich habe den Tag genutzt, um mich ein bisschen auszutoben. Nach einem ausgiebigen Frühstück habe ich mich mit zwei Jungs auf den Weg nach San Marino gemacht – eine kleine süße Stadt auf einem großen fiesen Berg. Man kann bis an den Fuß der Altstadt fahren und da entscheiden, ob man sich ganz hochschraubt, die Seilbahn nimmt oder ganz ohne die letzten Kilometer Anstieg wieder nach Hause fährt. Wir haben uns für Variante 1 entschieden und damit 850 Höhenmeter gemacht, geballt auf den letzten zehn Kilometern. Mit brennenden Beinen und schuftender Lunge schmecken Hörnchen mit Nussfüllung und kalte Limos aber tausend Mal besser. Und die Blicke der Touristen, die sich für Variante 2 entschieden haben, gingen runter wie Öl. Ja, wir sind das hier alles hochgefahren. Ohne Seilbahn. Und ich bin ganz stolz. Endlich kann ich wieder Berge fahren, also physisch gesehen. Noch bin ich zwar recht langsam, aber beim Ironman in Frankfurt ist das ja zum Glück nicht entscheidend.

Regeneration und Regen

Nach den 90 Kilometern im Sattel habe ich meinen Bleibeinen ganz nach Profisportler-Manier Eis gegönnt. Zur Regeneration. Natürlich nicht das in der Waffel, sondern das zum Reinsetzen. Nicht in einer Tonne oder Badewanne, sondern im offenen Meer. Mit Neo. Ganz verrückt bin ich dann doch noch nicht. Die Kälte ist von den Füßen bis ins Hirn hochgekrochen. Zehn Grad hat das Wasser hier momentan. Nach ein paar Minuten bin ich kreischend wieder aus dem Wasser gerannt und war hellwach. Perfekt für den Athletikkurs, den ich zum Tagesabschluss noch gegeben habe. Da gingen selbst nach der Radtour noch ein paar tiefe Squats, Scissor Jumps, Planks und V-Sits. Jetzt bin ich zwar nicht wirklich entlastet, sondern eher ausgelastet, aber sehr zufrieden. Da ist mir sogar der Regen egal, der gerade die Schlaglöcher in den Straßen füllt. Aprilwetter in Italien.

Mit langen Schritten am Strand entlang.

Mit langen Schritten am Strand entlang.

Foto >Privat

Swim on the Spot und Longrun

Heute soll es dafür wieder richtig schön werden. Gute Sache, denn wir haben einen vollen Trainingstag: Event-Schwimmen mit Bungee-Seilen für Swim on the Spot, T-Shirt-Schwimmen und Abschlepp-Übungen. Danach gibt es Laufintervalle für die Teilnehmer und einen langen Lauf für mich und später eine lockere Radausfahrt. Und wenn ich danach noch Lust habe, gehe ich noch in den Pool und übe die Rollwende. Die kann ich nämlich so gar nicht. Ich verliere immer völlig die Orientierung und weiß nicht mehr, wo oben und unten ist. Nicht dass das entscheidend wäre für den Ironman. Aber Triathlon heißt doch auch immer etwas zu finden, das man noch besser machen kann. Ich habe da noch eine lange Liste. Wie sieht es bei euch aus? Worin wollt ihr euch verbessern? Fahrt ihr dafür ins Trainingslager? Und was macht ihr so an einem Entlastungstag? Also ich esse jetzt ein Eis und lege die Beine hoch. Arrivederci!