Emma Moffatt beendet ihre Karriere

Die beiden australischen Triathlon-Emmas haben dem Frauen-Triathlon auf ein neues Niveau verholfen. Nun aber macht nach Emma Snowsill (mittlerweile Frodeno) auch Emma Moffatt einen Haken an ihre Karriere: Die Rennen auf Cozumel am Wochenende und beim Island House Triathlon sollen ihre letzten sein.

Von > | 16. September 2016 | Aus: SZENE

Emma Moffatt | Emma Moffatt

Emma Moffatt

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Sie war die erste Weltmeisterin nach Einführung der World Triathlon Series im Jahr 2009, und legte im Jahr 2010 gleich ihren zweiten Titel nach. In dieser Zeit war Emma Moffatt das Maß der Dinge im Kurzdistanz-Triathlonsport: Von elf World-Triathlon-Series-Rennen, in denen Moffatt in diesen beiden Jahren startete, gewann sie vier und landete weitere fünf Mal auf dem Podest. Drei Mal nahm Emma Moffatt an den Olympischen Spielen teil - und gewann bei ihrer Premiere im Jahr 2008 zuerst Bronze hinter ihrer Landsfrau und Namensvetterin Emma Snowsill (mittlerweile Frodeno), um acht Jahre später in Rio de Janeiro mit Rang sechs nachzuweisen, dass sie immer noch nicht zum alten Eisen gehört. Mit diesem positiven Eindruck will die 32-Jährige ihre Karriere nun ausklingen lassen und mit dem Grand Final auf Cozumel an diesem Samstag und dem Island House Triathlon auf den Bahamas kommenden Monat einen Haken hinter ihre aktive Sportlerlaufbahn machen, wie die Australierin im Vorfeld des Rennens auf Cozumel erklärte.

Emma Moffatt | Beim Hamburg-Triathlon richtete Emma Moffatt einst ein Bierglas.

Beim Hamburg-Triathlon richtete Emma Moffatt einst ein Bierglas.

Foto >Janos Schmidt / triathlon.org

Müde von all der Hingabe

Nach drei Olympiaden sah sich Moffatt nicht in der Lage, sich dem Sport noch länger so zu verschreiben, wie sie es in der Vergangenheit getan hat. "Als ich es ins Team für die Spiele in Rio geschafft habe, war das der Moment, in dem ich realisiert habe, dass ich noch einmal alles für dieses eine Rennen geben muss", meinte Moffatt. "Es ist aufreibend und ermüdend - und zu wissen, wie viel Arbeit man verrichten muss, um Erfolg zu haben, ist für die Zukunft ein irgendwie abschreckender Gedanke."

"Es war eine lange Zeit im Triathlonsport, also werde ich natürlich etwas traurig sein, wenn es vorbei ist", sagte Moffatt. "Aber ich bin auch sehr gespannt darauf, herauszufinden, wie der nächste Teil meines Lebens aussehen wird. Aus eigenem Antrieb aufhören zu dürfen, und nicht, weil ich es muss, ist ein Privileg und sehr speziell. Die letzten Trainingswochen waren hart und ich habe immer noch Erwartungen an mich selbst. Ich möchte im WM-Finale noch einmal unter die besten Zehn hoffe, ich komme bis zum Rennen auf den Bahamas gut durch, um dort dann mit einem guten Gefühl und Ergebnis abzuschließen."