"Eine erneute Podiumsplatzierung ist nicht unrealistisch"

2018 landete Florian Angert bei The Championship überraschend auf Platz drei. Welche Chancen er sich dieses Jahr ausrechnet, erzählt er im Interview.

Von > | 1. Juni 2019 | Aus: SZENE

Bei seinen ersten beiden Rennen in der Saison 2019 belegte Florian Angert in Buschhütten den achten Platz und sicherte sich zwei Wochen später Rang zwei bei der Challenge Heilbronn.

Bei seinen ersten beiden Rennen in der Saison 2019 belegte Florian Angert in Buschhütten den achten Platz und sicherte sich zwei Wochen später Rang zwei bei der Challenge Heilbronn.

Foto >José Luis Hourcade

Florian Angert, dein Saisoneinstieg beim Triathlon in Buschhütten lief mit einem achten Platz nicht wie erhofft. Vor zwei Wochen in Heilbronn hast du dann mit dem zweiten Platz hinter Sebastian Kienle gezeigt, dass das Ergebnis in Buschhütten nur ein Ausrutscher war. Wie zufrieden bist du mit deiner Saisonvorbereitung und der aktuellen Form?

Die Saisonvorbereitung und auch der komplette Winter verlief sehr gut, deshalb war ich mit dem Ergebnis in Buschhütten auch nicht wirklich zufrieden. Das hab ich zum Teil aber auch selbst verbockt. Aber das konnte ich danach auch relativ schnell abhaken, gerade weil es zwei Wochen später in Heilbronn echt ein sehr gutes Rennen war und ich keinen Grund mehr hatte, an meiner Form zu zweifeln. 

Was hast du aus Heilbronn für das Rennen in Samorin mitgenommen?

In erster Linie mein gelungenes Pacing. Das sah von außen vielleicht sogar geplant aus, dass ich die Jungs auf dem Rad irgendwann habe ziehen lassen, aber natürlich hätte ich das nicht gemacht, wenn ich hätte dranbleiben können. Aber gerade weil ich am Ende noch von Platz vier auf Rang zwei vorlaufen konnte, war das genau die richtige Entscheidung. Besonders die letzten 25 Kilometer in Heilbronn auf der Landstraße haben mich zuversichtlich gestimmt, weil ich da noch einmal näher herangekommen bin. Und das ist genau das, auf was es hier in Samorin wieder ankommen wird. Auf dem flachen Kurs wird man wahrscheinlich 89 von 90 Kilometern in der Aeroposition fahren und kaum einen Tritt auslassen. Das kommt mir sehr entgegen, wie man auch schon letztes Jahr gesehen hat. 

Du hast bei der Pressekonferenz gesagt, dass du einen großen Sprung beim Laufen gemacht hast – das konnte man bereits in Heilbronn sehen. 2018 bist du mit zwei Minuten Vorsprung vor Sebastian Kienle als Erster vom Rad gestiegen und letztendlich Dritter geworden. Was hast du dir dieses Mal vorgenommen?

Eine konkrete Zielplatzierung zu nennen, ist immer schwierig. Zumal beispielsweise mit Ben Kanute und Rodolphe Von Berg auch Leute dabei sind, gegen die ich noch nie ein Rennen bestritten habe. Ich denke aber trotzdem, dass eine erneute Podiumsplatzierung auf keinen Fall unrealistisch ist und den dritten Platz zu verteidigen, ist natürlich auch mein Ziel. Auch im Radfahren bin ich etwas besser drauf als letztes Jahr, beim Laufen hat sich sehr viel getan. In Heilbronn bin ich anderthalb Minuten langsamer gelaufen als Sebi, 2018 hatte ich hier nach dem Radfahren zwei Minuten Vorsprung – es könnte also knapp werden (lacht). Im Ernst, ich glaube man braucht bei dieser Konkurrenz schon ein sehr gutes Rennen, um das Ding hier zu gewinnen. 

Als starker Schwimmer wird dein Ziel sicherlich wieder sein, direkt von Beginn an zu attackieren. Dieses Mal sind einige Athleten wie Ben Kanute oder David McNamee dabei, mit denen du in der ersten Disziplin zusammenarbeiten könntest. Spielt dir das in die Karten? 

Sicherlich. Ich denke, dass Ben Kanute derjenige sein wird, der sich im Schwimmen direkt an die Spitze setzt. Und wahrscheinlich ist er uns allen vom Speed her auch echt eine ganze Ecke voraus, da er durch seine Kurzdistanzgeschichte einen ganz anderen Background hat. Ich denke, er ist der Mann, an den man sich beim Schwimmen halten muss. Und wenn man da mit dabei ist, dann ist die Ausgangslage schon einmal sehr gut. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, das Rennen von Anfang an mitzubestimmen. 

Welchen Stellenwert hat The Championship in deiner Saison?

Dadurch, dass ich meine zweite Saisonhälfte noch gar nicht geplant habe, ist es zumindest für die erste Hälfte ein Highlight. Und auch unabhängig davon, was ich in der zweiten Hälfte noch mache, gehört es auf alle Fälle zu den zwei wichtigsten Rennen des Jahres. Ich bin noch am überlegen, ob ich in drei Wochen bei der Ironman-70.3-EM in Dänemark starte, in Roth bin ich als Staffelschwimmer dabei. Für die Ironman-70.3-WM in Nizza bin ich ja schon qualifiziert. Ob ich dort starte, werde ich aber letztendlich vom weiteren Verlauf der Saison abhängig machen. 

2018 stieg Florian Angert in Samorin als Erster vom Rad.

2018 stieg Florian Angert in Samorin als Erster vom Rad.

Foto >Simon Müller / spomedis