Erst Hiobsbotschaft – dann Happy End für Lukas Krämer

Lukas Krämers erste Profi-Saison ist Geschichte – Zeit für den Feuerwehrmann, das letzte Jahr zu reflektieren und 2018 zu planen. Um Haaresbreite hätte er sein Beschäftigungsverhältnis stilllegen müssen.

Von > | 8. Januar 2018 | Aus: SZENE

Lukas Krämer hat seine erste Profi-Saison erfolgreich bestritten. Aber wie geht es 2018 weiter?

Lukas Krämer hat seine erste Profi-Saison erfolgreich bestritten. Aber wie geht es 2018 weiter?

Foto >Nils Flieshardt / spomedis

Fazit seiner ersten Saison als Profi

Als Lukas Krämer sich vor etwa einem Jahr für die Profi-Lizenz und damit auch für den Status als Berufssportler entschieden hatte, war er nicht sicher, was ihn erwartet. Zwölf Monate später ist es an der Zeit, ein Fazit zu ziehen und seine Leistungen, aber vor allem auch seine Entscheidung zu beurteilen. Doch während seiner Saisonanalyse und Planung für 2018 erreichte ihn zunächst Hiobsbotschaft. 

Aber von vorn: Die Langdistanz bei der Challenge Madrid sollte Krämers letztes Rennen der Saison werden. Zwar liebäugelte er mit einem weiteren Start auf der Mitteldistanz in Sardinien, um sein Schicksal im Challenge-Ranking in die eigenen Hände zu nehmen, letztlich entschied er sich jedoch gegen einen Start, um seine Freundin Christine beim Marathon in Frankfurt zu unterstützen und seine lädierte Achillessehne nicht noch höheren Strapazen auszusetzen. Die Ergebnisse in Sardinien, die der 33-jährige aus dem Frankfurter Zielbereich aus verfolgte, spielten ihm in die Karten und so konnte er das Ranking auf einem geteilten ersten Platz beenden und sich über eine Prämie von 21.000 Euro freuen. Eine Größenordnung, von der er zu Beginn der Saison nicht einmal zu träumen wagte.

Beurteilung der Schwimm-, Rad- und Laufleistung

Verdient hat sich der Feuerwehrmann diesen Bonus durch eine konstant gute Saison speziell auf der Langdistanz. „Super zufrieden“ sei er mit den Ergebnissen gewesen, von denen vor allem der Sieg bei der Challenge Venedig heraussticht und in Erinnerung bleibt. Dennoch zeigt Krämer sich in der Beurteilung seiner Leistungen selbstkritisch: „Hätte man mir vor der Saison solche Ergebnisse vorgeschlagen, hätte ich mit Sicherheit eingeschlagen. 100-prozentig zufrieden bin ich mit der sportlichen Leistung aber nicht.“ Vor allem das Schwimmen machte ihm im Wettkampf immer wieder zu schaffen: „Das war dieses Jahr nichts! Die Trainingsleistungen sind zwar besser geworden, im Rennen konnte ich es aber nicht umsetzen.“ Eine Erklärung dafür hat er auch nach einigen Wochen intensiver Analyse nicht abschließend gefunden.

Auch beim Radfahren hat sich das Training, speziell auf der Langdistanz, noch nicht in den Wattwerten widergespiegelt. „Dafür“, sagt Krämer, „bin ich gefühlt etwas entspannter vom Rad gestiegen und konnte wahrscheinlich auch deshalb einen Sprung beim Laufen machen.“ Seine Marathonzeiten von 2:46 und 2:51 Stunden waren in dieser Saison mit Sicherheit ein Schlüssel für seine guten Resultate und bestätigen ihm, dass er „bei den Profis gut aufgehoben“ ist.

Überrascht zeigt sich der Münchner von der Renndynamik, die er im Vorfeld der Saison anders eingeschätzt hat: „Ich hätte gedacht, dass es vor allem auf dem Rad viel mehr taktische Spielchen geben würde. Die Rennen haben aber gezeigt, dass man erfolgreich sein kann, wenn man seinen eigenen Stiefel durchzieht.“ Und trotzdem sind die Herangehensweisen im Vergleich zu seiner Zeit als Agegrouper unterschiedlich. Dadurch, dass er viele der Athleten mehrmals auf Rennen getroffen hat, wusste er um die Stärken und Schwächen und auch die aktuelle Verfassung. „Man weiß vor dem Rennen einfach etwas genauer, wo man im Vergleich zu den Konkurrenten steht und kann sich ausrechnen, wie viel Rückstand ich beispielsweise aufs Rad mitnehmen kann. Vorher konnte man ja schlecht 400 Agegrouper googeln, um einen Überblick über das Starterfeld zu bekommen“, scherzt er und macht keinen Hehl daraus, sich im Vorfeld der Rennen bestimmte Szenarien und Zeitabstände zu Konkurrenten zurecht gelegt zu haben.