In (fast) alter Frische

Der Wiedereinstieg ist schwer. Montag war ich morgens acht Kilometer laufen. Abends auf der Rolle. Dienstag waren Athletik, Rolle und Laufen angesagt. Und Mittwoch eine Untersuchung beim Kardiologen.

Von > | 15. März 2018 | Aus: SZENE

Nach dem Wiedereinstieg kam der Hexenschuss. Mit Vitaminpräparaten geht\'s den fiesen Krankheitsschleudern und Hexen an den Kragen.

Nach dem Wiedereinstieg kam der Hexenschuss. Mit Vitaminpräparaten geht's den fiesen Krankheitsschleudern und Hexen an den Kragen.

Foto >Privat

Wiedereinstieg Tag I

Nach so einer langen Unterbrechung ist etwas anderes als ein lockerer 8-km-Lauf gar nicht möglich. Ich habe mich auch ehrlich gesagt gar nicht mal so sehr auf diese Einheit gefreut, weil ich geahnt habe, dass sie eine Qual wird. Und so war es auch. Fünf Pausen auf der kurzen Strecke – und mehr als ein 6:45er-Schnitt war nicht drin. Aber hey, ich bin ohne Taxi wieder Zuhause angekommen. Und habe für abends noch 30 Minuten Rollentraining verordnet bekommen. Darauf habe ich mich sehr gefreut. Aber auch hier war das Vergnügen kurz. Nach dem Aufwärmen sollte ich sechs Minuten lang alle 30 Sekunden 110 Umdrehungen treten. Ich war so schnell außer Atem, dass ich fast durchgedreht bin. So macht Training keinen Spaß.

Wiedereinstieg Tag II

Dienstag habe ich dann auch gemerkt, dass ich was getan habe. Und mich besser gefühlt. Nach der Arbeit ging es also wieder zum Training: 30 Minuten Athletik und Stabi, dann 40 Minuten aufs Rad und 20 Minuten aufs Laufband. Draußen hat es Badewannen geregnet, da war ich mehr als froh im Fitnessstudio zu trainieren. Am Ende habe ich mir einen Saunagang gegönnt und bin danach völlig erledigt ins Bett gefallen. Müde aber glücklich. So langsam kehrten die Kräfte wieder zurück.

Ultraschall und Belastungs-EKG

Mittwoch hatte ich dann meinen lang ersehnten Kardiologen-Termin. Witzig, darauf habe ich mich fast mehr gefreut als auf die Torturen beim Training. Könnte an Frau Doktor Weber liegen – die herzlichste Ärztin, die ich je kennengelernt habe. Ich hatte vor sieben Jahren mal eine Herzmuskelentzündung. Seitdem gehe ich regelmäßig bei ihr zum Check. Nach einem Monat Erkältung in Vorbereitung auf meinen ersten Ironman gehört sowas für mich auf jeden Fall dazu. Aber auch ohne Vorbefunde sollten sich Sportler kontrollieren lassen. Ausnahmslos. Ob Hobbyläufer auf fünf Kilometer oder Profi auf der Langdistanz. Also ab nach Rodenkirchen und nach dem Ultraschall rauf auf das Ergometer. Belastungs-EKG. Start war bei 75 Watt, jede Minute kamen 25 Watt mehr dazu. Der Herzschlag, der Blutdruck und die Erholung werden überprüft.

Start war bei 75 Watt, jede Minute kamen 25 Watt mehr dazu. Der Herzschlag, der Blutdruck und die Erholung werden überprüft.

Start war bei 75 Watt, jede Minute kamen 25 Watt mehr dazu. Der Herzschlag, der Blutdruck und die Erholung werden überprüft.

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Passiv sportlich

Das Ergebnis: ich bin top-gesund und kann durchstarten. Wäre da nicht dieser fiese Hexenschuss. Ich wollte gestern nur den Autoschlüssel vom Tisch nehmen, da war es schon geschehen. Will mir mein Körper eigentlich irgendwas sagen? Ich habe mich doch ewig geschont jetzt. Vermutlich deswegen. Kein Sport ist keine Lösung. Deshalb gehe ich jetzt aus Protest spazieren. So lange, bis ich nicht mehr kann. Zumindest bin ich indirekt schon wieder sehr sportlich. Steht zumindest auf meinen Vitamin-Tübchen. Ich nehme ab sofort wieder Nahrungsergänzungsmittel. Gebt euch geschlagen, ihr fiesen Krankheitsschleudern und kleinen Hexen! Ihr habt keine Chance bei mir! Bald trainiere ich euch in Grund und Boden. Ganz in alter Frische.