Frodeno siegt in Taiwan, Hanson in Texas

Jan Frodeno hatte in Taiwan zwar keine Konkurrenz, war auf der MItteldistanz aber trotzdem schnell unterwegs. Das waren auch die Profis beim Ironman Texas - nur ist nicht ganz klar, über welche Streckenlängen.

Von > | 29. April 2018 | Aus: SZENE

Jan Frodeno gewinnt die Challenge Taiwan konkurrenzlos.

Jan Frodeno gewinnt die Challenge Taiwan konkurrenzlos.

Foto >Felix Rüdiger / Plan A GmbH

Konkurrenz hatte er im Grunde keine, respektabel ist dieses Ergebnis trotzdem: Jan Frodeno hat die Challenge Taiwan auf der Mitteldistanz zum zweiten Mal für sich entschieden und hatte im Ziel einen Vorsprung von fast 35 Minuten auf den Zweitplatzierten. Das lag auch daran, dass es für Profis auf der Mitteldistanz eigentlich kein Rennangebot gab - Frodeno bekam deshalb eine "VIP"-Startnummer. Als Trainingswettkampf war Frodeno mit dem Rennen trotzdem zufrieden, zumal er mit einer Endzeit von 3:45:02 Stunden (24:43 / 2:04:20 / 1:11:22) bei regnerischen Bedingungen auch ohne Konkurrenz im Nacken zügig unterwegs war.

Deutlich länger war der Sporttag für die anderen Profitriathleten in Taiwan - denn die starteten im eigentlich für die Profis ausgeschriebenen Langdistanzevent. Dieses entschied in 8:16:56 Stunden Dylan McNeice (NZL) für sich, nachdem er sich auf dem Rad gemeinsam mit Luke Bell (AUS) abgesetzt hatte. Bell musste beim Laufen allerdings dem schnelleren Läufer Frederik Croneborg (SWE) den Vortritt lassen und beendete das Rennen hinter diesem in 8:28:18 Stunden auf dem dritten Rang. Danach mussten Veranstalter und Zuschauer lange auf den Zieleinlauf des nächsten Athleten warten. Fast 40 Minuten dauerte es, bis Till Schramm nach 9:07:52 Stunden als Vierter die Ziellinie des Langdistanzrennens überquerte. Bei den Frauen siegte in Julia Grant ebenfalls eine Neuseeländerin. Sie lief rund zehn Minuten schneller als die Amerikanerin Alyssa Godesky, die Zweite wurde und die das Rennen bis zum zweiten Wechsel stets in Sichtweite zu Grant bestritten hatte. Dritte wurde die Taiwanesin Li Shiao-Yu.

Aufregung um Ironman Texas

Derweil gab es beim Ironman Texas helle Aufregung um die Strecken: Zahlreiche Athleten stellten persönliche Rekorde für die vermeintlich 180 Radkilometer auf, Andrew Starykowicz (USA) lieferte in 3:54:59 Stunden sogar einen echten Fabelritt - was nach dem Rennen aber schnell relativiert wurde: Wie der Veranstalter mitteilte, wurde der Radkurs aus Sicherheitsgründen kurzfristig um rund drei Kilometer verkürzt, weshalb die Zeiten nicht in die "offiziellen" Ironman-Rekordbücher aufgenommen werden sollen. Und zumindest was schnelle Zeiten vieler Agegrouper in Texas angeht, gibt es noch andere, unschönere Erklärungen: In den sozialen Medien kursieren einmal mehr Videos von der Radstrecke, in denen zu sehen ist, wie riesige Radpulks im geschlossenen Verbund über den Kurs ziehen.

Es darf zumindest gehofft werden, dass die Profis die Windschattenregeln für sich nicht genauso schamlos außer Kraft gesetzt haben. Im Falle von Andrew Starykowicz kann so etwas sogar ausgeschlossen werden, denn der setzte in Texas einmal mehr ein Ausrufezeichen auf dem Rad und fuhr fast neun Minuten schneller als Johann Ackermann, der zweitschnellste Radfahrer im Feld. Genutzt hat Starykowicz das für das Endergebnis wenig nichts, denn während er seinem Fabelritt einen Drei-Stunden-Marathon nachlegte, rannte der Amerikaner Matt Hanson eine Fabelzeit von 2:34:39 Stunden, die, auch angesichts der ebenfalls außergewöhnlich schnellen Laufzeiten der anderen Athleten im Feld, Spekulationen auch über die Vermessung des Laufkurses zulässt. Hanson sicherte sich damit jedenfalls den Sieg bei dem Rennen, das als nordamerikanische Meisterschaft galt - allerdings nur knapp vor dem Russen Ivan Tutukin, der, wie viele andere russische Sportler, 2016 positiv auf Meldonium getestet worden war. Weil das aber an Rückständen einer letztmaligen Einnahme im Jahr 2015 gelegen haben soll, als das Mittel noch nicht verboten war, wurde Tutukin dafür nicht gesperrt.  Will Clarke (GBR) komplettierte als Dritter das Podest.

Ironman Texas 2018 | Männer

  1. April 2018, The Woodlands (USA)

Name

Country

Total

Swim

Bike

Run

1

Matt Hanson

USA

7:39:25

0:52:31

4:07:27

2:34:39

2

Ivan Tutukin

RUS

7:39:57

0:49:30

4:10:21

2:35:19

3

Will Clarke

GBR

7:45:22

0:49:49

4:09:58

2:40:43

4

Tim Berkel

AUS

7:47:43

4:51:45

2:51:57

5

Jan Van Berkel

SUI

7:48:40

0:49:28

4:10:14

2:44:17

6

Brent Mcmahon

CAN

7:49:49

0:49:26

4:10:26

2:44:52

7

Ruedi Wild

SUI

7:50:19

0:49:22

4:10:22

2:45:00

8

Andrew Starykowicz

USA

7:50:56

0:49:27

3:54:59

3:00:57

9

Frederik Van Lierde

BEL

7:53:43

0:49:25

4:10:29

2:48:32

10

Johann Ackermann

GER

7:57:02

0:49:15

4:03:19

2:59:38

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Deutlicher fiel der Vorsprung der Siegerin im Frauenrennen aus: Melissa Hauschildt (AUS) gewann dort zwölf MInuten vor Jodie Robertson (USA). Den Unterschied machte die ehemalige Leichtathletin einmal mehr im Laufen. Robertson wiederum musste sich auf dem Marathonkurs auch noch mit einer anderen schnellen Läuferin befassen: Von hinten flog dort nämlich Lesley Smith (USA) an Robertson heran, doch diese erreichte die Ziellinie letztlich rund eine halbe Minute vor ihrer Landsfrau und sicherte sich den Silberrang.

Ironman Texas 2018 | Frauen

  1. April 2018, The Woodlands (USA)

Name

Country

Total

Swim

Bike

Run

1

Melissa Hauschildt

AUS

8:31:05

0:59:07

4:29:55

2:57:07

2

Jodie Robertson

USA

8:43:16

1:00:42

4:27:30

3:08:52

3

Lesley Smith

USA

8:43:51

0:57:50

4:39:56

2:58:47

4

Michelle Vesterby

DEN

8:45:47

0:56:05

4:33:11

3:11:20

5

Sara Svensk

SWE

8:46:49

0:59:33

4:32:33

3:09:53

6

Meredith Kessler

USA

8:47:44

0:53:47

4:34:32

3:13:27

7

Jen Annett

CAN

8:49:27

1:02:23

4:25:10

3:16:52

8

Kimberley Morrison

GBR

8:50:59

0:56:23

4:27:45

3:21:54

9

Tine Deckers

BEL

8:57:34

0:59:29

4:35:01

3:17:18

10

Darbi Roberts

USA

8:59:03

0:56:19

4:41:32

3:15:27

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