Fünf Fragen an Marcus Bangert

Im vorletzten Teil unseres Blogs zur 1. Triathlon Bundesliga spricht Florian Teichmann mit Marcus Bangert über die richtige Rennvorbereitung und Maßnahmen zur Verletzungsprophylaxe.

Von > | 3. Mai 2019 | Aus: SZENE

Marcus Bangert macht die Athletinnen fit für die Rennen in der 1. Triathlon Bundesliga.

Marcus Bangert macht die Athletinnen fit für die Rennen in der 1. Triathlon Bundesliga.

Foto >Privat

In dieser vorletzten Folge geht es um die Besonderheiten beim Training und Material auf der Kurzdistanz. Hierzu beantwortet Marcus Bangert fünf kurze Fragen. Er ist der Inhaber von "PhysioCycles" in Baiersbronn und spricht über die optimale Sitzposition, eine erfolgreiche Verletzungsprophylaxe und die richtige Vorbereitung auf die schnellen Rennen in der 1. Triathlon Bundesliga.

1. Was ist das Wichtigste an einer Rennradposition für den Triathlon Wettkampf?

„Ich würde sagen der optimale Kompromiss zwischen Kraftübertragung, Ergonomie und Aerodynamik. Ich stelle die Ergonomie bewusst vor die Aerodynamik. Zu extreme Sitzpositionen die nicht auf die individuellen physiologischen Fähigkeiten des Athleten abgestimmt sind, provozieren Überlastungssyndrome und Verletzungen. Außerdem leidet die hart erarbeitete Laufperformance darunter.“

2. Wo liegen die größten Schwachstellen und Verletzungspotenziale bei Triathleten?

„Die Erfahrungen zeigen, dass die typischen Verletzungen oder Überlastungen in der Peripherie häufig ihren Ursprung am Rumpf haben. Somit würde ich als die typischen Verletzungen die Klassiker Achillessehne, Läuferknie und Schwimmerschulter nennen und als größten Schwachpunkt die Rumpfstabilität.“

3. Kannst du geeignete Stabilisations- und Dehnübungen für Triathleten empfehlen?

„Ich favorisiere im Moment sogenannte Movement Preps. Das sind funktionelle Bewegungsabfolgen die sowohl die Kraft als auch die Koordination und die Beweglichkeit schulen. Wenn ich mich für eine Bestimmte entscheiden muss, nehme ich eine die die vordere Kette öffnet und den Rumpf und die Beinachse funktionell kräftigt.“

4. Worauf sollten Triathleten in der letzten Stunde vor dem Start achten?

„Sicherlich auf eine gezielte Aktivierung aller Systeme. Diese kann je nach Distanz, Vorlieben des Athleten und Gegebenheiten an der Wettkampfstätte ganz unterschiedlich sein. Ich denke am praktikabelsten ist ein lockeres Warmlaufen mit einigen Sprints und Übungen aus dem Lauf-Abc. Wenn die Möglichkeit besteht, können noch ein paar Rumpfstabi- und Zugseilübungen eingebaut werden.“

5. Am Tag nach dem Rennen ist der Muskelkater meist am größten. Was tun?

„Sicherlich ausreichend Schlaf und eine optimale Ernährung, damit die Speicher gefüllt und Strukturen aufgebaut werden können. Zur aktiven Regeneration favorisiere ich eine sehr lockere Schwimmeinheit. Die Kompression des Wassers auf den Körper und die geringe Gelenkbelastung finde ich ideal. Thermische Reize aller Art sind auch sehr zu empfehlen. Und nach einigen Tagen ist der Besuch beim Physio selbstverständlich auch kein Fehler.“