Gefinisht, 10 Stunden geknackt, Wette gewonnen

10 Monate hat sich Daniel Eilers auf den Ironman Hamburg vorbereitet. Am zurückliegenden Wochenende war der große Tag für ihn. Rennbericht und Resümee vom Redaktionsrookie.

Von > | 21. August 2017 | Aus: SZENE

Ein Moment, der lange in Erinnerung bleiben wird für unseren Redakteur Daniel Eilers: Der Zieleinlauf beim Ironman Hamburg.

Ein Moment, der lange in Erinnerung bleiben wird für unseren Redakteur Daniel Eilers: Der Zieleinlauf beim Ironman Hamburg.

Foto >Nils Flieshardt / spomedis

Was bleibt vom Jahr?

Wenn ich eins aus dem Debüt mitgenommen habe, dann: Eine Langdistanz ist ein verdammt schwieriges Pokerspiel, insbesondere wenn die sportliche Herausforderung auch noch mit einer Wette und einem Blog verknüpft ist – beides ist Bürde und Anreiz zu gleichen Teilen. Ein Projekt wie meins ist planbar, aber letztlich ein unkalkulierbares Unterfangen. Darin lag von Beginn an der Reiz für mich. Dass ich die Voraussetzungen mitbringe, um einen Ironman zu finishen, wusste ich. Aber die große Unbekannte war, ob ich es auch hinkriege. Ja, verdammt, es hat geklappt!

Das Glück war lange auf meiner Seite, ich blieb von Verletzungen verschont und feierte gelungene Testwettkämpfe. Doch drei Wochen vor dem Wettkampf veränderte sich plötzlich die Perspektive: Habe ich vor der Sehnenentzündung darüber nachgedacht, wie nah ich den 9 Stunden komme, wurde ich durch die Zwangspause demütiger und träumte überhaupt vom Finish. Flüchtig hatte ich auch überlegt, das Rennen einfach hinzuschmeißen. Jetzt bin ich überglücklich, nicht aufgegeben zu haben – im Rennen und in den Wochen davor.

Das Schmerz geht, das Humpeln bleibt

Sieben Tage später humple ich immer noch durch die Gegend und kann noch nicht wieder richtig gehen. So richtig begriffen habe immer noch nicht, dass jetzt alles vorbei sein soll. Ich werde weiter machen – womit und wie, das weiß ich noch nicht. Ob's wieder eine Langdistanz wird? Ich weiß nicht. Ein Langstrecken-Triathlon ist kein Solo-Lauf – im Moment des Zieleinlaufs denkt man zwar, dass man der Größte ist. In Wahrheit sind aber die groß, die diesen Zieleinlauf möglich machen: Partner, Familie, Freunde, Arbeitgeber, Kollegen, Trainer, Unterstützer, Zuschauer, Helfer.

Die ersten Wagemutigen habe sich bereits für den Ironman Hamburg 2018 angemeldet, einige davon werden, wie ich, ihre erste Langdistanz absolvieren und ein Sporterlebnis für die eigene Ewigkeit schaffen. Meine Geschichte ist mit diesem Blog zu Ende. Da draußen werden hundert neue Geschichten geboren, die es mindestens genauso wert sind, erzählt zu werden …

Alle Blog-Einträge zum Nachlesen