Gomez trifft auf Nilsson, McNamee, Kastelein und Co.

Kann Javier Gomez beim letzten Härtetest vor seiner ersten Langdistanz den nächsten Sieg einfahren? Die Konkurrenz für den Spanier ist groß. Auch sechs deutsche Athleten gehen in Calella an den Start.

Von > | 17. Mai 2018 | Aus: SZENE

Kann Javier Gomez nach seinen Siegen in Wanaka und Cannes auch in Barcelona ganz oben auf dem Treppchen landen?

Kann Javier Gomez nach seinen Siegen in Wanaka und Cannes auch in Barcelona ganz oben auf dem Treppchen landen?

Foto >JOSÉ LUIS HOURCADE

Wenn am Sonntag der Startschuss zum Ironman 70.3 Barcelona fällt, gilt es für alle Profis mit Siegesambitionen darum, einen Mann zu schlagen – Javier Gomez. Der Ironman-70.3-Weltmeister von 2014 und 2017 wird zum ersten Mal bei der Mitteldistanz in Calella am Start stehen. Das Rennen ist für den Spanier der letzte echte Härtetest vor seinem Langdistanz-Debüt beim Ironman Cairns am 10. Juni. Mit seinen Siegen bei der Challenge Wanaka (Halbdistanz) und beim Cannes International Triathlon demonstrierte Gomez dieses Jahr bereits, dass er problemlos durch die Vorbereitung gekommen ist und seine gewohnte Stärke besitzt. In Barcelona wird der 35-Jährige aller Voraussicht nach noch mehr gefordert als in Wanaka und Cannes, denn das Startfeld hat es in sich. Patrik Nilsson, der den Ironman 70.3 Barcelona 2016 für sich entscheiden konnte, ist wieder mit von der Partie, hat in diesem Jahr allerdings bisher etwas mit Startproblemen zu kämpfen und hofft auf sein erstes Top-Resultat 2018. 

Jan Frodeno, der das Rennen 2015 und 2017 gewann, verzichtet in diesem Jahr auf einen Start. Allerdings gehen Frodenos Trainingspartner Nicholas Kastelein (AUS) und David McNamee (GBR) ins Rennen und dürften als weitere Kandidaten auf den Sieg gelten. McNamee bewies vor einigen Wochen mit seinem Sieg beim Ironman 70.3 Marbella, dass er schon früh im Jahr in bestechender Form zu sein scheint. Nicholas Kastelein hingegen wird in Barcelona sein erstes großes Rennen in diesem Jahr bestreiten. Mit dem zweiten Platz 2017 zeigte der Australier eindrucksvoll, dass ihm der Kurs zu liegen scheint. Was McNamee und Kastelein gleichermaßen zugute kommt: Sie sind beide schon beim Ironman 70.3 Barcelona gestartet und kennen deshalb den Kurs. Speziell auf der extrem anspruchsvollen Radstrecke mit 1.200 Höhenmeter ist dies ein enormer Vorteil. Wahrscheinlich auch im Hinblick auf den direkten Schlagabtausch mit Javier Gomez, der vielleicht nur besiegt werden kann, wenn man ihn auf den 90 Radkilometern weit genug distanzieren kann (Update: Nicholas Kastelein gab bekannt, dass er am Sonntag nicht ins Rennen gehen wird). 

Mit dem Roth-Sieger 2017, Bart Aernouts (BEL), ist ein weiterer Athlet im Rennen, dem mindestens eine Podiumsplatzierung zuzutrauen ist. Weitere Kandidaten für die Top 3 sind außerdem Giulio Molinari (ITA), der zuletzt die Challenge Riccione gewann und Bertrand Billard. Auch Radrakete Cameron Wurf (AUS) steht auf der Startliste und könnte das Renngeschehen entscheidend beeinflussen, wenn er auf der Radstrecke die Initiative ergreift und nach dem Schwimmen keinen allzu großen Rückstand verbuchen muss. Auch mehrere deutsche Athleten sind für das Rennen in Calella gemeldet: Markus Rolli, Johannes Moldan, Tobias Drachler, Julian Fritzenschaft und Stefan Schumacher wollen am Sonntag ebenfalls um vordere Platzierungen kämpfen.

Beranek trifft auf starke Konkurrenz

Im Frauenrennen wird es aus deutscher Sicht spannend für Anja Beranek. Beim Ironman 70.3 Marbella landete sie auf Rang vier, verlor speziell beim Laufen wertvolle Minuten auf die direkte Konkurrenz. Trotz der knapp verpassten Podiumsplatzierung gibt die Leistung der 33-Jährigen Anlass dazu, ihr auch in Barcelona ein Ergebnis unter den Top 3 zuzutrauen. Gerade, weil der anspruchsvolle Radkurs Beranek entgegenkommen sollte. Starke Konkurrenz bekommt Beranek durch Emma Pallant (GBR), Eva Wutti und Lisa Hütthaler (beide AUT), Camilla Pedersen (DNK), Celine Schärer (SUI) und Alexandra Tondeur (BEL), die allesamt an einem guten Tag mit um den Sieg mitkämpfen können.