Gomez und Ryf jagen den Jackpot

Glückt Javier Gomez oder Daniela Ryf beim Ironman 70.3 Bahrain am Wochenende der Sieg, winkt ihnen eine Millionenprämie. Eine Deutsche könnte Ryf aber einen Strich durch die Rechnung machen.

Von > | 22. November 2017 | Aus: SZENE

Daniela Ryf beim Ironman Hawaii 2017.

Daniela Ryf beim Ironman Hawaii 2017.

Foto >Nils Flieshardt / spomedis

Offiziell verkündet worden ist die Prämie nicht, und eine Ausschreibung gibt es erst recht nicht. Zwar hat die "Triple Crown" nach wie vor eine eigene Homepage, aktualisiert worden ist diese allerdings zuletzt vor über einem Jahr im September 2016. Hätten Javier Gomez und Daniela Ryf - die beide Mitglieder im Triathlonteam des "Triple Crown"-Namens- und Geldgebers Nasser Bin Hamad sind - es nicht von sich aus erzählt, könnte man nicht einmal sicher sein, ob es für diese beiden beim Ironman 70.3 Bahrain am Wochenende eigentlich wirklich um die "Triple Crown" geht. Doch weil sie es getan haben, weiß jeder, dass es für beide um enorm viel geht: Nach Siegen beim Ironman 70.3 Dubai und den Ironman-70.3-Weltmeisterschaften in Chattanooga haben Ryf und Gomez nämlich die Chance, mit dem jeweils dritten Sieg im dritten Serienrennen beim Ironman 70.3 Bahrain am Wochenende den Jackpot in Höhe von einer Million Dollar abzuräumen. Ryf war das im Jahr 2015 schon einmal geglückt, doch in diesem Jahr wird das für sie nicht leichter werden als damals.

Versalzt Haug die Millionensuppe?

Denn zwar befinden sich Ende November die meisten ihrer Profi-Kollegen in der Saisonpause oder steigen aus dieser gerade wieder langsam ins geregelte Training ein, doch "die meisten" sind eben nicht "alle". Von den wenigen Profiathleten, deren Triathlonsaison 2017 noch läuft, könnten gleich mehrere das Zeug haben, Ryf in die Millionensuppe zu spucken - und zwar allen voran eine Deutsche. Denn Anne Haug will in Bahrain die zweite Mitteldistanz ihrer Karriere bestreiten und könnte Ryf ernsthaft in Bedrängnis bringen: Im Schwimmen sollte Haug zumindest nicht viel auf die Schweizerin verlieren, den Halbmarathon möglicherweise sogar noch schneller laufen können als die Ironman- und Ironman-70.3-Weltmeisterin. Bleibt die Frage, wie gut Haug, die ihre Mitteldistanz-Premiere auf dem schwierigen Kurs des Ironman 70.3 Lanzarote überlegen gewonnen hatte, mit den flachen 90 Radkilometern zurechtkommt.

Freundet sich die 34-Jährige damit auf Anhieb an, ist ihr alles zuzutrauen - sogar der Sieg. Allerdings muss sie für diesen nicht nur Ryf hinter sich lassen, sondern auch eine Reihe weiterer Athletinnen: Emma Pallant und Holly Lawrence (beide GBR) gehören zu den stärksten Mitteldistanz-Triathletinnen weltweit und haben für das Rennen gemeldet. Außerdem stehen unter anderem Ironman-Malaysia-Siegerin Diana Riesler, Jenny Schulz, Svenja Thoes und Eva Wutti (AUT) auf der Startliste.

Blummenfelt und Bozzone fordern Gomez

Auch Javier Gomez wird sich strecken müssen, um eine Chance auf die Millionenprämie zu haben. Denn einer seiner Konkurrenten hat erst an diesem Wochenende nachgewiesen, in welch exzellenter Verfassung er sich spät in der Saison noch befindet: Terenzo Bozzone (NZL), der das Rennen im vergangenen Jahr gewonnen hatte und am Wochenende beim Island House Triathlon nur im Zielsprint dem Amerikaner Ben Kanute unterlag, steht ebenfalls auf der Startliste des Rennens.

In Sven Riederer und Ronnie Schildknecht sind außerdem zwei starke Schweizer gemeldet - und in Kristian Blummenfelt eine echte Unbekannte, denn der Norweger war bislang vor allem auf der ITU-Kurzdistanz aktiv und dort sehr erfolgreich. Frederik Croneborg (SWE), Pieter Heemeryck (BEL) und Antony Costes (FRA) gehören ebenfalls zum internationalen Feld der Favoriten. Aus Deutschland haben sich zudem Markus Thomschke, Horst Reichel, Johann Ackermann, Alexander Schilling, Tobias Drachler und Markus Hörmann für den Wettkampf gemeldet.