Hauschildt triumphiert, kämpfende Schmitt nicht belohnt

Mit einem solchen Rennen hatte niemand gerechnet: Daniela Ryf musste beim Ironman in Frankfurt vorzeitig aufgeben - und machte den Weg frei für Melissa Hauschildt, die sich in einem hart umkämpften Rennen vor Katja Konschak durchsetzte. Im Fokus stand aber die meiste Zeit über Lokalmatadorin Natascha Schmitt.

Von > | 3. Juli 2016 | Aus: SZENE

Melissa Hauschildt | Melissa Hauschildt gewinnt den Ironman Frankfurt 2016.

Melissa Hauschildt gewinnt den Ironman Frankfurt 2016.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Es war in Frankfurt eine One-Woman-Show erwartet worden, eine beinahe schon langweilige Dominanz der amtierenden Europa- und Weltmeisterin Daniela Ryf. Und genau das bekamen die Zuschauer beim Frankfurt auch zu sehen - aber nur 3,8 Kilometer lang. Denn schon mit dem Schwimmausstieg war klar, dass dieses Rennen nicht nach Daniela Ryfs Plan läuft: Zwar mit sattem Vorsprung, aber sichtlich durchgefroren stolperte sie den Sandstrand zum ersten Wechsel hinauf und verlor alleine auf diesem wenige hundert Meter langen Stück rund zwei Minuten auf die zweitschnellste Schwimmerin unter den Profis, Natascha Schmitt. "Ich habe alles versucht, es zu verhindern, aber nach dem Schwimmen war ich durchgeforen", twitterte Ryf nach dem Rennen. Das Radfahren begann sie zwar noch, wurde aber bald nach hinten durchgereicht und rollte nach einigen Kilometern unterkühlt aus.

Schmitt auf einer Euphoriewelle

Der Weg war also frei für all die Athletinnen, die sich im Vorfeld eigentlich nur den Kampf um Rang zwei auf die Fahnen geschrieben hatten. Ganz vorne, und beflügelt von ihrer unerwarteten Führung: Natascha Schmitt. Die Frankfurterin lebt nur wenige Kilometer entfernt vom Zieltor am Römerberg und hatte sich beim Schwimmen von ihren Kokurrentinnen um Melissa Hauschildt (AUS) und die Darmstädterin Daniela Sämmler deutlich lösen können. In ihrer Euphorie baute Schmitt ihren Vorsprung auf dem Rad in der Folge aus, setzte sich zwischenzeitlich um fast sieben Minuten von der Zweitplatzierten Hauschildt ab. Schmitt stieg am Ende der 180 Radkilometer sechs Minuten vor Hauschildt und rund fünf Minuten vor Sämmler, die sich noch an Hauschildt vorbeischieben konnte, vom Rad.

"Ich kann es kaum glauben", zeigte sich Schmitt beim Wechsel noch euphorisch - und verschwand dann erst einmal für einen kurzen Stopp im Dixie. Deutlich humpelnd machte Schmitt, die den Winter über wegen einer Verletzung nicht laufen konnte, in der Folge ordentlich Tempo, während die andere Lokalmatadorin Sämmler - anfangs ebenfalls humpelnd - zunächst keine Zeit auf Schmitt gutmachen konnte. Lange zog Schmitt so durch, doch mit zunehmender Distanz wurde das Humpeln der Frankfurterin stärker, die Beine schwerer - und die stark auflaufende und mittlerweile vor Sämmler platzierte Hauschildt schob sich immer näher heran, bis sie die Frankfurterin schließlich überholte.

Konschak fliegt heran

Hauschildt, die erst spät für das Frankfurter Rennen gemeldet hatte, gab die Spitzenposition auf den letzten Kilometern nicht mehr her und sicherte sich den Sieg vor dem Frankfurter Römer. Dahinter wurde es aber noch ein weiteres Mal spannend: Eingangs der letzten etwas mehr als zehn Kilometer langen Laufrunde schob sich auch Daniela Sämmler an Schmitt vorbei, die nun deutlich langsamer geworden war und nicht mehr reagieren konnte. Rund vier Kilometer später kam plötzlich auch Katja Konschak noch herangeflogen und verdrängte die wacker kämpfende Schmitt vom Podest. Selbst Sämmler konnte Konschak noch einholen - und so rannte die 38-Jährige aus Halle an der Saale auf den letzten Kilometern noch vom vierten Platz auf den Silberrang. Sämmler verteidigte auf den letzten Kilometern den dritten Platz, Schmitt schleppte sich als Vierte über die Ziellinie.

Ironman Frankfurt 2016 | Frauen

  1. Juli 2016, Frankfurt am Main

Name

Nation

Gesamt

3,8 km Swim

180 km Bike

42,2 km Run

1

Melissa Hauschildt

AUS

9:01:17

0:59:15

4:57:10

3:00:12

2

Katja Konschak

DEU

9:09:58

0:56:05

5:06:45

2:59:29

3

Daniela Sämmler

DEU

9:13:23

0:58:18

4:56:54

3:12:47

4

Natascha Schmitt

DEU

9:16:40

0:55:57

4:54:15

3:21:43

5

Verena Walter

DEU

9:18:58

1:01:45

4:55:49

3:16:04

6

Saleta Castro Noqueria

ESP

9:22:41

0:56:58

5:14:53

3:04:54

7

Dinity-Lee Duke

AUS

9:30:48

0:59:18

5:06:09

3:19:16

8

Katharina Grohmann

DEU

9:31:54

1:13:48

5:06:06

3:07:20

9

Bianca Steurer

AUT

9:37:59

0:59:19

5:14:46

3:00:12

10

Petra Krejcova

CZE

09:45:13

1:03:48

5:22:41

3:13:36

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