„Hawaii wäre ein geiles Mitbringsel!“

Ein ganz anderer Saisonaufbau machte 2018 auch für Lukas Krämer zu etwas Besonderem. Nicht der Ironman Hawaii stand im Fokus, sondern der Ironman Argentinien.

Von > | 2. Oktober 2018 | Aus: SZENE

Lukas Krämer freut sich auf seinen Start beim Ironman Argentinien.

Lukas Krämer freut sich auf seinen Start beim Ironman Argentinien.

Foto >Moritz Sonntag

Der Sommer 2018 lief für Lukas Krämer so ganz anders als in den vergangenen Jahren. Befand sich der Münchner zumeist in der unmittelbaren Vorbereitung auf die Saison-Highlights wie die Ironman Weltmeisterschaften auf Hawaii, stand in diesem Jahr die Erholung im Vordergrund. Gemeinsam mit seinem Team hat sich Krämer für einen anderen Saisonaufbau entschieden und das Jahr in zwei Abschnitte unterteilt. Den ersten konnte er mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 8:08:21 Stunden bei der Challenge Roth erfolgreich beenden, die zweite Hälfte führt den 33-Jährigen über Arizona zum Ironman nach Argentinien.

„Es war schön im Sommer ausnahmsweise Zeit zu haben“

Auch wenn Krämer zugibt, die freie Zeit genossen zu haben, liegen die Gründe für den ungewöhnlichen Aufbau hauptsächlich im sportlichen Bereich. Der Ironman Argentinien am 2. Dezember hat den Feuerwehrmann gleich aus mehreren Perspektiven gereizt: Zum Einen gefällt Krämer die Location und die Möglichkeit, ein neues Land kennenzulernen, zum Anderen erlaubt es ihm, mit Kumpel Matthias mehrere Wochen in den USA zu verbringen, dort gemeinsam zu trainieren und sich auf die nächsten Rennen vorzubereiten. „Das Rennen ist zu spät, als dass ich von Januar an komplett durchtrainieren hätte wollen“, begründet Krämer die Entscheidung zu einer mehrwöchigen Trainingspause nach dem Rennen in Roth.

Drei Wochen lang fuhr Krämer das Training zurück, genoss die gewonnene freie Zeit zu Hause in München und schob ein paar Sonderschichten bei der Feuerwehr, um das Urlaubskonto für den anstehenden langen Trip etwas aufzustocken. Nach einer zusätzlichen krankheitsbedingten Ruhewoche startete er mit einem Sprinttriathlon in der Bayern-Liga in die zweite Saisonhälfte und konnte das Rennen mit seinem Volllast TriTeam Schongau gewinnen und den Aufstieg in die Regionalliga perfekt machen. Anschließend fuhr er mit ein paar Freunden nach Südtirol um das Training wieder aufzunehmen: „Es ist schon ein komisches Gefühl im Sommer einen kompletten Neuaufbau zu starten und so zu trainieren wie ich es eigentlich zu Beginn des Jahres auf Fuerteventura mache“, blickt Krämer auf die letzten Wochen zurück und zeigt sich mit der Form zufrieden: „Sportlich gesehen läuft es wirklich richtig gut!“

Lukas Krämer im Trainingslager.

Lukas Krämer im Trainingslager.

Foto >Moritz Sonntag

Vorbereitung in Tucson, Formtest in Texas

Am 8. Oktober fliegt Krämer gemeinsam mit seinem Kumpel Matthias nach Tucson, Arizona. Die Stadt ist unter Triathleten für seine hervorragenden Trainingsmöglichkeiten bekannt und wurde in den letzten Jahren auch auf Grund der angenehmen Temperaturen in den Wintermonaten von Profis wie Sebastian Kienle und Ben Hoffman besucht. Drei Wochen nach seiner Ankunft steht mit dem Ironman 70.3 Texas das letzte Vorbereitungsrennen auf dem Programm, das Aufschlüsse über Krämers Verfassung geben wird. Auch Matthias wird ins Renngeschehen eingreifen: Beim Ironman Arizona möchte er sich an der Hawaii-Quali versuchen. Krämer nimmt an diesem Tag mit Freude die Supporter-Rolle ein: „Für mich ist das eine tolle Gelegenheit, Matthias etwas von dem zurückzugeben, was er die letzten beiden Jahre für mich getan hat!“

Die beiden Freunde leben den Traum eines gemeinsamen Starts bei der Weltmeisterschaft auf Hawaii 2019. Nach Matthias wird Krämer beim Ironman Argentinien versuchen sein Ticket zu lösen. Durch den neuen Qualifikations-Modus und den Status als Kontinental-Meisterschaft, werden zwei Tickets für die Profis vergeben, von denen sich der Münchner gerne eins sicher würde. Dennoch schiebt er direkt anschließend ein, dass die Qualifikation nicht das erklärte Ziel sei: „Natürlich wäre Hawaii ein geiles Mitbringsel, aber sollte ich mit einem guten Rennen Dritter, Vierter oder Fünfter werden, will ich nicht enttäuscht sein müssen. Daher ist die Quali nicht mein oberstes Ziel.“

Bis zu seinem Abflug in zwei Wochen warten noch hektische Tage auf den Feuerwehrmann. Durch das gestartete Oktoberfest nehmen die eingehenden Notrufe stark zu. Dazu gilt es, die letzten Feinheiten in der Reiseplanung zu finalisieren bevor es in Richtung Staaten geht. Trainingscamp, Ironman Rennen und nicht zuletzt eine gemeinsame Zeit unter Freunden: Die nächsten Monate werden mit Sicherheit nicht langweilig.