Hochintensives Warm-up für Kienles Saisonfinale

Beim Island House Triathlon sammelt Sebastian Kienle am Wochenende letzte schnelle Kilometer vor dem Ironman Cozumel. Favoriten auf den Sieg sind aber andere.

Von > | 16. November 2017 | Aus: SZENE

Sebastian Kienle beim Ironman Hawaii 2017.

Sebastian Kienle beim Ironman Hawaii 2017.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Nach diesen zwei Tagen wird Sebastian Kienle die folgende Woche gut brauchen können, um pünktlich zum Ironman Cozumel wieder bei vollen Kräften zu sein: Beim Island House Triathlon wird sich der 33-Jährige abermals in eigentlich ungewohnten Rennformaten mit einigen der weltbesten Kurz- und Langdistanzlern messen. Das alles angesichts der sehr kurzen Rennformate natürlich ohne reelle Siegchance - aber trotzdem mit jeder Menge Ehrgeiz und einer Menge Motivation, wie Kienle sie aus dem Beieinandersein mit Top-Triathleten aus der ganzen Welt auf einem wunderschönen Fleck Erde ziehen kann.

Kurzdistanzler im Vorteil

Schon deshalb dürfte Kienle der Island House Triathlon eine Woche vor seinem Saisonfinale beim Ironman Cozumel, bei dem er frühzeitig seine Hawaiiqualifikation sichern will, um sich für das kommende Jahr alle Optionen zur Saisongestaltungen offen zu halten, gut tun. Denn Kienles Ehefrau Christine Schleifer deutete in einer unregelmäßigen Kolumne auf Kienles Facebookseite dieser Tage an, dass eben jene Trainingsmotivation des Hawaii-Vierten mit der Rückkehr ins derzeit eher ungemütlich frische und regnerische Deutschland etwas gelitten habe. Der Gedanke an die hochkarätige Konkurrenz beim Einladungstriathlon auf den Bahamas am Freitag und Samstag dürfte Kienle, der andere Spitzentriathelten in den sozialen Medien üblicherweise eng verfolgt, dann aber doch weiter auf die Straßen und in die Schwimmhalle getrieben haben.

Von diesen Triathleten, die auf den Bahamas vorne mitkämpfen könnten, gibt es eine ganze Menge. Allen voran die Kurzdistanzler Richard Murray, Henri Schoeman (beide RSA), Aaron Royle (AUS), Mario Mola (ESP) und Vincent Luis (FRA) dürften sich gute Chancen ausrechnen. Das Lager der Langdistanzler vertreten, neben Kienle, unter anderem Ben Hoffman (USA) und Terenzo Bozzone (NZL).

Die Formate sind aber eher nicht für diese gemacht: Los geht es am Freitag mit zwei Rennen, einmal ein "Individual Time Trial" über 7 Kilometer Radfahren, 2 Kilometer Laufen und 200 Meter Schwimmen, am Nachmittag folgt dann ein abgewandelter Sprinttriathlon über 2km Laufen, 375 m Schwimmen, 10 km Radfahren, 2 km Laufen, nochmals 375 m Schwimmen, 10 km Radfahren und zum Schluss 1 km Laufen. Am Samstag geht es im Jagdstart in einen klassischen Sprinttriathlon über 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Laufkilometer.

Auf Frauenseite fehlt Vorjahressiegerin Gwen Jorgensen, die vor einigen Wochen ihren ersten Sohn geboren hat und sich in den nächsten Jahren auf den Laufsport konzentrieren will. In den Fokus rückt somit die Xterra- und Kurzdistanzweltmeisterin Flora Duffy (BER). Ihre Kurzdistanzkonkurrentinnen Ashleigh Gentle (AUS), Andrea Hewitt (NZL), Kirsten Kasper, Katie Zaferes (beide USA), Rachel Klamer (NED) und die in diesem Jahr auf die Mitteldistanz gewechselte Sarah True (USA) werden aber versuchen, ihr das Leben schwer zu machen - ebenso wie auch die Mitteldistanz-Spezialistinnen Holly Lawrence, Emma Pallant (beide GBR) und Ellie Salthouse (AUS).