Horst Reichel im Interview

Horst Reichel hat sich akribisch auf den Ironman 70.3 Bahrain vorbereitet und geht mit Topform ins Rennen. Wir haben mit dem Deutschen über das Training und seine Erwartungen gesprochen.

Von > | 23. November 2017 | Aus: SZENE

Beim Ironman Hamburg 2017 konnte sich Horst Reichel den zweiten Platz sichern.

Beim Ironman Hamburg 2017 konnte sich Horst Reichel den zweiten Platz sichern.

Foto >Nils Flieshardt / spomedis

Horst Reichel, wie verlief Ihre Vorbereitung auf den Ironman 70.3 Bahrain?
Mit meiner Fitness bin ich schon sehr zufrieden. Ich habe mich nach dem Ironman Barcelona sieben Wochen intensiv auf den Wettkampf in Bahrain vorbereitet. Das ist für mich eher ungewöhnlich, da ich sonst meine Mitteldistanzen in meine Langdistanzvorbereitung integriere. In der Vorbereitung verlief soweit alles problemlos, weshalb ich Samstag zuversichtlich ins Rennen gehen kann.

Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit Ihrer Saison bis hierher?
Das war schon ein gutes Jahr. Bei meinen Hauptrennen, ausgenommen den Ironman Frankfurt, hatte ich immer solide Ergebnisse. Beim Ironman Hamburg konnte ich Zweiter werden, bei der Challenge Heilbronn Dritter. Außerdem konnte ich noch einige kleinere Wettkämpfe gewinnen. Beim Ironman Barcelona habe ich ein gutes Ergebnis leider selbst etwas verspielt. Das ist einer der Gründe, warum ich jetzt hier bin. Dadurch habe ich noch einmal richtig Lust bekommen, einen rauszuhauen.

Wieso haben Sie sich dafür das Rennen in Bahrain ausgesucht?
Verlockend ist natürlich, dass es ein Championship-Rennen ist und es deshalb mehr Punkte und Preisgeld als sonst gibt. Ich wollte bereits in den vergangenen Jahren hier starten, aber irgendwie hat es zeitlich nie gepasst. Außerdem kann man Bahrain im Vergleich zu den anderen Rennen zu diesem Zeitpunkt noch relativ einfach erreichen. Das Profifeld ist zudem sehr stark, weshalb man vielleicht auch noch mal zusätzlich gepusht wird.

Wie haben Sie sich in Deutschland auf die warmen Temperaturen vorbereitet?
Mein Radtraining habe ich ausschließlich auf der Rolle absolviert, außerdem war ich häufiger auf dem Laufband. Das war vom Klima her schon sehr wettkampfnah. Ich bin gespannt, wie sich das auswirkt. Eine derartige Indoor-Vorbereitung im "Sanders-Style" habe ich sonst noch nie gemacht. Es hat aber alles gut geklappt und ich hoffe, dass ich mich damit erfolgreich auf die Bedingungen einstimmen konnte.

Über die Social-Media-Kanäle hat man des Öfteren gesehen, dass Sie Laufeinheiten gepostet haben. Das waren hauptsächlich Tempodauerläufe, bei denen das Tempo wirklich sehr hoch war. Haben Sie im Vorfeld bewusst einen Laufschwerpunkt gesetzt?
Ganz genau, auch mein Trainer hat auch gesagt, dass über die Platzierung wohl am Ende hauptsächlich beim Laufen entschieden wird. Deshalb war unsere Intention, wieder eine hohe Geschwindigkeit reinzubekommen. Durch das Training für eine Langdistanz verliert man beim Laufen am meisten Geschwindigkeit in der Spitze, das ist bei Radfahren nicht so das Problem. Das Training mit den hohen Intensitäten hat gut funktioniert und ich hoffe sogar noch ein bisschen schneller zu laufen als sonst bei meinen Mitteldistanzen. So schnell wie zu meinen Zeiten auf der Kurzdistanz bin ich zwar nicht mehr, aber ich würde mein Niveau schon relativ hoch einschätzen.

Mit welcher Zielsetzung gehen Sie ins Rennen?
Eine Top-5-Platzierung ist mein Ziel. Der Sieg wird wohl über Javier Gomez gehen und dahinter sind auch weitere sehr starke Athleten, die aber alle nicht zu weit weg sind. Viel ist natürlich auch von der Tagesform abhängig und gerade bei so windigen und warmen Bedingungen kann viel passieren.