Ich bin dabei!

Der Norseman gilt als einer der härtesten Triathlons der Welt und in diesem Jahr wird genau ein deutscher Athlet den Sprung von der Fähre ins Abenteuer wagen. Max Rauer ist unser Mann in Norwegen und auf tri-mag.de bloggt er über seinen Weg zum Start.

Von > | 20. Februar 2019 | Aus: SZENE

Mit dem Sprung von der Fähre ins kalte Wasser des Hardangerfjords beginnt das Abenteuer Norseman.

Mit dem Sprung von der Fähre ins kalte Wasser des Hardangerfjords beginnt das Abenteuer Norseman.

Foto >José Luis Hourcade

Als erstes möchte ich mich mal vorstellen: Ich bin Max, Baujahr 1991, Bauingenieur und wohne in Pulheim bei Köln. Ich lache gerne und bin offen für „Schabernack“ und Späße aller Art. Seit 2004 bin ich im Radsport aktiv, wo ich mich auch im Vorstand meines Vereines engagiere. Ich esse gerne, bin aber dem Kochen selbst eher abgeneigt.

Allgemein würden mich meine Freunde wohl als verrückt beschreiben. Und als ich Ihnen vom Norseman erzählt habe, lagen die Reaktionen zwischen fassungslosem Kopfschütteln und Sätzen wie „Aus welchen Sado-Maso-Magazin stammt denn dieser Wettkampf?“.

Ich gehe gerne an meine Grenzen und darüber hinaus, mache Dinge, die andere für unmöglich erklären, und erfreue mich daran, wenn ich es dann doch schaffe.

Foto >Privat

Wie ich genau zum Triathlon gekommen bin, kann ich nicht mehr sagen. Der Ursprung liegt wohl in den TV-Bildern von Hawaii, die mich schon als Kind fasziniert haben. Diese unvorstellbare „Eisenleistung“ zu vollbringen und nach jedem Wechsel wieder Vollgas zu geben, als wäre nichts gewesen, hat mich immer wieder im Oktober vor den Fernseher gezogen. Mit 17 oder 18 war ich dann mal kurz davor, einen Triathlon zu probieren, habe es dann aber doch nicht gewagt.

Erst 2013 habe ich mich an einen Sprint-Triathlon in Köln gewagt. Im Nachhinein lache ich über mich selbst, wenn ich daran denke, dass ich als 15-Jähriger schon 180-Km-Radtouren mit dem Verein gefahren bin, vor dem Dreikampf aber immer diesen Höllenrespekt bewahrt habe.

2014 war ich dann das erste Mal in Norwegen. Zusammen mit meiner Cousine Sarah habe ich drei Wochen das Land und seine unglaublichen Facetten lieben gelernt. Wir haben Wanderungen bei bestem Wetter genossen, haben im strömenden Regen die Troll Tunga erklommen und haben bei Acht-Euro-Bier den WM-Titel der „Jungs“ erlebt.

Mein Entschluss, mich mehr dem Sport zu widmen, fiel irgendwo hier auf dieser Reise. Ich hatte Zeit zum Nachdenken und stellte mir Fragen. Und die richtigen Fragen sind der Anfang von Träumen, die eines Tages zu Visionen und manchmal auch zu Zielen werden.

Was daraus folgte, war 2015 meine erste Halbdistanz (Paguera), 2016 die Langdistanzpremiere auf Lanzarote und die Versuche, einen Startplatz für den Norseman zu ergattern. Und auch dieses Jahr war der „Draw“-Tag wieder dick im Kalender markiert. Ich meldete mich wieder zur Verlosung an und als ich auf Facebook mitbekam, dass mein österreichischer Kumpel Daniel Martin dies ebenfalls getan hatte, schrieb ich ihm scherzhaft, dass wir uns dann wohl auf der Fähre treffen werden …

Und dann kam er, der Tag der Entscheidung, Montag, der 12.11.2018. Was ich sah, machte mich fassungslos: Wir erhielten tatsächlich beide einen Slot. Wahnsinn, absolute Ungläubigkeit, totale Freude und Ekstase. Moment mal: War ich wirklich der einzige Starter mit deutscher Flagge hinter dem Namen? Ja! Cool! Das muss ein Fehler sein. Soll ich wirklich der einzige Deutsche am 3. August sein? Was für ein Losglück. Verrückte Welt. Ich darf fünf Jahre nach meinem ersten Besuch an diesen magischen Ort zurückkehren und mir hoffentlich den Traum vom Finish am Gaustatoppen erfüllen.

Fast schon verfluchte ich mein Glück. Die ganze Arbeit, die jetzt ansteht. Ich brauche ein Team, das mich begleitet. Das sportlich fit ist, auf Englisch mit der Renndirektion kommunizieren kann, Auto fahren darf, Lust und Zeit hat, mich auf dieser verrückten Reise zu begleiten, und mich extrem gut kennt. Es wird eine Menge organisatorische Arbeit auf mich zukommen, vom Training ganz zu schweigen. Und genau davon werde ich euch in diesem Blog in den kommenden Wochen und Monaten berichten!