"Ich will wieder vorne mitmischen"

2017 landete Michael Raelert in Samorin auf Rang drei. Wir haben im Vorfeld des Rennens mit dem zweimaligen Ironman-70.3-Weltmeister über seine Erwartungen gesprochen.

Von > | 2. Juni 2018 | Aus: SZENE

Kann Michael Raelert an seinen dritten Platz aus dem Vorjahr anknüpfen?

Kann Michael Raelert an seinen dritten Platz aus dem Vorjahr anknüpfen?

Foto >Nils Flieshardt / spomedis

Michael Raelert, am vergangenen Wochenende sind Sie beim Ironman 70.3 St. Pölten mit einem sechsten Platz in die Saison eingestiegen. Wie haben Sie das Rennen empfunden?
Natürlich bin ich von dem Ergebnis ziemlich enttäuscht. Das Schwimmen und die erste Hälfte auf dem Rad liefen echt gut, aber dann war ich relativ schnell kraftlos. Es war zwar der Plan, vor dem Rennen noch gut zu trainieren und nicht zu früh rauszunehmen, aber dadurch hat mir wahrscheinlich die Frische und nötige Erholung gefehlt. Eigentlich liegen mir solche Kurse wie in St. Pölten immer ganz gut, aber nach einer guten Stunde auf dem Rad waren einfach die Lichter aus, da war dann nicht mehr zu holen.

Hat Sie das Ergebnis verunsichert?
Natürlich hätte mich ein gutes Resultat bestätigt und wäre gut für mein Selbstvertrauen gewesen. Gerade beim ersten Rennen der Saison, wenn man nicht genau weiß, wo man steht, tut eine vordere Platzierung natürlich gut. Aber ich weiß, dass ich gut und viel trainiert habe und die Form da sein sollte. Von daher glaube ich einfach, dass ich mit etwas mehr Erholung vor dem Rennen auch wieder meine Normalform zeigen kann. 

Mit welchen Erwartungen gehen Sie in das Rennen am Sonntag und wie lief Ihre Vorbereitung?
Das Rennen wird sicherlich sehr schnell. Einmal, weil das Startfeld wirklich gigantisch ist und natürlich, weil der Kurs schnelle Zeiten begünstigt. Wie gesagt, ich habe gut trainiert und denke auch, dass es besser laufen wird als in St. Pölten. Hoffentlich zahlt sich das viele Training dieses Mal aus. Im Vorfeld hatte ich zuletzt noch mit Wadenproblemen zu kämpfen, das hat mich beim Laufen etwas eingeschränkt. Ich bin allerdings wieder schmerzfrei und die letzten Tempoläufe waren auch wirklich gut. Zwischen den beiden Mitteldistanzen liegt nur eine Woche, daher muss ich mal schauen, ob das reicht, um die nötige Regeneration zu bekommen. Aber das werde ich wohl erst nach dem Rennen wissen.

Im vergangenen Jahr sind Sie Dritter geworden. Was haben Sie sich für den Wettkampf vorgenommen?
Ich will wieder vorne mitmischen. Über das Podium würde ich mich freuen, bei dieser Konkurrenz wäre das schon echt hoch zu bewerten. Ich denke, dass ich beim Schwimmen wieder ganz vorne mit aus dem Wasser komme und dann auf dem Rad lange mit an der Spitze sein kann. Auch wenn mir wellige Strecken besser liegen als diese "Drückerstrecken", die komplett flach sind. Beim Laufen könnte dann auch die Hitze eine Rolle spielen. Ich habe schon viele gute Rennen bei diesen Bedingungen gemacht, bin allerdings auch einige Male dabei geplatzt. Da wird man gut abwägen müssen, wie viel Risiko man eingehen will. 

Wen sehen Sie als Ihre größten Konkurrenten um die vorderen Plätze?
Ich könnte mir gut vorstellen, dass Lionel Sanders und Sebastian Kienle den Sieg wieder unter sich ausmachen. Auch Sam Appleton und James Cunnama traue ich einiges zu. Und dann kommen noch etliche Athleten wie Andreas Dreitz, Maurice Clavel, Bart Aernouts und Mauricio Mendez dazu, die auch auf dem Podium landen können.