Im Interview mit Laura Philipp

Marieke von Racing Aloha hat mit Laura Philipp über ihr Verhältnis zu Trainer (und Freund) Philipp Seipp und ihre Langdistanz-Ambitionen gesprochen.

Von > | 31. August 2017 | Aus: SZENE

Laura Philipp (rechts) im Gespräch mit Marieke von Racing Aloha.

Laura Philipp (rechts) im Gespräch mit Marieke von Racing Aloha.

Foto >Privat

"Die Xterra-WM in Maui war immer ein Traum von mir"

Hast du eine Lieblingseinheit, und wenn ja welche?
Schwierige Frage: Intervalleinheiten?! Da es die einzigen Einheiten sind, bei denen ich mir in den Allerwertesten treten muss. Grundsätzlich hab ich nie Motivationsprobleme, aber es gibt schon ganz harte Einheiten, wo ich dann am Leistungslimit hantieren soll. Aber wenn ich die durchgezogen habe, dann ist das Gefühl einfach so gut, weswegen ich sagen würde, dass das dann schon auch irgendwo Lieblingseinheiten sind. Außerdem fahre ich ganz gern Radintervalle am Berg oder mach auch mal einen ganz lockeren Dauerlauf, bei dem ich die Uhr daheim lasse.

Wie findest du Ausgleich zum Training?
Ich habe einen Hund, den Nino, mit dem verbringe ich einfach gern Zeit. Mit ihm kann man super auf dem Sofa chillen oder einfach rausgehen. Ansonsten schaue ich gern Soaps und trinke viel Kaffee. Neben dem Triathlon gehe ich sportlich gern Klettern und Mountainbiken, auch wenn dafür oftmals nicht viel Zeit bleibt. Wobei ich dieses Jahr einen Xterra gemacht habe und die WM in Maui immer ein Traum von mir war, den ich mir dieses Jahr erfüllen möchte.

Hast du weitere Ziele für diese Saison?
Momentan bin ich Dritte im 70.3-Ranking – das liest sich schon mal extrem gut. Mein Ziel ist es, bei der 70.3-WM, die Anfang September ist, richtig weit vorn zu landen. Nun hat die Radstrecke um die 1.000 Höhenmeter, da hoffe ich auf ein faires Radfahren. Letztes Jahr war es nämlich wirklich so, dass halt eine Gruppe vorn zusammengefahren ist und man noch so stark Radfahren konnte, aber nicht wegkam. Deswegen war für mich meine sportliche Leistung letztes Jahr eigentlich auch schon gut, aber es ist „nur“ der 7. Platz geworden. Ich würde mich gern noch ein bisschen weiter vorn platzieren.

Ich schau mir dieses Jahr Hawaii an und komme vielleicht auf den Geschmack

Was ist dein Lieblingswettkampf? Welche Rennen kannst du uns empfehlen?
Einmal den Rhein-Neckar-Cup (ehrliche Strecken und super Organisation), insbesondere den Heidelbergman kann ich jedem empfehlen. Ansonsten mag ich die Challenge Heilbronn sehr gern, vor allem durch die Integration mitten in die Stadt. Mein persönliches Highlight ist auch der Ironman Mallorca: Mallorca ist einfach eine wunderschöne Insel und die Radstrecke, wenn sie gesperrt ist, entlang zu düsen, ist schon einfach richtig geil.

Viele fragen sich bestimmt: Wann macht die Laura ihre erste Langdistanz? Gibt es denn schon eine Langdistanzplanung bei dir?
Also, ich hab vor der Langstrecke einen riesigen Respekt. Und ich bin auch der Meinung, dass man sich dafür lieber ein Jahr mehr Zeit nehmen sollte. Außerdem will ich dann schon gut abschneiden und nicht nur einfach finishen. Ich bin jetzt eben Profi und da gehört es dazu, ein erfolgreiches Debüt zu geben. Aber ich denke, dass ich mich dieses Jahr in allen drei Disziplinen nochmal deutlich steigern konnte. Außerdem ist es in meinen Augen grundsätzlich einfacher, die Distanz zu verlängern, als wirklich schneller zu werden. Ich hab das trotzdem im Hinterkopf, gerade weil ich auch der Meinung bin, dass wir in Deutschland noch mehr Power bei den Frauen brauchen. Ich meine, die Männer sind da super dominant auf der Langstrecke. Bei den Frauen tun wir uns schwerer. Ich schaue mir dieses Jahr Hawaii an - und vielleicht komme ich da auf den Geschmack?