Sanders in Mont-Tremblant, Van Lierde in Nizza auf Titeljagd

Während Lionel Sanders bei seinem Heimrennen in Québec als klarer Favorit ins Rennen geht, wollen Frederik Van Lierde und Carrie Lester beim Ironman France ihre Vorjahressiege wiederholen.

Von > | 20. Juni 2018 | Aus: SZENE

Der Kanadier konnte sein Heimrennen in den vergangenen drei Jahren gewinnen. Gelingt ihm am Wochenende der vierte Streich?

Der Kanadier konnte sein Heimrennen in den vergangenen drei Jahren gewinnen. Gelingt ihm am Wochenende der vierte Streich?

Foto >Courtesy Ironman 70.3 Mont-Tremblant

Eine Katze zerstörte die Ambitionen Boris Steins schon gut eine Woche vor dem Rennen in Nizza, als sie während einer Einheit des deutschen Athleten auf der Wettkampfstrecke unvermittelt vor seine Zeitfahrmaschine lief. Mit Schürfwunden und einer Hüftprellung hatte Stein Glück im Unglück, das Rennen ist für ihn damit schon vorbei, bevor es begonnen hat.

Die Favoritenrolle dürfte ein weiteres Mal Frederik Van Lierde (BEL) zukommen, der das Rennen bereits viermal für sich entscheiden konnte und als Vorjahressieger in den Wettkampf starten wird. Die schöne, aber ebenfalls anspruchsvolle Radstrecke mit 2.100 Höhenmetern führt zunächst entlang der Mittelmeerküste bis ins bergige Hinterland der Côte d'Azur. Gelaufen werden vier Runden an der stimmungsvollen Promenade, die den Athleten eine würdige Kulisse für ein spannendes Finale und schnelle Laufzeiten ermöglicht. Um den Sieg mitmischen könnten ebenfalls Giulio Molinari (ITA) und Antony Costes (FRA). Molinari gewann im Frühjahr bereits sein Heimrennen bei der Challenge Riccione und belegte – eher enttäuschend – den achten Rang beim Ironman Südafrika. Costes machte im vergangenen Oktober mit dem Sieg beim Ironman Barcelona auf sich aufmerksam, wo er mit einer Zeit von 7:49:19 Stunden einen neuen Streckenrekord aufstellte. Vor drei Wochen belegte er Platz sechs bei "The Championship" in Samorin. Vordere Platzierungen sind außerdem Romain Guillaume (FRA), Eneko Llanos (ESP) und Etienne Diemunsch (FRA) zuzutrauen. Als deutsche Athleten gehen Christian Brader und Markus Thomschke an den Start. Auch Überbiker Cameron Wurf befindet sich auf der Startliste, angesichts seines Starts bei der Challenge Roth am 1. Juli wird er den Wettkampf wohl nicht bestreiten.

Im weiblichen Starterfeld ist es vor allem Carrie Lester (AUS), die man für die Position ganz oben auf dem Treppchen im Auge behalten sollte. Die vierfache Ironman-Siegerin gewann das Rennen schon im Vorjahr und scheint sich in Frankreich enorm wohl zu fühlen. 2017 dominierte sie das Feld und siegte mit rund zehnminütigem Vorsprung in einer Zeit von 09:27:53 Stunden. Gemeldet ist ebenfalls die frischgebackene Ironman-70.3-Europameisterin Melissa Hauschildt, die es mit einem Start am Sonntag zu einem spannenden Duell zwischen den beiden Australierinnen kommen lassen könnte. Auch Natascha Schmitt geht ins Rennen und kämpft um eine vordere Platzierung. 

Lionel Sanders tritt als Favorit in Québec an

Jeder, der Lionel Sanders kennt, weiß, dass der Kanadier keine starke Konkurrenz benötigt, um ausreichend Motivation für ein starkes Rennen mitzubringen. Insofern dürfen Beobachter gespannt sein, wie Sanders nach seiner enttäuschenden Schwimmperformance bei "The Championship" in Samorin die "so nicht mehr vorkommen wird" sich vor allem im Wasser schlagen wird. Fünf Anstiege mit insgesamt 1.000 Höhenmetern verteilen sich auf den 90 Radkilometern, was Sanders mit seiner enormen Power ebenfalls entgegenkommt. Dieser dürfte sich vor allem Rodolphe von Berg entgegenstellen können. Der US-Amerikaner sicherte sich am vergangenen Wochenende in Helsingör überraschend den Ironman-70.3-Europameistertitel und reist mit viel Rückenwind und Selbstvertrauen nach Kanada. Ebenso sollten die Kanadier Brent McMahon und Taylor Reid ein Wörtchen um die Vergabe der Podiumsplätze mitreden können.  

Routinierin Meredith Kessler steht unterdessen im Frauenfeld im Fokus. Die anlässlich des Ironman-Jubiläums "40 Years of Dreams" als "Greatest American Triathlete of All Time" ausgezeichnete Athletin gilt als Favoritin im Rennen der Frauen.