Jonas Schomburg wechselt zurück nach Deutschland

Aus Deutschland in die Türkei und zurück: Jonas Schomburg hatte die DTU für den Traum von Olympia verlassen - und kehrt nun zurück, die Ringe immer noch fest im Blick.

Von > | 21. Januar 2017 | Aus: SZENE

Jonas Schomburg ist ein guter Schwimmer.

Jonas Schomburg ist ein guter Schwimmer.

Foto >Delly Carr / triathlon.org

Noch ein paar Monate wird er unter neutraler Flagge der International Triathlon Union (ITU) starten müssen, dann ist er ab Oktober 2017 auch sportlich wieder ein Deutscher: Der 22-jährige Hannoveraner Jonas Schomburg kehrt zurück zur Deutschen Triathlon Union, der er 2014 den Rücken gekehrt hatte, in der Hoffnung, es in einer anderen Nation zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro schaffen zu können.

"Talentfrei" in die Türkei

"Man hat mir in Deutschland damals gesagt, ich sei talentfrei", erzählt Schomburg. Weil er zudem nicht in einem Kader landete und darum seine Chancen auf internationale Einsätze schwinden sah, schaute er sich nach einem neuen Verband um - und wurde in der Türkei fündig. "Österreich und Luxemburg standen auch zur Debatte, aber in der Türkei hatte ich durch den italienischen Head Coach tolle Unterstützung und habe auch sehr schnell einen Pass bekommen", sagt Schomburg. Zwar lebte und trainierte Schomburg weiter in Niedersachsen, wo er von seinem Vater Arnd Schomburg, früher selbst Nationalmannschaftsathlet, angeleitet wird. Der Traum von Olympia ließ ihn aber das türkische Trikot überstreifen.

Als guter Schwimmer hat Schomburg taktisch meist eine glänzende Ausgangslage in den Windschattenrennen, häufig fiel er in den vergangenen Jahren beim Laufen aber wieder weit zurück. Die Qualifikation für die Olympischen Spiele verpasste er in der Türkei deshalb knapp. Ein sechster Rang bei den European Games in Baku 2015 und der siebte Rang beim WM-Serienrennen in Stockholm 2016 zeigten allerdings, dass die erweiterte Weltspitze nicht uneinholbar weit weg ist.  "Da in der Türkei nun das Präsidium gewechselt und sich die Situation geändert hat, habe ich entschieden, wieder zurück nach Deutschland zu kommen", sagt Schomburg, der zweimal den "Red Bull Tri Islands" gewonnen hat.

Im Februar, sobald er von einem Trainingslager in Südafrika zurückgekehrt ist, möchte er mit der Deutschen Triathlon Union sprechen, für die er nach einem Jahr, das Schomburg nach den Regularien unter neutraler Flagge starten muss, wieder antreten wird. Seinen Traum von Olympia hat er jedenfalls noch nicht aufgegeben. "Bei den Spielen 2020 in Tokio werde ich 26 Jahre alt sein, also im besten Alter", sagt Schomburg, der Englisch und Sport auf Lehramt studiert und die meisten nationalen Konkurrenten noch aus Jugendjahren und Bundesligarennen kennt. Bis der Kampf um Olympia wieder in die heiße Phase geht, möchte er sich in seiner schwächsten Disziplin, dem Laufen, weiter verbessern - und beweisen, dass seine frühere Einordnung als "talentfrei" ein Trugschluss war.