Kanada und Kalifornien - Doppelte Spannung in Nordamerika

In Nordamerika steht sich am Wochenende sowohl in Kanada als auch in Kalifornien ein Startfeld der Spitzenklasse gegenüber. Besonders der Ironman 70.3 Santa Rosa verspricht hierbei im wahrsten Sinne des Wortes heiß zu werden.

Von > | 24. Juli 2018 | Aus: SZENE

Malerische Landschaften sind bei einem Start in Whistler, dem Veranstaltungsort der Olympischen Winterspiele 2010, garantiert.

Malerische Landschaften sind bei einem Start in Whistler, dem Veranstaltungsort der Olympischen Winterspiele 2010, garantiert.

Foto >Getty Images for Ironman

Eines muss man dem kanadischen Wintersport-Ort Whistler lassen: Man bekommt, was er verspricht. Ganze 2.500 Höhenmeter haben die Athleten beim Ironman Kanada auf den 180 Kilometern zu bewältigen, nachdem sie zuvor 3,8 Kilometer im Alta Lake geschwommen sind und bevor sie der Marathon entlang des Green Lakes und des Lost Lakes erwartet. Auch hier sind satte 316 Höhenmeter zu erklimmen.

Marino Vanhoenacker und Lokalmatador McMahon fovorisiert

Der Belgier Mario Vanhoenacker geht gemeinsam mit dem Kanadier Brent McMahon als Favorit ins Rennen beim Ironman Whistler. Obwohl er sein letztes Rennen, den Ironman 70.3 in Lathi, aufgrund der Kälte und daraus resultierenden Muskelbeschwerden nicht beendete, hat der Routinier Vanhoenacker nach wie vor die passende Mischung aus Erfahrung und Schnelligkeit, um die Konkurrenz im Schach halten zu können. Auf den erfahrenen Brent McMahon wird ebenfalls zu achten sein. Er war bereits zweimal für sein Land bei den Olympischen Spielen und bringt aus seiner Zeit auf der Kurzdistanz viel Speed mit. Diesen brachte er unter anderem schon bei seinem Sieg des Ironman Brazil auf die Strecke, den er 2016 in 7:46:10 Stunden absolvierte, was ihm bis heute einen vorderen Platz in die Liste der Weltbestzeiten einbrachte. Des Weiteren können am Sonntag vor allem weitere Lokalmatadoren um Trevor Wurtele und Jeff Symonds durchaus für eine Überraschung sorgen, ist ihnen die entsprechende Unterstützung der Zuschauer an der Strecke zumindest schon einmal sicher. Zudem darf man zum erweiterten Favoritenkreis auch den US-Amerikaner Matt Russel zählen. Ein weibliches Profi-Starterfeld wird es beim Ironman Canada nicht geben.

Ironman 70.3 Santa Rosa verspricht großartiges Rennen

Dass Kalifornien für Triathleten ein gutes Pflaster ist, scheint aufgrund der optimalen Bedingungen im "Sunshine-State" nicht sehr verwunderlich. Daher ist es fast schon eine logische Konsequenz, dass auch das dortige Ironman-70.3-Rennen mit einer Top-Besetzung aufwarten kann. Geschwommen wird im Lake Sonoma um zwei Wendebojen. Auf einer der wenigen Punkt-zu-Punkt-Strecken des Ironman-Kalenders werden die 90 anschließenden Kilometer von der ersten Wechselzone bis nach Santa Rosa gefahren, wo der abschließende Halbmarathon stattfindet.

Hoffman, Appleton, O'Donnell, Butterfield und Co. kämpfen um den Titel

Angefangen bei Jungtalent Sam Appleton und Joe Gambles, Zweiter der letztjährigen Ausgabe (beide AUS), über Tim O'Donnell und Ben Hoffman (beide USA) bis hin zu Tyler Butterfield (BER) und Igor Amorelli (BRA), den diesjährigen Zweitplatzierten beim Ironman Brasilien - eine verlässliche Voraussage über den Ausgang des Rennens an der Westküste der USA zu treffen, scheint unmöglich. Über sehr viel Erfahrung und taktisches Rennverständnis verfügen sicherlich die beiden Lokalmatadoren O'Donnell und Hofmann, wobei Tyler Butterfield ebenso das Potenzial hat in Kalifornien ganz vorne landen zu können. Aber auch Appleton, der als Mitteldistanz-Spezialist gilt und bisher noch nicht auf der Langdistanz unterwegs ist, kann im Kampf um den Gesamtsieg eine wichtige Rolle spielen. 

Auch Frauenfeld gut besetzt

Nicht weniger gut besetzt ist das Profi-Feld der Damen. Mehrere bekannte Namen finden sich auf der Startliste. An einem normalen Tag führt wohl kein Weg an der dreifachen Hawaii-Gewinnerin Mirinda Carfrae (AUS) vorbei. Die 37-jährige Ausnahmeathletin brennt nach wie vor auf Erfolge und hat in diesem Jahr bereits beim Ironman 70.3 Monterrey in Mexiko und beim Ironman 70.3 Texas jeweils den zweiten Platz belegt und damit gezeigt, dass sie nach einem Jahr schwangerschaftsbedingter Auszeit nach wie vor zu den schnellsten Triathletinnen auf der Mitteldistanz gehört. Ihre härteste Konkurrenz kommt mit Meredith Kesseler und Heather Wurtele aus den USA und Kanada. Wurtele zeigte in diesem Jahr bereits mit einem sechsten Platz bei "The Championship" in Samorin und dem Sieg bei der Challenge Geraardsbergen ihre Leistungsfähigkeit auf der Halbdistanz.