Kienle sagt in Texas ab, Schmitt gewinnt in Portocolom

Sebastian Kienles Triathlon-Saisoneinstieg muss weiter warten - der 33-Jährige sagte in Texas kurzfristig ab. Dafür ist Natascha Schmitt auf Mallorca wieder in den Rennzirkus zurückgekehrt.

Von > | 9. April 2018 | Aus: SZENE

Natascha Schmitt gewinnt den Triathlon de Portocolom.

Natascha Schmitt gewinnt den Triathlon de Portocolom.

Foto >Triathlon de Portocolom

Sebastian Kienle muss weiter auf sein erstes Triathlon-Rennen im Kalenderjahr 2018 warten. Nachdem der Hawaii-Sieger des Jahres 2014 in der Vorbereitung auf das Mountainbikerennen "Cape Epic" bereits einen Crosstriathlon in Südafrika abgesagt hatte, weil er sich bei einem Mountainbikesturz kurz zuvor verletzt hatte und er kein weiteres Risiko eingehen wollte, sagte der 33-Jährige nun kurzfristig auch seinen Start beim Ironman 70.3 Texas ab. "Es ist eines dieser Probleme, über die keiner gerne redet. Ich hatte bis zum Schluss gehofft, dass es noch reicht", twitterte Kienle - aber er müsse eben vernünftig bleiben.

Kanute souverän, Carfrae überzeugt beim Comeback

In seiner Abwesenheit bestimmte Ironman-70.3-Vizeweltmeister Ben Kanute das Geschehen: Beim Schwimmen löste sich der US-Amerikaner um rund eine halbe Minute von den schnellsten Verfolgern und hielt sich auf dem Rad sogar seinen Landsmann Andrew Starykowicz, der meist extrem schnell Rad fährt, beim anschließenden Lauf aber mitunter auch dafür büßen muss, lange erfolgreich vom Leib. Mit einem Radsplit von 2:00:56 Stunden wechselte Starykowicz am Ende rund 1:40 Minute vor Kanute auf den abschließenden Halbmarathon, Kanute selbst wiederum hatte zu diesem Zeitpunkt bereits rund vier Minuten Vorsprung auf den nächsten Verfolger. Aus dieser Position heraus übernahm Kanute beim Laufen schnell die Führung und gewann das Rennen souverän vor dem Österreicher Michael Weiss, der schon einmal wegen eines Dopingvergehens gesperrt war. Andrew Starykowicz verteidigte den dritten Rang knapp vor Matt Hanson (USA).

Im Frauenrennen präsentierte sich die Siegerin Melissa Hauschildt (AUS) ähnlich souverän. Ähnlich viel Anerkennung wie sie erntete auch die Zweitplatzierte: Mirinda Carfrae (AUS) wäre beim Comeback-Rennen nach Geburt ihres ersten Kindes nach eigener Aussage schon mit einer Top-Ten-Platzierung zufrieden gewesen, rannte aber sogar auf den Silberplatz, nachdem sie als Vierte auf die Laufstrecke gestartet war. In 1:18:49 Stunden lief sie dabei sogar prompt den zweitschnellsten Halbmarathon, nur Hauschildt war noch ein paar Sekunden schneller. Dritte wurde nur wenige Sekunden hinter Carfrae die Kanadierin Heather Wurtele.

Schmitt meldet sich mit Sieg zurück

Ein erfolgreiches Comeback feierte auch Natascha Schmitt auf Mallorca: Nachdem sie im vergangenen Jahr wegen mehrerer gesundheitlicher Probleme lange aussetzen musste, sicherte sich die Hessin beim Triathlon de Portocolom den Sieg rund 45 Sekunden vor Elisabeth Gruber (AUT) und Jenny Schulz, die nur acht Sekunden hinter Gruber ins Ziel kam. Das Rennen führte über einen Kilometer Schwimmen, 100 anspruchsvolle Kilometer Radfahren und zehn Laufkilometer, wobei Schmitt vor allem die zweite Disziplin für ihren Erfolg zu nutzen wusste. Die 32-Jährige wechselte nämlich drei Minuten vor Gruber und fünf Minuten vor Schulz auf die zehn Laufkilometer, während derer die frühere Leichtathletin angesichts ihrer langen Verletzungspause(n) aber beißen musste. Das Rennen der Männer gewann zum vierten Mal in Serie der Belgier Michael van Cleven, der sich auf dem Rad schon früh von der Konkurrenz löste und von da an ein einsames Rennen an der Spitze erlebte. In einer Gesamtzeit von 3:40:09 Stunden gewann er vier Minuten vor den Zweitplatzierten Timothy van Houtem (BEL) und fünf Minuten vor Jarmo Rissanen (FIN).