Kienle siegt überlegen, Tajsich wird Dritte

Sebastian Kienle hat sein Hawaii-Ticket in der Tasche - und einen weiteren Ironman-Sieg auf dem Konto: Auf Cozumel agierte der Weltmeister von 2014 in einer eigenen Liga.

Von > | 26. November 2017 | Aus: SZENE

Sebastian Kienle gewinnt den Ironman Cozumel 2017.

Sebastian Kienle gewinnt den Ironman Cozumel 2017.

Foto >Talbotcox

Rund zehneinhalb Monate vor dem Ironman Hawaii 2018 hat Sebastian Kienle sein Ticket nach Big Island bereits gelöst. Da er das Rennen 2014 schon einmal gewonnen hatte, brauchte er dafür beim Ironman Cozumel eigentlich sowieso nur ein solides Finish - doch der 33-Jährige lieferte mehr als das.

Kienle zieht sofort durch

Schon Kienles Schwimmzeit von 41:36 Minuten lässt Außergewöhnliches vermuten, war aber wohl doch vor allem einer zu kurzen Strecke geschuldet: Die beiden schnellsten Athleten, Jarrod Shoemaker (USA) und Ivan Rana (ESP), absolvierten den Kurs nämlich in etwas mehr als 39 Minuten. Nur etwas mehr als zwei Minuten Rückstand bedeuteten für Kienle nach der Auftaktdisziplin aber bereits einen vielversprechenden Start in das Rennen, in dem er bald darauf auf- und davonzog.

Zur nächsten Zeitmessung nach rund 55 Radkilometern lag der Hawaii-Vierte diesen Jahres nicht mehr zwei Minuten hinter der Spitze, sondern bereits satte vier Minuten vor den schnellsten Verfolgern um Stefan Schmid, die auch in der Folge weiter viel Zeit auf Kienle einbüßen sollte. Nur der schon einmal wegen eines Dopingvergehens gesperrte Österreicher Michael Weiss fuhr auf den 180 Kilometern noch eine ansatzweise eine vergleichbare Zeit wie Kienle, der seinen Rennboliden nach 4:10:49 Stunden und mit dem schnellsten Radsplit wieder in der Wechselzone abstellte - da bereits mit rund 5:40 Minuten Vorsprung vor Weiss, der zudem als schwächerer Läufer im Vergleich zu Kienle gilt. Diesem Ruf wurde Kienle speziell auf den ersten 15 Marathonkilometern auch gerecht: Die Zwischenzeiten des 33-Jährigen deuteten gar auf eine Endzeit von 7:35 Stunden hin, ehe aber auch der Ironman-Weltmeister von 2014 etwas zurücksteckte. Seinen zur Halbmarathonmarke zehnminütigen Vorsprung vor Weiss verwaltete Kienle auf der zweiten Hälfte nur noch und gewann in starken 7:48:11 Stunden souverän vor Weiss und Rana. Stefan Schmid, der das Rennen auf Cozumel 2015 schon einmal gewonnen hatte, kämpfte sich mit einer Zeit knapp unter acht Stunden auf den vierten Rang.

Vollständige Ergebnislisten können wir leider erst anbieten, sobald diese vom Veranstalter vorliegen.

Ironman Cozumel 2017 | Männer

  1. November 2017, Cozumel (Mexiko)

Name

Nation

Gesamt

3,x km Swim

180 km Bike

42 km Run

1

Sebastian Kienle

GER

7:48:11

41:36

4:10:49

2:51:43

2

Michael Weiss

AUT

7:53:27

44:56

4:12:45

3

Ivan Rana

ESP

7:58:39

39:19

4

Stefan Schmid

GER

7:59:44

41:33

4:25:32

5

Trevor Delsaut

FRA

8:07:10

41:47

4:27:43

6

Samuel Hürzeler

SUI

8:12:23

41:38

7

Victor Arroyo

ESP

8:18:15

45:59

8

Justin Daerr

USA

8:19:28

41:39

9

Alan Carrillo Avila

MEX

8:21:14

41:37

10

Andrey Lyatskiy

RUS

8:30:52

41:31

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Kamikaze-Duo geht hoch

Auch im Rennen der Frauen konnte man zwischenzeitlich an einen deutschen Sieg glauben - doch Anja Beranek hatte sich auf der Radstrecke des Ironman Cozumel wohl übernommen. Nachdem die Deutsche bereits an der Spitze mit Alicia Kaye (USA) und Rachel McBride (CAN) aus dem Wasser geklettert war, gründeten McBride und Beranek ein Himmelfahrtskommando: Das Duo setzte sich schnell und deutlich von den Verfolgern ab, von denen nur Alicia Kaye auf den ersten 50 Kilometern überhaupt versuchte, noch in Schlagdistanz zu den beiden Ausreißerinnen zu bleiben. Auch der glückte das aber nicht dauerhaft, und so war der Vorsprung des Spitzenduos nach 117 Kilometern bereits auf satte 13 Minuten gegenüber Kaye angewachsen.

McBride machte so auch weiter, wogegen Beranek selbst auf den letzten 60 Kilometern sieben Minuten gegenüber der Kanadierin einbüßte, den Wechsel aber immer noch zehn Minuten vor Kirsty Jahn (CAN) und 16 Minuten vor Alicia Kaye erreichte. Auch auf McBride machte die Deutsche beim Laufen bald wieder Boden gut, kassierte sie auf der zweiten Hälfte des Kurses dann ein - doch in dem Moment, in dem Beranek die Spitze von ihr übernahm, war schon zu erahnen, dass sie selbst diese nicht mehr lange würde halten können. Wie auch McBride, die am Ende nur Siebte wurde, musste die Deutsche offenbar für ihren Kamikaze-Ritt büßen und auf der zweiten Marathonhälfte Konkurrentin um Konkurrentin ziehen lassen.

Sieben Kilometer vor dem Ziel übernahm so die spätere Siegerin die Führung, derem Sieg aber ein fader Beigeschmack anhaftet: Denn Gewinnerin Lisa Roberts (USA) war bei der Challenge Roth positiv auf eine verbotene Substanz getestet worden. Weil diese wohl aus ihrem Asthmaspray stammte, das die Amerikanerin nicht korrekt angemeldet hatte, wurde sie nicht gesperrt und konnte das Rennen auf Cozumel für sich entscheiden. Hinter ihr sicherte sich Kirsty Jahn den zweiten Rang - ehe eine Deutsche folgte, die aber nicht Beranek war: Auf den letzten Kilometern hatte sich nämlich von hinten noch Sonja Tajsich, die im gesamten Rennen zuvor nie in Podestnähe unterwegs gewesen war, an Beranek vorbeigeschoben und verwies diese noch auf den vierten Rang.

Vollständige Ergebnislisten können wir leider erst anbieten, sobald diese vom Veranstalter vorliegen.

Ironman Cozumel 2017 | Frauen

  1. November 2017, Cozumel (Mexiko)

Name

Nation

Gesamt

3,x km Swim

180 km Bike

42 km Run

1

Lisa Roberts

USA

8:54:00

49:16

2

Kirsty Jahn

CAN

8:58:27

44:53

3

Sonja Tajsich

GER

9:00:53

51:07

4

Anja Beranek

GER

9:03:41

41:5x

5

Sue Huse

CAN

9:13:18

42:09

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