Kienle und Raelert treffen in Utah auf Sanders

Am Wochenende wird es in Nordamerika spannend: Sebastian Kienle und Michael Raelert treffen bei ihren ersten großen Rennen dieses Jahr auf Lionel Sanders und Tim Reed.

Von > | 3. Mai 2018 | Aus: SZENE

Beim Challenge-Rennen \"The Championship\" im vergangenen Jahr in Samorin belegten Sanders, Kienle und Raelert die Plätze eins bis drei. Ob es am Wochenende ähnlich aussehen wird?

Beim Challenge-Rennen "The Championship" im vergangenen Jahr in Samorin belegten Sanders, Kienle und Raelert die Plätze eins bis drei. Ob es am Wochenende ähnlich aussehen wird?

Foto >Peter Jacob / spomedis

Am Wochenende steht auf der Mitteldistanz ein internationaler Frühjahrsklassiker an. Der Ironman 70.3 St. George lockt traditionell viele starke Profiathleten an die Startlinie. Nicht nur, weil das Rennen in Utah mit einer wunderschönen Strecke und Landschaft auf die Sportler wartet, sondern auch, weil bei dem Wettkampf erneut die nordamerikanischen Meisterschaften auf der Ironman-70.3-Distanz ausgetragen werden. Auf zwei starke Deutsche wartet in St. George am Samstag der erste richtige Härtetest der Saison 2018: Sebastian Kienle und Michael Raelert sind für das Rennen gemeldet und haben mit Sicherheit den Anspruch, ein Wörtchen um den Sieg mitreden zu wollen. Sebastian Kienle musste im April seinen Start beim Ironman 70.3 Texas vor Ort kurzfristig absagen. Nach seinem Abenteuer beim Mountainbike-Rennen "Cape Epic" in Südafrika kann man also gespannt sein, in welcher Verfassung sich der Hawaii-Sieger von 2014 bei seiner ersten Mitteldistanz in diesem Jahr präsentiert. 2016 landete Kienle in St. George auf dem zweiten Platz hinter Lionel Sanders, im vergangenen Jahr musste er sich Alistair Brownlee und Lionel Sanders geschlagen geben. Nur der oberste Platz auf dem Podium fehlt dem 33-Jährigen in Utah noch.

Einfacher als in den beiden Vorjahren wird es allerdings nicht: Landsmann und gleichzeitig amtierender Ironman-70.3-Europameister Michael Raelert wird ebenfalls am Start sein und könnte entscheidend in das Renngeschehen eingreifen. Auch für Raelert ist es der erste große Wettkampf in diesem Jahr, nachdem sich der 37-Jährige auf Lanzarote, in Girona und in seiner Heimatstadt Hamburg auf die Saison vorbereitet hat. Die beiden deutschen Top-Athleten bekommen es in St. George mit Lionel Sanders zu tun, der 2016 das Rennen für sich entschied und im Vorjahr auf dem zweiten Platz landete. Der 30-jährige Kanadier gewann 2018 bereits den Ironman 70.3 Pucón in Chile und musste sich beim Ironman 70.3 Oceanside trotz extrem starker Leistung Jan Frodeno geschlagen geben. Nach dem Rennen gab der Ironman-Vizeweltmeister bekannt, dass er an seiner Radposition und Aerodynamik arbeiten wolle. Man darf also gespannt sein, ob sich bei Sanders bereits signifikante Veränderungen zeigen werden. 

Es wird allerdings nicht nur auf einem Dreikampf zwischen Sanders, Kienle und Raelert hinauslaufen. Die internationale Konkurrenz ist groß: Tim Reed (AUS), der beim Ironman 70.3 Oceanside hinter Frodeno und Sanders auf Platz drei landete, ist ebenfalls gemeldet und darf sich als ehemaliger Ironman-70.3-Weltmeister sicherlich Siegchancen ausrechnen. Auch Landsmann Sam Appleton ist an einem guten Tag der Sieg, aber auf jeden Fall eine Platzierung auf dem Podium zuzutrauen. Ob Matt Hanson nur eine Woche nach seinem spektakulären Sieg beim Ironman Texas schon wieder ein Rennen bestreiten wird, scheint fraglich. Hoffnungen auf eine Podestplatzierung dürfen sich außerdem Joe Gambles (AUS), TJ Tollakson (USA), Trevor Wurtele (CAN) und Antony Costes (FRA) machen. 

True, Seymour, Kessler und Wurtele mit Siegchancen

Im Frauenrennen kann man bei dem Blick auf die Startliste ebenfalls auf einen spannenden Wettkampf hoffen. Vorjahressiegerin Holly Lawrence verzichtet in diesem Jahr auf einen Start. Damit rückt die Zweitplatzierte von 2018, Jeanni Seymour, mehr in den Fokus. Konkurrenz bekommt die Südafrikanerin wohl hauptsächlich durch drei US-Amerikanerinnen und eine Kanadierin. Sarah True, Alicia Kaye, Meredith Kessler (alle USA) und Heather Wurtele (CAN) sind mit von der Partie und bringen das Potential mit, das Rennen in Utah für sich entscheiden zu können. Aus Deutschland hat einzig und alleine Sarah Jarvis gemeldet.