Saisonkracher im Kraichgau

In "Sebastian Kienles Wohnzimmer" startet die erste Auflage des Duells Jan Frodeno gegen Patrick Lange. Auch Andreas Böcherer, Nicholas Kastelein und Markus Rolli sind für eine Top-Platzierung gut.

Von > | 31. Mai 2018 | Aus: SZENE

Einer fehlt im Kraichgau: Sebastian Kienle setzt sein Heimrennen dieses Jahr aus und überlässt die Triathlonbühne Jan Frodeno und Patrick Lange.

Einer fehlt im Kraichgau: Sebastian Kienle setzt sein Heimrennen dieses Jahr aus und überlässt die Triathlonbühne Jan Frodeno und Patrick Lange.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Der Ironman 70.3 Kraichgau ist für Sebastian Kienle eigentlich ein Pflichttermin, das Heimrennen wird auch als sein "Wohnzimmer" bezeichnet. Doch dieses Jahr ist einiges anders: Kienle startet bei der Challenge Roth statt beim Ironman Frankfurt und setzt sein Heimrennen aus. Stattdessen kündigten sich im "Land der tausend Hügel" zwei andere Hochkaräter an: Jan Frodeno und Patrick Lange werden sich ein erstes Mal in diesem Jahr im Wettkampf begegnen. Die letzten drei Ironman-Hawaii-Siege gehen auf die Konten der beiden Topstars  – mit Kienle wären es sogar die letzten vier geworden. Kraichgau wird zeigen, wie fit Jan Frodeno und Patrick Lange zu diesem Saisonzeitpunkt schon sind. Jan Frodeno konnte beim Ironman 70.3 Oceanside zur Überraschung vieler Beobachter Lionel Sanders souverän in die Schranken weisen. Für Patrick Lange, der zuletzt viele Höhenmeter im Trainingslager in St. Moritz sammelte, wird das Rennen eine weitere Standortbestimmung sein vor der Wiederauflage des Duells in Frankfurt am 8. Juli auf der doppelten Strecke. Das deutsche Publikum darf gespannt sein, wie das erste von zwei (bzw. mit Hawaii drei) deutsch-deutschen Duellen ausgeht.

Böcherer ein drittes Mal vor Lange?

Aber nicht nur Jan Frodeno und Patrick Lange sollte man am kommenden Wochenende auf der Rechnung haben. Insbesondere Andreas Böcherer präsentierte sich in den letzten Wochen und Monaten in bestechender Form und konnte Patrick Lange sowohl auf Gran Canaria als auch in Buschhütten eindrucksvoll hinter sich lassen. Die Sitzpositionsanpassungen scheinen sich auszuzahlen. Daneben wird auch Jan Frodenos Trainingskumpel Nicholas Kastelein, der auf der Startliste steht, sicher schon vom Startschuss weg ins Renngeschehen eingreifen. Außerdem sollte man auch Markus Rolli auf dem Schirm haben. Der Sieger des Ironman 70.3 Thailand wurde im letzten Jahr Zweiter hinter Sebastian Kienle. Nicht vergessen sollte man auch: Bas Diederen aus den Niederlanden und Sieger des Ironman Maastricht-Limburg, ETU-Meister über die Langdistanz Markus Fachbach und Vorjahresdritter Marc Dülsen.

Fährt Laura Philipp ihren 11. Ironman-70.3-Sieg ein?

Bei den Frauen geht Vorjahressiegerin Laura Philipp als Top-Favoritin ins Rennen. In St. Pölten fuhr die 31-Jährige den zehnten Ironman-70.3-Sieg ihrer Karriere ein und den zweiten dieser Saison. Obwohl sich Philipp auf die erste Langdistanz ihrer Karriere vorbereitet, scheint sie immer noch die nötige Spritzigkeit für die Halbdistanz zu besitzen. Ihre Teamkollegin Daniela Sämmler wird ebenfalls am Start sein und sich auf die anspruchsvolle Radstrecke mit fast 1.000 Höhenmetern freuen. Auch Yvonne Van Vlerken, die Zweite des Vorjahrs, wird bei ihrem selbsternannten Lieblingsrennen am Start sein. Selbstvertrauen konnte die Niederländerin bei ihren Siegen der Challenge Gran Canaria und der Challenge Riccione sammeln, stieg zuletzt beim Ironman Lanzarote allerdings aus.

Das Team von "triathlon" und tri-mag ist vor Ort und wird vom Ironman Kraichgau in Wort, Bild und Video berichten.