Kristian Blummenfelt im Interview

Kristian Blummenfelt war 2017 auf der Kurzdistanz die Überraschung des Jahres. Nun probiert sich der 23-Jährige erstmals auf der Mitteldistanz. Wir haben mit dem Norweger über seine Vorbereitung und die Erwartungen gesprochen.

Von > | 23. November 2017 | Aus: SZENE

Foto >Janos Schmidt / triathlon.org

Kristian Blummenfelt, eine erfolgreiche Saison liegt hinter Ihnen. Wieso haben Sie sich nach den vielen Wettkämpfen in diesem Jahr noch für Ihren ersten Start bei einer Mitteldistanz entschieden?
Viele Athleten betonen nach der World Triathlon Series immer, wie lang die Saison gewesen ist. Das stimmt irgendwo ja auch, schließlich haben wir Rennen von März bis September. Auf der anderen Seite wäre mir eine Rennpause von fast einem halben Jahr auch zu lang. Deshalb hat es sich angeboten, mal etwas anderes auszuprobieren und da lag der Ironman 70.3 Bahrain vom Zeitpunkt günstig. Also habe ich mich noch einmal gewissenhaft vorbereitet und freue mich auf die neue Erfahrung, bevor es in die Saisonpause geht.

Mit einem Alter von 23 Jahren sind sie sehr jung für ein Rennen auf der Mitteldistanz. Was reizt Sie jetzt schon an dieser Distanz?
In erster Linie die Abwechslung. Wir Kurzdistanzler sind meistens auf unsere Sprints fokussiert, maximal auf die olympische Distanz. Dazu kommt die Renndynamik mit dem Windschattenfahren, die mit einem Non-Drafting-Rennen überhaupt nicht vergleichbar ist. Das habe ich in dieser Form auch erst selten gemacht. Deshalb reizt mich sowohl die neue Streckenlänge als auch die Taktikumstellung.

Mit welchen Erwartungen und Zielen gehen Sie ins Rennen?
Ich will natürlich immer erfolgreich sein und mein Bestes geben. Trotzdem mache ich mir vor dem Rennen keinen großen Druck. Für mich geht es hauptsächlich darum, eine neue Erfahrung zu sammeln, Spaß zu haben und zu schauen, ob mir dieses Format gefällt. Eine konkrete Platzierung nehme ich mir deshalb nicht vor. Dafür ist auch das Starterfeld zu gut besetzt, aber genau darauf freue ich mich auch. Dann kann ich sofort sehen, wo ich im Vergleich zu den anderen Athleten stehe.

Die WTS-Saison 2017 lief für Sie besser denn je. Man könnte sogar sagen, es war Ihr Durchbruch. Drei zweite und einen dritten Platz konnten Sie einfahren, dazu kommt der Sieg beim Super League Triathlon. Wie viel Selbstvertrauen gibt Ihnen das?
Generell natürlich sehr viel. Ich bin überglücklich mit der Leistungsentwicklung und den Resultaten. Es war wirklich ein tolles Jahr bisher. Im Hinblick auf das Rennen am Samstag bedeutet mir das allerdings nicht so viel. Dafür sind die Formate zu unterschiedlich. Dass ich bei einem Super-Sprint-Rennen der Schnellste war, garantiert mir keine gute Leistung bei einer Mitteldistanz.

Auf der Kurzdistanz haben Sie vor allem immer beim Laufen überzeugt. Wie schätzen Sie Ihr Leistungsvermögen auf dem Halbmarathon ein?
Das ist natürlich eine ganz andere Belastung. Darauf habe ich mich allerdings auch gut vorbereitet. Ich lasse mich einfach überraschen und werde versuchen, bei der Renneinteilung und Verpflegung alles richtig zu machen. Wenn mir das gelingt, könnte ich mir vorstellen, dass es auch beim Halbmarathon noch für eine schnelle Zeit reichen könnte.