Kurzdistanz-Elite kämpft bei Tokio-Testevents um die Olympia-Quali

Die Olympia-Generalprobe in Tokio steht bevor: Für etliche Kurzdistanzler und auch acht Deutsche ist es die große Gelegenheit, sich mit einer Top-Platzierung in der Hitze Japans einen großen Schritt Richtung Olympia-Quali zu machen.

Von > | 14. August 2019 | Aus: SZENE

Jonas Schomburg fiel dieses Jahr in der WTS bereits mehrmals durch mutige Attacken beim Radfahren auf. Ob er auch in Tokio versuchen wird, bei der zweiten Disziplin entscheidende Akzente zu setzen?

Jonas Schomburg fiel dieses Jahr in der WTS bereits mehrmals durch mutige Attacken beim Radfahren auf. Ob er auch in Tokio versuchen wird, bei der zweiten Disziplin entscheidende Akzente zu setzen?

Foto >ITU Media

Der Kampf um die Startplätze bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio hat längst begonnen und geht mit dem Olympia-Testevent nun in die nächste Runde. Maximal drei Athleten pro Nation dürfen jeweils im Frauen- und im Männerrennen im kommenden Jahr an den Start gehen. Nicht nur für die deutschen Starter, sondern auch für viele Weltklasse-Athleten anderer Nationen, geht es bei den Testrennen auf der Orignalstrecke in Tokio über die olympische Distanz auf zwei Schwimm-, acht Rad- und vier Laufrunden um wichtige Punkte im offiziellen Qualifikationsranking und die Erfüllung der nationalen Kriterien, um sich den eigenen Startplatz zu sichern. Für die deutschen Athleten ist das Testevent von besonders großer Bedeutung, da die bestplatzierten Sportler der Rennen laut der Nominierungskriterien des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) als Starter für Olympia ausgesucht werden, sofern sie unter den Top 12 beim Testevent landen und sich am 31.03.2020 unter den Top 35 des olympischen Qualifikationsranking der International Triathlon Union (ITU) befinden.

Ein rennentscheidender Faktor wird die extreme Hitze in Tokio sein: Bis zu 40 Grad herrschen dort momentan am Tag, weshalb auch die ITU reagierte, und die Regeln für das Testevent leicht anpasste: Zusätzliche Kühlstationen an der Strecke, die Möglichkeit des Tragens von Kühlwesten bis kurz vor dem Start und die Erlaubnis für Trainer und Betreuer, kaltes Wasser in der Wechselzone zu positionieren, sollen für einen angemessen Umgang mit den Extrembedingungen sorgen. Das Frauenrennen macht den Anfang und startet am Donnerstagmorgen in Tokio um 7:30 Uhr (0:30 Uhr deutscher Zeit). Einen Tag später fällt für die Männer ebenfalls um 7:30 Uhr Ortszeit der Startschuss. Beide Einzelrennen können live auf triathlonlive.tv verfolgt werden. Außerdem überträgt Eurosport die beiden Rennen jeweils ab 0:20 Uhr deutscher Zeit.

Jeweils vier Deutsche dabei, Nieschlag fällt aus

Sowohl beim Frauen- als auch beim Männerrennen gehen jeweils vier Deutsche Athleten an den Start. Bei den Männern bekommen Jonas Schomburg, Lasse Lührs, Valentin Wernz und Maximilian Schwetz die Chance, sich auf diesem Wege als Starter für Olympia zu empfehlen. Justus Nieschlag, dessen Start ebenfalls geplant war, muss durch seine Verletzung am Zeh, die er sich bei den deutschen Meisterschaften über die Sprintdistanz im Rahmen von "Die Finals" zuzog, allerdings passen. 

Zu den Favoriten gehören Jacob Birthwhistle (AUS), Jonathan Brownlee (GBR), Henri Schoeman, Richard Murray (beide RSA), die drei Franzosen Léo Bergere, Dorian Coninx und Pierre Le Corre sowie die beiden Norweger Kristian Blummenfelt und Gustav Iden. Auch Alex Yee (GBR), Hayden Wilde (NZL), Marten Van Riel und Jelle Geens (beide BEL) sind Top-Platzierungen zuzutrauen. Die Topathleten Mario Mola, Javier Gomez (beide ESP) und Vincent Luis (FRA) sind in Tokio nicht am Start. Auch der amtierende Olympiasieger Alistair Brownlee (GBR), der sich auf die Ironman-70.3-WM in Nizza konzentriert, wird beim Testevent fehlen. 

 

Laura Lindemann als größte deutsche Hoffnung im Frauenrennen

Bei den Frauen werden für Deutschland Laura Lindemann, Nina Eim, Lisa Tertsch und Caroline Pohle ins Rennen geschickt. Für Laura Lindemann dürfte eine Top-12-Platzierung das Minimalziel sein, an einem guten Tag könnte sie auch für deutlich weiter vorn landen. Zu den Favoritinnen gehören die zur Zeit dominierende US-Amerikanerin Katie Zaferes, die vier Britinnen Georgia Taylor-Brown, Vicky Holland, Non Stanford und Jessica Learmonth sowie Taylor Spivey und Summer Rappaport aus den USA. Auch Ashleigh Gentle (AUS), Cassandre Beaugrand (FRA), Rachel Klamer (NED) und Joanna Brown (CAN) sind Top-Platzierungen zuzutrauen. Hinzu kommt das Comeback von der zweifachen Kurzdistanz-Weltmeisterin von 2016 und 2017, Flora Duffy (BER), die nach über einem Jahr Verletzungspause erstmals wieder ins Wettkampfgeschehen zurückkehrt. Spannend wird, ob die starke Radfahrerin direkt mit einer Form antritt, mit der sie um das Podium mitkämpfen kann oder ob sie sich die Gelegenheit der Generalprobe für Olympia 2020 mit allen Bedingungen und Umständen einfach nicht entgehen lassen will. 

Mixed-Relay-Rennen am Sonntag

Sonntagnacht um 1:00 Uhr deutscher Zeit startet das Mixed-Relay-Rennen, das 2020 bei den Olympischen Spielen als Format erstmals dabei sein wird. Mit welcher Aufstellung das deutsche Team antreten wird, ist derzeit noch nicht bekannt. Auch der Teamwettkampf wird live auf triathlonlive.tv (kostenpflichtig) übertragen. Als Favoriten gehen unter anderem die Australier, Briten, Franzosen und US-Amerikaner ins Rennen.