Lauf-Tipps von den Hahner-Zwillingen

Wie motivieren sich die beiden Profisportlerinnen Lisa und Anna Hahner täglich fürs Training? Die beiden Läuferinnen verraten Hobbysportlern ihre besten Tipps.

Von > | 7. Mai 2018 | Aus: SZENE

Die Hahner-Zwillinge verraten, wie Hobbysportler die Motivation zum Laufen aufrecht erhalten können.

Die Hahner-Zwillinge verraten, wie Hobbysportler die Motivation zum Laufen aufrecht erhalten können.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Das richtige Zeitmanagement

Motivation und Zeitmanagement sind eng miteinander verknüpft. Während die Motivation sozusagen die Energie bereitstellt, sorgt Zeitmanagement dafür, dass du deinen Plan in die Tat umsetzen kannst. Gutes Zeitmanagement bedeutet, persönliche Ressourcen, die uns begrenzt zur Verfügung stehen – wie Zeit, Energie und Aufmerksamkeit –, effizient einzusetzen. Das bedeutet nicht, dass wir jede einzelne Minute unseres Lebens verplanen müssen, sondern dass wir unser Leben so planen, dass wir genügend Zeit für die Dinge haben, die uns wichtig sind. Gutes Zeitmanagement sorgt für weniger Stress und insgesamt für eine höhere Lebensqualität. Das fängt beispielsweise damit an, die Trainingseinheiten in den Kalender einzutragen. Das machen wir immer sofort, wenn wir den neuen Plan erhalten haben. So sind die Einheiten verbindlich und alle anderen Termine können darum herum geplant werden. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, wenn man ein absolviertes Training abhaken kann!

Zauberwort Regelmäßigkeit

Regelmäßigkeit hilft dem Körper, seinen Rhythmus zu finden. Wer immer zu einer ähnlichen Zeit aufsteht und ins Bett geht, der wird bald keinen Wecker mehr brauchen. Ähnlich ist es mit den Mahlzeiten. Wenn du Frühstück, Mittag- und Abendessen immer zu einer ähnlichen Uhrzeit zu dir nimmst, kann dein Körper sich darauf einstellen. Diese Regelmäßigkeit gibt ihm Kraft, denn er braucht keine Energie darauf zu verwenden, ständig den Schlaf- oder Essensrhythmus anzupassen. Ein weiterer Vorteil von geregelten Mahlzeiten ist, dass man selbst einen guten Überblick hat, was man am Tag isst. Wer Hauptmahlzeiten ausfallen lässt und ständig Snacks zu sich nimmt, der weiß am Ende des Tages meist nicht, was er alles konsumiert hat.

Weniger Stress durch Präzision

Beim Marathon laufen wir jeden Kilometer möglichst konstant, Abweichungen betragen hier im Idealfall eine oder maximal zwei Sekunden pro Kilometer. Diese Präzision zeigt sich auch in unserem Tagesablauf. Wir wissen auf die Minute genau, wie lange wir brauchen, um aus dem Bett fertig in Laufschuhen vor der Haustür zu stehen. Das mag durchgetaktet klingen, aber tatsächlich lebt es sich dadurch deutlich entspannter. Wenn wir um 7 Uhr morgens aufbrechen müssen und vorher schon die erste Trainingseinheit absolviert, geduscht und gefrühstückt haben sollen, dann können wir das exakt timen. Wichtig ist hier, die Termine realistisch zu planen. Eine Stunde Dauerlauf dauert bei uns in der Heimat eine Stunde, in der Stadt mit Ampeln auf der Laufstrecke planen wir einen Puffer von 5 Minuten ein. Und wenn wir einen engen Zeitplan haben, dann laufen wir lieber bekannte Strecken oder auf fremden Terrain kleine Runden, um uns nicht zu verlaufen. Wenn du genau weißt, wie lange du für welche Tätigkeiten brauchst, ersparst du dir eine Menge Stress. Die Mittagspause für eine Trainingseinheit zu nutzen, ist grundsätzlich eine super Sache, doch wer gerade mal eine Stunde Zeit hat, wird recht schnell feststellen, dass die Zeit für einen Dauerlauf plus Umziehen, Duschen und Essen zu knapp ist.

Familie, Job und ... Laufen?

Familie, Job und Laufen. Jeder Punkt für sich könnte bereits einen ganzen Tag ausfüllen. Eine Herausforderung wird es, wenn man allen drei Bereichen gerecht werden möchte. Der große Vorteil am Laufen ist, dass man es nahezu immer und überall machen kann. Laufschuhe und Laufklamotten sind schnell in einer Tasche verstaut, die man auf jede Geschäftsreise mitnehmen kann. Es ist traumhaft, eine fremde Stadt früh morgens zu Fuß zu erobern. Man kann ihr beim Aufwachen zuschauen, es herrscht wenig Verkehr, und das sonst so hektische Treiben wird erst allmählich mehr. Wenn es in der Firma oder im benachbarten Fitnessstudio eine Dusche gibt, dann kann man in der Pause laufen. Beim Laufen können die Gedanken schweifen, und hier kommen oft die besten Ideen. Wenn der Arbeitsweg sich dafür eignet, ist auch ein „Home Run“ ein guter Abschluss für einen langen Arbeitstag.

Einfach Laufsachen mit ins Büro nehmen, nach Feierabend umziehen und nach Hause laufen. Wenn man Glück hat, teilt auch die Familie die Liebe zum Laufen. Ist dies nicht der Fall, kann man den Lauf am Sonntag mit dem Brötchenholdienst verbinden: früh am Morgen starten und auf dem Rückweg der Familie die Brötchen frisch vom Bäcker mitbringen. Oder man packt die Laufsachen ins Auto und läuft vom Familienausflug am Nachmittag nach Hause. Wer morgens vor der Arbeit trainiert, kann sich die Laufkleidung am Abend zuvor bereits im Bad zurechtlegen. So kommt man nach dem Weckerklingeln zügig und leise aus dem Schlafzimmer und weckt niemanden auf. Wenn die Kinder bereits Rad fahren können, dann ist ein gemeinsamer Sonntagslauf eine gute Sache. Hier sollte man flexibel sein und die eine oder andere Laufpause zum Blumen angucken oder Steine in den Fluss werfen in Kauf nehmen. So macht es allen Beteiligten Spaß, und die Chance für eine Wiederholung ist deutlich größer.