Lauf-Tipps von den Hahner-Zwillingen

Wie motivieren sich die beiden Profisportlerinnen Lisa und Anna Hahner täglich fürs Training? Die beiden Läuferinnen verraten Hobbysportlern ihre besten Tipps.

Von > | 7. Mai 2018 | Aus: SZENE

Die Hahner-Zwillinge verraten, wie Hobbysportler die Motivation zum Laufen aufrecht erhalten können.

Die Hahner-Zwillinge verraten, wie Hobbysportler die Motivation zum Laufen aufrecht erhalten können.

Foto >Frank Wechsel / spomedis

Motivation

Wir werden oft gefragt, wie wir uns dazu motivieren, zweimal täglich zu laufen. Wenn wir dann sagen, dass uns Laufen sehr viel Spaß macht und wir es lieben, nach einem intensiven Training nach Hause zu kommen, dann schauen wir häufig in ungläubige Gesichter. Diese Antwort kann nicht jeder nachvollziehen. Doch es ist ganz einfach: Laufen begeistert uns, bringt uns Freude, stellt uns vor Herausforderungen und macht uns erfolgreich. Und wir freuen uns jeden Morgen, dass wir die Möglichkeit haben, unser Leben so zu führen.

Eine Antwort, die viele Menschen besser verstehen können, lautet: Wir sind Profisportlerinnen, und Laufen ist nicht nur unsere große Leidenschaft, sondern unser Beruf. Also ist es klar, dass wir trainieren müssen – wir stellen das nicht infrage. Die einzige Frage, die wir uns stellen, ist, wann wir am Tag trainieren. Der Vorteil von zwei Trainingseinheiten am Tag ist übrigens, dass die erste Einheit spätestens am Vormittag erledigt werden muss. So gibt es gar keine Chance, die Laufeinheit bis in den Abend zu schieben.

Ziele lassen uns laufen

Eine große Motivationshilfe ist es natürlich, wenn man auf ein bestimmtes Ziel hin trainiert. Wer bereits einen Wettkampf fest im Blick hat, der wird nicht lange überlegen, ob er die Laufschuhe schnürt oder ob er die Anzahl der Intervalle kürzt. Ein Ziel gibt Orientierung, motiviert, lässt uns träumen, schwitzen und manchmal vielleicht auch fluchen. Die Belohnung für all die Trainingsstunden ist das großartige Gefühl, ein Ziel erreicht zu haben. Es macht uns stolz, glücklich und auch stärker, es gibt uns Selbstvertrauen und Lust auf neue Ziele und Herausforderungen.

Gemeinsam laufen ist noch schöner

In Gesellschaft macht laufen, schwitzen, sich anstrengen, durchhalten und etwas schaffen noch mehr Spaß. Wer mit einem Trainingspartner verabredet ist, lässt eine Einheit nicht so schnell sausen, und das Loslaufen fällt leichter. Nicht zuletzt hat man auch einen guten Gesprächspartner über laufspezifische Themen und Fragestellungen, die andere Menschen im eigenen Umfeld vielleicht nicht so brennend interessieren wie einen selbst. Wir haben den Zwillingsvorteil und können sehr häufig zusammen trainieren. Wenn wir unterschiedliche Trainingspläne haben, dann passt es meistens, dass wir zumindest gemeinsam loslaufen können. Optimal ist es natürlich, wenn der Laufpartner ganz in der Nähe wohnt. Wenn dies nicht der Fall ist, dann kann man sich trotzdem zum Laufen verabreden. Wie das geht? Mit der Lauffreundin eine Uhrzeit ausmachen und gleichzeitig loslaufen. Auch wenn die eine im Süden Deutschlands und die andere im Norden läuft, hat man das Gefühl, nicht allein zu laufen. Und wenn man zurückkommt, weiß man schon, mit wem man sich über die gerade absolvierte Einheit austauschen kann.

Schlechtes Wetter gibt es nicht

Neben „keine Zeit“ ist „schlechtes Wetter“ ein häufig genannter Grund, warum eine Trainingseinheit ausfällt. Doch wer sich richtig anzieht, kann „schlechtes Wetter“ eigentlich nicht als Ausrede gelten lassen. Das einzige Wetter, bei dem wir nicht laufen gehen, ist Gewitter oder Glatteis. Und selbst dann fällt das Training nicht aus, sondern wir setzen uns auf unser Ergometer im Wohnzimmer oder verlegen die Einheit ins Schwimmbad. Hitze, Kälte oder Regen hindern uns nicht am Laufen. Bei Regen ziehen wir eine Schildkappe auf und eine Windjacke an. Eine Regenjacke wäre uns nicht atmungsaktiv genug, da fühlte es sich nach wenigen Kilometern von innen wie in einem Dampfbad an. An Regenläufen lieben wir, dass wir dann fast allein unterwegs sind. Um uns herum ist alles still, nur der Regen ist ein ständiger Begleiter. Und treffen wir doch einen anderen Läufer oder Radfahrer, dann fühlen wir uns ihm gleich verbunden.

Wenn es im Sommer sehr warm ist, legen wir unsere Einheiten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden, wenn die Temperaturen angenehmer sind. Vor dem Loslaufen kann man auch eine Schildkappe unter kaltes Wasser halten, und schon hat man etwas Kühlung auf den ersten Kilometern. Wenn ein Wald in der Nähe ist, dann bietet es sich an, dort zu laufen, denn da sind es die entscheidenden Grade kühler. Liegt im Winter Schnee, suchen wir uns eine Strecke, die geräumt ist. Und selbst auf einer eisfreien Schneedecke lässt es sich recht gut laufen, auch wenn es anstrengender ist. Auf Eis laufen wir nie. Hier ist uns die Gefahr auszurutschen und somit das Verletzungsrisiko viel zu hoch. Ist eine Loipe in der Nähe, dann bietet sich Skilanglauf super als alternative Trainingsmöglichkeit an.

Warum willst du trainieren?

Ausreden, um nicht trainieren zu gehen, kann man immer finden. Daher ist unsere Herangehensweise, dass wir uns überlegen, warum wir trainieren wollen. So haben wir unsere Ziele und positiven Gefühle vor Augen, und mögliche Ausreden lösen sich fast wie von selbst auf. Ist die Entscheidung für das Training gefallen, dann sollte man am besten direkt loslaufen oder den Trainingstermin verbindlich in den Kalender eintragen.