"Das Laufen ist meine Waffe"

Ihn sollte man bei der Ironman-WM auf der Rechnung haben: Patrik Nilsson wurde dieses Jahr bereits beim Ironman Frankfurt Dritter. Der junge Schwede hat sich in einer Trainingsgruppe mit deutschen Top-Triathleten auf Hawaii vorbereitet. Für ihn ist klar: Keiner von denen ist unschlagbar.

Von > | 12. Oktober 2017 | Aus: SZENE

Der Schwede Patrick Nilsson vom Team BMC-Etixx gehört zu den Geheimfavoriten bei der Ironman-Weltmeisterschaft 2017 auf Hawaii.

Der Schwede Patrick Nilsson vom Team BMC-Etixx gehört zu den Geheimfavoriten bei der Ironman-Weltmeisterschaft 2017 auf Hawaii.

Foto >Lennart Klocke / spomedis

Patrik Nilsson, beim Ironman Frankfurt sind Sie Dritter geworden. War das ein Ergebnis, mit dem Sie vorher gerechnet hatten?

Ich wusste, dass das möglich ist. Um Sebastian Kienle oder Andreas Böcherer zu schlagen, braucht man einen perfekten Tag. Mein Ziel waren die Top 6, die Kona-Qualifikation. Also habe ich mich auf dem Rad in den Top 6 gehalten. Wenn Kienle auf dem Rad wegfährt, kann ich nicht folgen. Das Risiko ist zu groß, aber beim Laufen bin ich stark. Als ich auf der Laufstrecke noch James Cunnama und Patrick Lange überholen konnte, war das trotzdem eine große Überraschung.

Können wir beim Ironman Hawaii die gleiche Taktik erwarten?

Das Laufen ist meine Waffe. Jemand wie Kienle muss auf dem Rad viel leisten. Und er kann danach einen Höllenlauf hinlegen, der schnellste Läufer ist er trotzdem nicht. Wenn ich wie Patrick Lange letztes Jahr den Abstand auf zehn Minuten beschränken kann, sind die Top 5, wenn nicht sogar das Podium in Reichweite. Aber klar, um einen Frodeno oder einen Kienle zu schlagen, muss man Außergewöhnliches leisten.

Sie sind zum ersten Mal beim Ironman Hawaii. Können Sie uns einen Einblick in Ihre Vorbereitung geben?

Ich habe mit Patrick Lange und Boris Stein in Texas trainiert. Dadurch habe ich schon viele Einblicke in das Rennen bekommen, zum Beispiel, wie der Anstieg nach Hawi ist. Und wir haben über taktische Aspekte gesprochen, insbesondere über das Radfahren. Dieses Trainingslager in der Hitze war im Wesentlichen meine spezifische Vorbereitung. Lange Läufe und Radausfahrten zum Beispiel mit Patrick Lange haben auch meine Fitness auf ein neues Level gebracht.

Inwiefern hat sich Ihr Verhältnis zu den deutschen Trainingspartnern dadurch geändert?

Natürlich respektiere ich sie, wir hatten auch viel Spaß. Die Jungs können wirklich Rad fahren. Und auch wenn Patrick Lange ein großartiger Läufer ist, weiß ich, dass auch er manchmal an seine Grenzen kommt. Ich weiß jetzt, dass es möglich ist, sie zu schlagen.