Laura Lindemann im Interview

Am 2. März 2018 steigt Laura Lindemann beim WTS-Rennen in Abu Dhabi über die Sprintdistanz in die Saison ein. Wir haben im Vorfeld mit der deutschen Nachwuchshoffnung gesprochen.

Von > | 22. Februar 2018 | Aus: SZENE

Beim WTS-Rennen in Hamburg im vergangenen Jahr gelang Laura Lindemann mit ihrem dritten Platz

Beim WTS-Rennen in Hamburg im vergangenen Jahr gelang Laura Lindemann mit ihrem dritten Platz

Foto >Lennart Klocke / spomedis

Laura Lindemann, wir treffen Sie hier im Rahmen des "TRI-AKTIV Kids" Programms bei der BKK Mobil Oil in Hamburg. Was hat es damit auf sich – und welche Rolle nehmen Sie dabei ein? 
Bei dem Projekt "TRI-AKTIV Kids" geht es darum, Kinder an ausgewählten Schulen für den Triathlon und den Sport im Allgemeinen zu begeistern. Das Motto dabei lautet "Triathlon für alle" und der Spaß steht im Vordergrund. Dabei nehme ich eine Rolle als Botschafterin ein und werde auch bei ausgewählten Trainingseinheiten in diesem Jahr vor Ort sein. Ich freue mich sehr, ein Teil des Projektes zu sein, weil ich selbst weiß, wie wichtig Bewegung für die Entwicklung der Kinder ist. Wenn es mir dabei gelingt, eine Vorbildfunktion einzunehmen, ist das besonders schön. 

Wann sind Sie nach der Saisonpause im vergangenen Jahr wieder ins Training eingestiegen und wie verlief die Vorbereitung?
Ich habe nach dem Super League Triathlon in Jersey drei Wochen Urlaub gemacht und bin danach im Oktober langsam wieder ins Training eingestiegen. Die Saisonvorbereitung lief bisher sehr zufriedenstellend. Ich habe zwei Trainingslager mit der Nationalmannschaft absolviert. Das erste war ein Skitrainingslager in Livigno (Italien) und für das zweite Camp ging es nach Südafrika. Es war eine schöne Abwechslung, in dieser Zeit auch mal mit einer anderen Trainingsgruppe als sonst in Potsdam zu trainieren. Ich bin insgesamt in der Vorbereitung zum Glück gut durchgekommen und jetzt steht mit dem WTS-Rennen in Abu Dhabi ja auch schon das erste wichtige Rennen der Saison kurz bevor. 

Sie haben neben dem Ausdauertraining in den einzelnen Disziplinen außerdem an technischen Feinheiten gearbeitet. Beispielsweise waren Sie zur Schwimmtechnikanalyse in der Gegenstromanlage in Leipzig. Welche Rolle spielen solche Diagnostiken?
Die Technikanalyse ist ein Teil der Leistungsdiagnostik, die wir zweimal im Jahr in Leipzig machen. Dabei wird kurz gecheckt, ob alles mit der Technik stimmt oder ob es gravierende Fehler gibt. Zum Glück war das nicht der Fall, aber einige Kleinigkeiten kann man daraus immer mitnehmen und die sind schließlich auch wichtig. 

Sie haben das WTS-Rennen in Abu Dhabi schon angesprochen. Mit welchen Erwartungen und Zielen gehen Sie dort an den Start?
Ich weiß zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau, wo ich mit meiner Leistung stehe und möchte deshalb nicht gleich im ersten Rennen zu viel erwarten. Natürlich werde ich in allen drei Disziplinen das Bestmögliche geben. Ich hoffe schon auf eine Top-10-Platzierung, denn ich will ja schließlich am Ende der Saison auch in der Gesamtwertung möglichst weit vorne landen. Nach dem Rennen werde ich meinen aktuellen Leistungsstand auf jeden Fall besser bewerten können. 

Was haben Sie sich allgemein für diese Saison vorgenommen?
Ich werden in diesem Jahr bei deutlich mehr WTS-Rennen an den Start gehen, bisher sind fünf geplant. Daher wird auch der Fokus darauf liegen, mich dort im vorderen Bereich zu etablieren. Außerdem werde ich bei mindestens zwei Weltcups antreten und dadurch, dass der Staffelwettkampf für 2020 olympisch geworden ist, werden in diesem Jahr auch vermehrt Relay-Rennen dazu kommen. Wahrscheinlich werde ich auch noch bei der Deutschen Meisterschaft an den Start gehen, aber damit ist das Jahr dann auch gut gefüllt. 

Wie würden Sie sich einschätzen: Liegt Ihre Stärke auf der Sprintdistanzen oder auf der olympischen Distanz? 
Bisher würde ich sagen, dass mir die Sprintdistanz besser liegt. Aber in diesem Jahr sind auch viele Starts über die olympische Distanz geplant, um dort etwas mehr Erfahrung zu sammeln und sicherer zu werden. Letztendlich ist es ja auch die wichtigere Distanz, denn über diese Strecke werden letztendlich bei Olympia auch die Medaillen vergeben.  

Sie haben bereits bewiesen, dass Sie das Potenzial besitzen, bei den WTS-Rennen auf dem Podium landen zu können. Wo müssen Sie noch zulegen, um in Zukunft öfter auf dem Treppchen zu stehen oder vielleicht auch mal ein Rennen in der WM-Serie gewinnen zu können? 
Ich denke, dass es ein paar Sekunden beim Schwimmen sind, die noch verhindern, dass ich auf dem Rad immer gleich vorn dabei bin. Das Schwimmen hat sich in den letzten Jahren extrem weiterentwickelt und es reicht nicht mehr aus, nur gut zu schwimmen. Mittlerweile muss man sehr gut schwimmen. Wenn ich frühzeitig in der Spitzengruppe sein könnte, wäre damit schon ein großer Punkt abgehakt. Das Rennen wird aber letztendlich in den meisten Fällen beim Laufen entschieden. Auch dort gilt es für mich, Stück für Stück die Zeit noch etwas runterzuschrauben, aber da bin ich auf einem guten Weg und habe auch noch jede Menge Potenzial.