Laura Philipp fordert Flora Duffy im Gelände

Zwei Wochen nach dem Ironman Hawaii sind die Crosstriathleten dran: Auf Maui werden am Sonntag Xterra-Weltmeister gesucht. Laura Philipp könnte um eine Podestplatzierung mitkämpfen.

Von > | 26. Oktober 2017 | Aus: SZENE

Flora Duffy auf dem Weg zum Sieg bei den Xterra-Weltmeisterschaften 2016.

Flora Duffy auf dem Weg zum Sieg bei den Xterra-Weltmeisterschaften 2016.

Foto >Xterra

Doch, es ist wahr: Flora Duffy, die nicht nur den Kurzdistanztriathlon nach Belieben dominiert, sondern auch Herrin über den Schlamm ist, ist verwundbar und leistet sich manchmal Fehltritte. Weil man es angesichts ihrer Ergebnisse in den letzten beiden Jahren kaum glauben mag, belegt es die Athletin aus den Bermudas über ihren Instagram-Account einfach selbst: Da postete sie Mitte vergangener Woche ein Bild von sich mit aufgeschlagenem Knie - doch gleichzeitig auch mit der Botschaft: Mir geht's gut. Mag sich die 30-Jährige im Vorfeld der Xterra-Weltmeisterschaften auf Maui auch einen kleinen Ausrutscher geleistet haben, soll sie das im Kampf um den vierten Xterra-Weltmeistertitel in Serie nicht behindern.

Philipp wagt keine Prognose

Ohnehin hätte es in den vergangenen Jahren schon deutlich Schlimmeres als eine Wunde am Knie gebraucht, um Duffy in Probleme zu bringen. Mit ihrer herausragenden Technik und ihrer - im Frauenbereich beinahe einzigartig starken - Kombination aus überragenden schwimmerischen Anlagen, hohem Raddruck und der Fähigkeit, auch unter großer Ermüdung noch schnell zu laufen, sicherte sich Duffy den Xterra-Titel im vergangenen Jahr mit über zehn Minuten Vorsprung vor der nächsten Konkurrentin.

Dafür, dass Duffy das Rennen dieses Jahr nicht ganz so einseitig für sich entscheidet, könnte eine Deutsche sorgen, die sich mit Kampfansagen aber zurückhält. Zwar hat Laura Philipp beim Xterra Frankreich mit acht Minuten Vorsprung gewonnen, ohne vorher viel Zeit auf dem Mountainbike verbracht zu haben. Doch wie ihre Chancen im Kräftemessen mit den weltbesten Crosstriathletinnen stehen, weiß auch Philipp selbst nicht. Duffy dürfte der Deutschen schon auf den 1,5 Schwimmkilometern um mehrere Minuten enteilen - ob Philipp auf den schwierigen 32 Mountanbike- und 10,5 Trail-Laufkilometern wieder näher herankommen kann, steht in den Sternen. Im Kampf ums Podest dürfte Philipp, die sich schon seit einigen Wochen mit Mountainbiketouren gezielt auf das Rennen vorbereitet, unter normalen Umständen aber durchaus Chancen haben. Ihre größten Konkurentinnen im potenziellen Kampf um die Podestplätze dürften, neben Duffy, die Vorjahreszweite Lesley Paterson (GBR) und die Dritte des vergangenen Jahres, Suzie Snyder (USA), sein.

Neben Laura Philipp starten noch 22 weitere Deutsche bei der Xterra-Weltmeisterschaft - in diesem Jahr aber kein Eliteathlet. Als Favoriten gelten stattdessen Vorjahressieger Mauricio Mendez (MEX), Ruban Ruzafa (ESP) und Ben Allen (AUS), die schon im Vorjahr das Podium unter sich ausgemacht hatten.