Lehrstunde für Sanders, Beals gewinnt Ironman-Debüt

Während Lionel Sanders bei seiner Generalprobe vor Hawaii Lehrgeld zahlen musste, gewann Cody Beals prompt in beeindruckender Weise sein Ironman-Debüt vor heimischer Kulisse.

Von > | 20. August 2018 | Aus: SZENE

Mit einer Gesamtzeit von 8:10:36 Stunden sichert sich Cody Beals bei seinem Ironman-Debüt direkt den Sieg vor heimischer Kulisse.

Mit einer Gesamtzeit von 8:10:36 Stunden sichert sich Cody Beals bei seinem Ironman-Debüt direkt den Sieg vor heimischer Kulisse.

Foto >Kevin Mackinnon

Mit Spannung wurde beim Ironman Mont-Tremblant die Generalprobe von Lionel Sanders erwartet, der sich mit seinem Heimrennen in Kanada auf den Start beim Ironman Hawaii einstimmen wollte. Obwohl der Ironman-Vizeweltmeister das Rennen auf seinem Youtube-Kanal zu einem "Testrennen mit Trainingscharakter" erklärte, bei dem er viel Neues testen und ausprobieren wolle, ging Sanders natürlich trotzdem als Top-Favorit in den Wettkampf über 226 Kilometer. Der vierfache Ironman-Sieger erlebte allerdings einen Tag, an dem er zwar weit unter seinen eigenen Erwartungen blieb, aber für die Ironman-WM in Kailua-Kona nach eigener Aussage viele wichtige Erkenntnisse und Lehren mitnehmen konnte. 

Beim Schwimmen begann der Tag für Sanders zunächst solide. Allen vorweg schwamm Antoine Desroches (CAN), der nach 50:10 Minuten als Erster aus dem Wasser kam und 2:30 Minuten Vorsprung auf die vierköpfige Verfolgergruppe herausschwimmen konnte. Sanders verließ das Wasser als Achter mit 4:57 Minuten Rückstand auf den Führenden. Auf dem Rad arbeitete sich Sanders in gewohnter Manier nach vorne. Nach der Hälfte der Radstrecke befand er sich bereits an Position drei, hatte allerdings 2:18 Minuten Rückstand auf Cody Beals (CAN), der in Mont-Tremblant sein Ironman-Debüt gab. Auf der zweiten Hälfte des Radkurses setzte sich Sanders sogar an Position zwei, der Abstand auf Beals vergrößerte sich allerdings gewaltig auf den letzten 50 Kilometern. "In der letzten Stunde auf dem Rad habe ich 220 Watt im Schnitt getreten, das ist mit Abstand der niedrigste Wettkampfwert meiner Karriere", äußerte sich Sanders nach dem Rennen. Seine großen energetischen Probleme führt der Kanadier auf sein zu niedriges Körpergewicht beziehungsweise seinen zu geringen Körperfettanteil und die ungewohnten Veränderungen in seiner Wettkampfverpflegung zurück. 

Beals wechselte in Führung liegend mit knapp sieben Minuten Vorsprung vor Sanders auf die Laufstrecke und ließ dort auf dem Weg zu seinem Heimsieg beim Ironman-Debüt nichts mehr anbrennen. Mit der schnellsten Laufzeit in 2:49:22 Stunden erreichte er schließlich nach 8:10:36 Stunden das Ziel. Lionel Sanders kämpfte sich kraftlos durch den Marathon, bei dem er nach eigener Aussage mehrfach ans Aussteigen dachte, und erreichte trotzdem noch eine Laufzeit von 2:55:51 Stunden, welche ihm mit 13:24 Minuten Rückstand noch den zweiten Platz einbrachte. Komplettiert wurde das Podium durch den US-Amerikaner Matt Russell, der nach 8:25:14 Stunden mit einem Rückstand von 14:38 Minuten ins Ziel kam. 

Name

Country

Overall

3.8 km Swim

180 km Bike

42.2 km Run

1

Cody Beals

CAN

8:10:36

0:52:35

4:24:28

2:49:22

2

Lionel Sanders

CAN

8:24:01

0:55:07

4:28:33

2:55:50

3

Matt Russell

USA

8:25:14

0:57:58

4:30:37

2:52:24

4

Antoine Jolicoeur Desroches

CAN

8:28:40

0:50:10

4:35:18

2:58:51

5

Cedric Boily

CAN

8:31:26

0:51:48

4:36:13

2:57:03

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Im Frauenrennen setzte sich Liz Blatchford durch. Die Australierin lief in 3:13:32 Stunden den schnellsten Marathon des Tages und kam nach 9:16:45 Stunden ins Ziel. Nur 1:17 Minuten später folgte Lauren Brandon (USA), die mit einer Schwimmzeit von 50:41 Minuten den mit Abstand schnellsten Split des Tages in der ersten Disziplin erzielte und erst spät im Marathon von Blatchford überholt wurde. Meredith Kessler (USA) rundete das Podium mit einer Gesamtzeit von 9:23:09 Stunden ab. Die beiden Profirennen fanden ohne deutsche Beteiligung statt. 

Name

Country

Overall

3.8 km Swim

180 km Bike

42.2 km Run

1

Liz Blatchford

AUS

9:16:45

0:53:56

5:02:54

3:13:32

2

Lauren Brandon

USA

9:18:02

0:50:41

5:01:45

3:20:44

3

Meredith Kessler

USA

9:23:09

0:53:54

5:03:03

3:20:57

4

Meredith Hill

AUS

9:37:04

1:02:14

5:03:06

3:25:30

5

Valerie Belanger

CAN

9:53:33

1:17:32

5:00:37

3:27:18

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Reed siegt auf Bintan, Smales in Irland

Am Wochenende kämpften die Athleten nicht nur in Kanada über die volle Distanz um Medaillen, auch bei den Ironman-70.3-Rennen auf Bintan (indonesische Insel) und Dun Laoghaire (Irland) wurden neue Sieger gesucht. Beim Ironman 70.3 Bintan war der Ironman-70.3-Weltmeister von 2016, Tim Reed (AUS), nicht zu schlagen. Der laufstarke Australier siegte mit einer Gesamtzeit von 3:56:02 Stunden und hatte im Ziel 1:54 Minuten Vorsprung vor Mike Phillips (AUS/3:57:56 Std.). Matt Burton sorgte mit Rang drei für das komplett australische Podium und lief nach 4:06:16 Stunden ein. Bei den Frauen setzte sich Beth McKenzie (USA/4:32:47 Std.) gegen die Österreicherin Annamaria Eberhardt (4:38:46 Std.) durch. Platz drei ging an die Schweizerin Sabrina Stadelmann (4:41:05 Std.). 

Der Ironman 70.3 Dun Laoghaire in Irland brachte einen britischen Sieger hervor: Elliot Smales gewann über die 113 Rennkilometer mit einer Zeit von 4:13:58 Stunden und landete damit 4:13 Minuten vor Routinier Andy Potts. Platz drei sicherte sich, bei seinem Heimrennen, Bryan McCrystal, der nach 4:23:27 Stunden einlief. Bei den Frauen wurde Emma Pallant ihrer Rolle als Favoritin gerecht und entschied den Wettkampf mit einer Gesamtzeit von 4:48:02 Stunden für sich. 1:28 Minuten nach Pallant folgte Tine Deckers (BEL), Amber Ferreira (USA) sicherte sich Platz drei mit einem Rückstand von 15:59 Minuten.