Löschke beim Finale in Austin, Dreitz auf Sardinien

Das Triathlonjahr 2017 liegt in seinen letzten Zügen: Während die einen Sportler schon wieder aus der Saisonpause ins Training zurückkehren, bestreiten andere noch ihre letzten Rennen - wie Andreas Dreitz und Franz Löschke.

Von > | 26. Oktober 2017 | Aus: SZENE

Andreas Dreitz

Andreas Dreitz

Foto >Simon Müller / spomedis

Wenn die Tage in Deutschland im späten Oktober nasser, kälter und kürzer werden, wirkt Sardinien beinahe paradiesisch: Überwiegend sonnige Bedingungen und Tageshöchsttemperaturen über 20 Grad Celsius erwarten die Meteorologen in den letzten Oktobertagen 2017 auf der Mittelmeerinsel. Das hat sich auch bis zu den deutschen Profi-Triathleten herumgesprochen, weshalb einige hier ihr letztes Rennen der Triathlonsaison 2017 angehen wollen. Vor allem Andreas Dreitz dürfte darauf brennen, etwas mehr als einen Monat nach seinem beeindruckenden Ironman-Debüt mit Sieg in Italien einen weiteren Erfolg vor der italienischen Küste nachzulegen, um seinem Sportjahr nach hakeligem Beginn letztlich auch über die halbe Distanz noch einen guten Geschmack zu verpassen. Ein Selbstläufer wird das aber nicht, denn neben Mitteldistanzspezialist Thomas Steger (AUT) gehören auch die starken Pieter Heemeryck (BEL), Giulio Molinari (ITA) und Bart Aernouts (BEL) zum namhaften internationalen Feld der Sieganwärter. Und auch aus dem eigenen Land wird Dreitz zum Saisonfinale Druck bekommen. So hat sich Per Bittner auf Sardinien ebenso angekündigt wie Markus Hörmann, außerdem stehen Marc Unger, Philipp Mock, Tim Meyer, Luca Heerdt und Philipp Atzert auf der Startliste. Nachwuchsathlet und Kurzdistanzspezialist Frederic Funk, der sich auf Sardinien ebenfalls über die Mitteldistanz probieren wollte, muss dagegen passen, weil er Mitte des Monats mit dem Rad stürzte und sich dabei das Schlüsselbein brach.

Schmaler fällt das deutsche Elite-Aufgebot auf Frauenseite aus: Dort wird wohl nur Nina Kuhn ins Rennen starten, da die ebenfalls gemeldete Natascha Schmitt gerade erst aus einer Verletzungspause wieder langsam ins das geregelte Training einsteigt. Im Kampf um den Sieg dürften Yvonne van Vlerken (NED), Heather Wurtele (CAN) und Tine Dickers (BEL) die besten Karten haben - die selbst allerdings wiederum auch Lucy Charles auf der Rechnung haben dürften, die erst vor zwei Wochen Zweite beim Ironman Hawaii geworden war. Auch Laura Siddall (GBR) und Katrien Verstuyft (BEL) haben für den Wettkampf gemeldet.

Schwetz in Südkorea, Löschke in den USA

Einen deutlich weiteren Weg als Dreitz und Co. hat Maximilian Schwetz hinter sich gebracht, wenn er am Wochenende an den Start geht: Der Deutsche ist zum Saisonfinale gerade auf einer Asientour unterwegs. Am vergangenen Wochenende wurde er beim Asiencup in Hong Kong bereits Dritter hinter Rostsilav Pevtsov (AZE) und Gabor Faldum (HUN), in dieser Woche will er auf Weltcupebene weitere ITU-Punkte sammeln. In Südkorea misst er sich dann erneut unter anderem mit Pevtsov, aber auch einigen mitteleuropäischen Konkurrenten wie Aurelien Raphael (FRA).

Derweil ist auch Schwetz' eigentlicher Kurzdistanz-Kollege Franz Löschke auf einem fremden Kontinent in Wettkampfmission unterwegs - allerdings auf einem anderen, und auch auf einer anderen Distanz. Denn der 28-Jährige will eine Woche nach seinem zweiten Rang beim Ironman 70.3 Miami beim 70.3-Rennen in Austin (Texas) einen nachlegen und sich dabei auf dem Rad noch etwas stärker präsentieren als vor Wochenfrist, als ihm in der zweiten Disziplin an diesem Tag noch etwas der Punch gefehlt habe. Seine Konkurrenten kommen vor allem aus den Vereinigten Staaten: Matt Hanson und TJ Tollakson, aber auch der Australier Cameron Good könnten Löschke das Leben schwer machen. Im Frauenrennen haben sich unter anderem Sarah True (USA) und Jeanni Seymour (RSA) angekündigt - und eine große Unbekannte: Die Kanadierin Paula Findlay, die in den Jahren 2010 und 2011 mehrere WM-Serienrennen in beeindruckender Manier gewonnen hatte, seitdem aber gesundheitlich und sportlich immer wieder Probleme hatte, will in Texas ihre erste Mitteldistanz bestreiten.