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Lucy Hall siegt in Samorin, auch weil Sarissa de Vries und Lisa Nordén falsch abbiegen

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Peter Jacob / spomedis Lucy Hall läuft dem Sieg entgegen.

Die Britin Lucy Hall hat die Challenge-Meisterschaft “The Championship” gewonnen. Die 29-Jährige setzte sich im slowakischen Samorin vor der Spanierin Sara Perez Sala und Haley Chura aus den USA durch. Die Siegerin benötigte für die 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21,1 Kilometer Laufen 4:10:45 Stunden und sank im Ziel völlig entkräftet zu Boden. Verfolgerin Perez Sala hatte Hall mit einem starken Finish das Leben fast bis zum letzten Meter schwer gemacht. 1:30 Minuten Vorsprung rettete Hall schließlich ins Ziel. Die drittplatzierte Chura benötigte rund vier Minuten länger. Die beiden deutschen Profi-Frauen auf der Startliste, Laura Jansen aus Heidelberg und Julia Hofmann aus Suhl, kamen nicht ins Ziel.

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Peter Jacob / spomedis Lisa Nordén auf dem Rad.

15 Minuten Zeitverlust

Auch wenn die letzte Spannung an der Spitze etwas fehlte, war reichlich Dramatik im Rennen, denn gleich zu Beginn der Radstrecke war eine Sechser-Gruppe um die Mitfavoritinnen Lisa Nordén, Sarissa de Vries und Fenella Langridge falsch abgebogen. Es dauerte rund 15 Minuten bis die Athletinnen von Offiziellen zurück auf die Strecke geführt werden konnten, die drei Führenden nach dem Schwimmen, Hall, Sala und Chura, waren zu diesem Zeitpunkt längst über alle Berge. Ob die sechs Sportlerinnen von Streckenposten falsch geleitet wurden oder sich selbstverschuldet verfahren hatten, konnte nach dem Rennen nicht geklärt werden.

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“Das ist wirklich sehr ärgerlich. Der Vorfall hat das ganze Rennen verändert”, sagte Challenge-CEO Jort Vlam gegenüber tri-mag.de und ergänzte: “Es war wichtig, dass sie an derselben Stelle zurück auf die Strecke gekommen sind, wo sie sie verlassen haben. Sonst hätten sie disqualifiziert werden müssen.” Er wolle zunächst mit den Athletinnen über deren Sicht der Dinge sprechen, ergänzte Vlam, der eine nachträgliche Zeitkompensation für die sechs Falschfahrerinnen allerdings so gut wie ausschloss. Generell gilt im Triathlon, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst für die richtige Kurswahl verantwortlich sind. Allerdings fiel bereits gestern beim Collins Cup auf, dass einige Athleten Probleme hatten, den korrekten Weg zu finden. Patrick Lange hatte auf diese Weise in seinem Rennen viel Zeit verloren.

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Peter Jacob / spomedis Lucy Hall erreicht nach 4:10:45 Stunden erschöpft das Ziel.

De Vries und Nordén geben nicht auf

Folgenreich war der Zwischenfall im Rennen der Profi-Frauen vor allem für de Vries und die Olympiazweite von 2012, Nordén, die ihren Frust über den Zeitverlust scheinbar erst an den Pedalen ihrer TT-Bikes und später an den Laufschuhen ausließen. Beide machten trotz aussichtsloser Lage Boden auf die Führenden gut und kamen schließlich als Siebte und Achte ins Ziel. Der Rückstand auf Hall von 11:59 Minuten für die Vries beziehungsweise 13:47 Minuten für Nordén zeigt, dass beide heute ein Wörtchen um den Sieg mitgeredet hätten.

Doch hätte, wäre, wenn gibt es im Sport nicht, und gewinnen kann nur, wer am Ende vorn dabei ist. Mit Lucy Hall, die Perez Sala auf dem Rad um die entscheidenden drei Minuten distanziert, hat “The Championship” eine verdiente Siegerin, der es kurz nach ihrem Zusammenbruch hinter der Ziellinie auch schon wieder gut ging.

"The Championship" 2021 | Profi-Frauen

29. August 2021 | Samorin (Slowakei)
PlatzNameNationGesamt1,9 km Swim90 km Bike21,1 km Run
1.Lucy HallGBR4:10:4526:512:13:501:24:23
2.Sara Perez SalaESP4:12:1526:522:16:581:22:53
3.Haley ChuraUSA4:14:3927:112:22:121:18:21
4.Grace ThekAUS4:18:0431:562:21:581:18:07
5.Aleksandra JedrzejewskaPOL4:18:4832:052:22:011:18:41
DNFJuliane HofmannGER-47:312:42:50-
DNFLaura JansenGER-34:46--
Peter Jacob
Peter Jacob
Abitur, Studium der Sportwissenschaft und Volontariat bei dpa änderten nichts daran, dass Peter eines blieb: Ausdauersportler mit Leidenschaft. Auch wenn der Hamburger heute öfter die Laufschuhe schnürt, sind die Stärken des ehemaligen Leistungsschwimmers klar verteilt. Man munkelt, die Sportart Swimrun sei nur für ihn erfunden worden.
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